Spanien: Nur 13% Studentinnen 1960 vs. 38% in den USA

1960 waren nur 13% der spanischen Universitätsstudenten weiblich, im Vergleich zu 38% in den USA. Ein historischer Datenpunkt, der die Debatte über Frauen und Franco neu entfacht.

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Spanien: Nur 13% Studentinnen 1960 vs. 38% in den USA
Spanien hatte 1960 nur 13% Studentinnen; die USA 38%

Im Jahr 1960 waren etwa 13% der Studierenden an spanischen Universitäten Frauen. In den USA lag dieser Anteil im selben Jahr bei rund 38%, in Frankreich bei 25%. Diese Zahlen werden im Zusammenhang mit einem Video diskutiert, in dem eine ältere Frau ihr Leben unter dem Franquismus schildert und betont, dass sie und andere ihrer Generation nicht nur gearbeitet, sondern auch studiert haben. Das Video wurde als Zeugnis einer gewöhnlichen Großmutter präsentiert und löste heftige Reaktionen aus. Es entfachte erneut die alte Debatte: Gab es vor 1975 überhaupt universitär gebildete Frauen?

Die kurze Antwort lautet: Ja. Die ausführliche Antwort ist, dass das Jahr, der Nachname und die Provinz entscheidend waren.

Wie viele Frauen studierten während des Franquismus an spanischen Universitäten?

Es gab welche, aber wenige, und meist nicht aus eigener Berufung. Die formale Kontrolle der weiblichen Bildung durch die Sección Femenina (Frauenabteilung) der Falange begann 1939 und hielt bis Ende der 1960er Jahre an, mit Auswirkungen, die sich bis zur Transition erstreckten. Konkret bedeutet dies: Fast drei Jahrzehnte lang entschieden Instanzen, was ein Mädchen studieren durfte – nicht sie selbst. Viele kamen auf die Universität, weil ihre Familien es erlaubten, nicht weil sie es wollten.

Der spanische Prozentsatz von 1960 – diese 13% – war zwar keine isolierte iberische Seltenheit, aber auch nicht der europäische Standard. Frankreich lag bei 25%, die USA bei 38%. Der Vergleich widerlegt zwei Narrative gleichzeitig: jene, die behaupten, unter Franco habe keine Frau einen Hörsaal betreten, und jene, die den Zugang für Frauen als ein spanisches Privileg darstellen, das dem unserer Nachbarn entsprach. Weder das eine noch das andere trifft zu.



Sección Femenina und eheliche Genehmigung: Was sagte das Gesetz?

Hinter den Statistiken steht ein juristisches Gerüst. Die eheliche Genehmigung (licencia marital), eingeführt 1889, unterwarf verheiratete Frauen der Zustimmung ihres Ehemannes für bestimmte rechtliche und berufliche Handlungen. Ob die Zweite Republik diese Regelung abschaffte und der Franquismus sie wieder einführte, ist eine offene Frage; das Detail ist wichtig, da es das Thema in den Bereich des Zivilrechts rückt und nicht ins Reich der Folklore.

Um die Rückständigkeit zu verdeutlichen, ein unbequemer Spiegel: In der Schweiz, einem Land, das oft nicht in denselben Topf geworfen wird, benötigten Frauen bis 1988 die Erlaubnis ihres Mannes, um zu arbeiten oder ein Bankkonto zu eröffnen. Das damalige Spanien war kein Einzelfall; es war ein schlimmerer Fall.

Frauen, die vor 1975 tatsächlich an der Universität studierten

Es gab Namen. An den Fakultäten des Franquismus studierten später prominente Persönlichkeiten der spanischen Linken: Cristina Almeida, Matilde Fernández, Manuela Carmena und Maritere De La Vega, unter anderen. Dieses Detail entkräftet die These des totalen Verbots: Hätte das Regime die Tür vollständig geschlossen, gäbe es keine Anwältinnen, Gewerkschafterinnen oder Politikerinnen, die in diesen Jahren ausgebildet wurden.

Es gibt auch häuslichere Zeugnisse. Eine Lehrerin, die bereits 1970 praktizierte, musste die Universität besuchen, um ihren Job zu bekommen. Dies ist kein Elitefall; es ist der Fall der Lehrerinnen, die das Schulsystem der Ära trugen. Der Zugang existierte, jedoch abhängig von Herkunft und Einkommen, wie fast alles in diesem Land.

Das Niveau der damaligen Universität und die heutige Titelinflation

Es lohnt sich, einfache Nostalgie zu entzaubern. Die Universität der 1960er Jahre war intellektuell elitär, mit hohen Anforderungen und einem Abschluss, der auf dem Arbeitsmarkt echten Wert hatte. Heute ist es umgekehrt: Es gibt Abschlüsse, deren Inhalt dem damaligen Abitur entspricht, und ein Überangebot, das den Wert des Diploms mindert.

Daten, die von Befürwortern dieser These angeführt werden, deuten darauf hin, dass etwa die Hälfte der Frauen mit akademischem Abschluss vor 1970 ihren studierten Beruf ausübte. Heute liegt dieser Wert laut Eurostat bei 30%, wobei Spanien das zweitgrößte Land in Europa mit arbeitslosen Akademikern ist. Die vollständige Aufschlüsselung mit ihren methodischen Nuancen würde einen eigenen Artikel füllen.

Gewalt gegen Frauen und das Kodex des „Ehrenmordes“

Hier wird es ernst. Unter dem Franquismus existierte Gewalt gegen Frauen nicht als öffentliches Problem. Es gab stattdessen Verbrechen aus Leidenschaft, die in der Boulevardpresse relegiert wurden: Das Opfer erschien entweder als Heilige oder als Schuldige, niemals als Opfer, und beim Täter suchte man mildernde Umstände im Text eines Liedes. Das Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt kam erst Jahrzehnte später, in der Demokratie.

Dieser zeitliche Abstand wird von einigen genutzt, um das Thema zu verharmlosen. Hier kommt die Politik der Erinnerung ins Spiel: Manche argumentieren, dass die übermäßige Diskussion über Franco der aktuellen Regierung zugutekommt, weil sie das Spielfeld dorthin verlagert, wo es für diese interessant ist. Das kann stimmen. Ebenso stimmt, dass das Schweigen zum Thema aus wahltaktischen Gründen eine seltsame Form der Achtung gegenüber den Opfern ist.



Bleibt eine Frage, die niemand klärt: Wenn es keine Großmütter mehr gibt, die erzählen können, wer legt dann die Zahl von 13% auf den Tisch?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (338 Antworten).

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