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Kuba: Embargo hindert US-Lebensmittelexporte nicht
Die USA sind trotz des Embargos der wichtigste Lebensmittellieferant Kubas. Das Handelsembargo betrifft weder Nahrungsmittel noch Medikamente.
Kuba: Embargo hindert US-Lebensmittelexporte nicht
Die häufigste Ausrede für die Knappheit in Kuba scheitert an den Fakten. Die USA, offizieller Blockierer, sind der wichtigste Lebensmittelexporteur der Insel: Das Tiefkühlhähnchen und das Milchpulver in Touristenhotels stammen aus amerikanischen Häfen. Das Embargo umfasst weder Essen noch Medikamente. Und das Regime führt jeden Stromausfall auf eine Belagerung zurück, die im Lebensmittelregal nirgends zu sehen ist.
Erklärt das Embargo die Lebensmittelknappheit in Kuba?
Das meistzitierte Argument besagt, dass die Insel nicht mit dem 80 % des Welt-BIP handeln kann. Es hat jedoch ein zeitliches Loch. Die UdSSR finanzierte eine ohnehin unproduktive Wirtschaft durch Zuschüsse, und selbst damals stimmten die Bilanzen nicht. Vor über dreißig Jahren verschwand der sowjetische Block. Kuba kann mit der überwiegenden Mehrheit der Erde Handel treiben, produziert aber kaum etwas zum Verkauf. Wer keine Überschüsse erzeugt, hat nichts anzubieten.
Bemerkenswert ist die Mechanik der Erzählung. Jedes interne Problem wird zur Folge der äußeren Belagerung erklärt, so seit sechs Jahrzehnten. Der Alibi funktioniert, weil niemand nach dem Angebot fragt: Wie viel Zucker wird produziert, wie viel Reis angebaut, was geschah mit den Devisen aus guten Zeiten. Unbequeme Fragen, schlechtere Antworten.
Das Einkommen Kubas vor der Revolution
Vor 1959 hatte die Insel ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als Italien und Spanien. Heute gehört sie zu den ärmsten Ländern Amerikas. Ein Land, das karibischer Vorbild für Dienstleistungen war, ist heute ein Katalog von Schlangen, Stromausfällen und Bezugsscheinen.
Der spanische Fall dient als unbequemer Spiegel. Spanien entwickelte sich in wenigen Jahrzehnten von einer Agrarwirtschaft zur achtgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit allen möglichen Einschränkungen. Verteidiger des kubanischen Regimes führen seinen Ruin auf das Embargo zurück, das genau genommen keine Lebensmittel blockiert. Kritiker stellen die Gegenfrage: Welches Modell muss das Hähnchen importieren, das seine eigene Bevölkerung isst?
Proteste in Kuba und die Rolle des Mobiltelefons
Die Protestbewegungen auf der Insel haben im mobilen Internet ihr bestes Sprachrohr gefunden. Die Verbreitung von Videos und Zeugnissen per Telefon hat die Informationskontrolle des Regimes überfordert. Unter Hashtags wie SOSCubaLibre werden Verhaftungen und Verschwindenlassen gemeldet, die die offizielle Presse ignoriert. Die Straße filmt, veröffentlicht und wartet auf Antwort.
Das Muster wiederholt sich bei jedem Protestzyklus. Die Verbindung kommt nur spärlich und teuer, doch ein Handy mit Daten reicht, um das Monopol der Erzählung zu brechen. Dieselbe Technologie, die das System nicht abschalten kann, ohne seine eigene Isolation offen zu legen.
Doppelte Standards bei Diktatoren
Das Thema hat eine innenpolitische Komponente. „Sie sind sehr mutig, wenn es um tote Diktatoren geht, aber sehr feige bei lebenden“, fasste die Politikerin Inés Arrimadas zusammen. Der Satz ordnet die spanische Debatte gut: Verurteilungen gegen Franco kommen reichlich, während Missbrauchsfälle in der Karibik nur einen Bruchteil dieser Energie erhalten.
Ein Teil der Analyse führt dies auf ideologische Kohärenz zurück: Wer auf einer Seite steht, zeigt selten auf das eigene Lager. Andere sehen reinen Wahlkampf, bequemer mit Blick auf die eigene Vergangenheit als auf fremde Gegenwart. In der Mitte bleiben die Namen der Verhafteten.
Touristen finden nur Reis und Hähnchen
Die beste Momentaufnahme stammt nicht aus einem Bericht, sondern einer Hotelbeschwerde. Ein spanischer Reisender berichtete, dass in einem Luxushotel nur Reis und Hähnchen serviert wurden, letzteres rationiert. Auch die Frühstücksmilch war knapp. Gäste suchten draußen nach Essbarem. Was der Tourist nicht wusste: Dieses Hähnchen war Tiefkühlware aus den USA, und die Milch kam als Pulver zur Rekonstitution auf die Insel.
Dieses Zeugnis ist keine Ausnahme. Wer Kuba besucht, kehrt mit dem Eindruck zurück, dass keine andere Karibikinsel so wenig und so schlecht serviert. Überraschend ist zudem eine auffällige Abwesenheit: Nicht einmal Obstbäume wurden auf einem Gebiet gepflanzt, das genug Boden und Klima dafür hätte.
Das asiatische Modell, das kopiert wird, ohne es zuzugeben
Eine unvermeidliche Vergleichbarkeit mit China tritt auf. Die Kommunistische Partei Chinas erfüllt ihre Fünfjahrespläne und ist zur Industriegroßmacht geworden, während Kuba Jahrzehnte der Not erträgt. Der Unterschied läge nicht am Etikett, sagen einige, sondern am Management und der teilweisen Marktöffnung. Andere nennen es beim Namen: Staatskapitalismus mit leninistischem Nachnamen.
Das kubanische Regime präsentiert sich als Alternative zum Kapitalismus und importiert seit einem halben Jahrhundert Grundnahrungsmittel. Wenn das Embargo nicht als einzige Erklärung hält und das Modell nichts produziert, worauf stützt sich dann noch die hiesige Rhetorik?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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263 Familienzeugnisse über den Spanischen Bürgerkrieg enthüllen Plünderungen, Hinrichtungen und Schweigen, die die offiziellen Darstellungen beider Seiten widerlegen.