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Italien plant 26-prozentige Exit-Steuer auf unversteuerte Gewinne bei Wegzug
Italien schlägt eine Exit-Steuer von 26 % auf nicht realisierte Kapitalgewinne für Vermögen über 800.000 Euro vor, die das Land ab 2027 verlassen.
Italien würde 26 % der unverkauften Gewinne von jedem kassieren, der auszieht
Stellen Sie sich vor, Sie bauen seit einem Jahrzehnt Indexfonds auf, haben nie etwas verkauft und beschließen eines Tages auszuwandern. Bisher wurde dieses Geld erst besteuert, wenn Sie es in Bargeld umwandelten. Der italienische Haushaltsentwurf will die Regel ändern: eine Exit-Steuer von **26 % auf nicht realisierte Kapitalgewinne** für alle, die das Land ab **2027** verlassen. Artikel 17 des neuen Haushalts setzt die Schwelle bei **800.000 Euro** in relevanten Vermögenswerten fest und verlangt, dass man in mindestens **sechs der letzten zehn Jahre** Steuerresident in Italien war. Der Vorschlag geistert seit dem Herbst 2025 durch Wirtschaftsmedien und soziale Netzwerke, und eine einzige Schlagzeile genügte, damit halb das Internet nervös sein Nettovermögen prüft.
Was genau ist eine Exit-Steuer auf unrealisierte Gewinne?
Der Mechanismus ist leicht zu beschreiben und schwer zu verdauen. Besteuert wird nicht, was man besitzt, sondern was man verdient hätte, wenn man verkauft hätte. Ein Gründer mit gestiegenen Firmenanteilen, ein Anleger, dessen Portfolio sich verdreifacht hat, oder ein Privatmann mit einer vor zwanzig Jahren gekauften Wohnung geraten ins Visier, ohne einen Euro angerührt zu haben. Die offizielle Logik: verhindern, dass jemand wartet, bis er den Steuerwohnsitz wechselt, um den Gewinn in einem Niedrigsteuerland zu realisieren.
Die Rechnung, die in den detailliertesten Analysen kursiert, ist aussagekräftig: Ein Sparer mit **600.000 Euro** in Indexfonds, die heute **1,5 Millionen** wert sind, hat **900.000 Euro** an nicht realisierten Gewinnen angehäuft. Zieht er in eine Niedrigsteuer-Jurisdiktion, verkauft dort und kehrt zurück, bliebe die italienische Rechnung bei null. Mit der neuen Steuer ist dieser Schachzug nicht mehr gratis. Die Frage ist, wie viele das wirklich tun und wie viele einfach wegen Arbeit, Familie oder Klima umziehen.
Der frühere Köder: die Flat Tax für ausländische Millionäre
Wer ein steuerliches Gedächtnis hat, sieht die Paradoxie sofort. Italien verkauft seit Jahren das Gegenteil: ein Regime mit **Flat Tax auf ausländische Einkünfte** für Multimillionäre, die ihren Wohnsitz ins Land verlegen. Erst der Köder, jetzt das Netz. Manche lesen darin eine bewusste Abfolge —Kapital anlocken, konsolidieren und dann den Ausweg verriegeln—, andere sehen darin schlicht administrative Ungeschicklichkeit eines Staates, der dringend Einnahmen braucht.
Der makroökonomische Kontext der Diskussion ist ein wachsender Steuerdruck in mehreren europäischen Ländern auf hohe Vermögen und Kapitaleinkünfte. Die härteste Lesart: Staaten wollen nicht, dass «die Substanz abwandert», dass also die Bemessungsgrundlage entwischt. Die wohlwollendere weist darauf hin, dass die Schwelle von 800.000 Euro den üblichen Millionär gar nicht erfasst: In vielen Gegenden Italiens ist dieses Vermögen das eines Berufstätigen mit abbezahlter Wohnung und Altersvorsorge.
Wen trifft die Schwelle von 800.000 Euro wirklich?
Hier beginnt die eigentliche Debatte. Die Zahl klingt hoch, bis man alles zusammenrechnet: Wohnung, Fonds, Altersvorsorge, Anteil an einem Startup. **800.000 Euro Vermögen** machen Sie nicht zum Oligarchen; sie machen Sie zu jemandem mit abbezahlter Wohnung in Mailand und etwas Erspartem. Das Etikett «Superreich» passt für dieses Profil nicht, und ein Großteil der Reaktionen zielt genau darauf: Die Steuer trifft den gehobenen Mittelstand und Gründer mit illiquiden Anteilen, nicht das Großkapital, das mit Beratern zwischen Jurisdiktionen die Figuren zieht.
Für den Unternehmer mit Aktien eines nicht börsennotierten Unternehmens wird es kompliziert: Er kann ein hohes Buchvermögen und null Liquidität haben, um die 26 % zu zahlen. Das ist der Punkt, der am häufigsten genannt und am seltensten beantwortet wird.
Die Alternativen, die diskutiert werden: Gold, Bitcoin und Auswandern
Die spontane Antwort des Durchschnittssparers war die übliche: **Goldbarren kaufen** und das Kreuz schlagen. Eine andere, digitalere Fraktion ist sich sicher: drei Buchstaben, **BTC**, und die Exit-Steuer kann zum Teufel gehen. Die Logik: ein selbst verwahrtes Asset, das mit seinem Besitzer umzieht, ohne den Notar.
Beides löst das Kernproblem nicht. Die Steuer trifft unrealisierte Gewinne auf relevante Vermögenswerte, und der Besitz von Krypto ist für eine Behörde, die bereits Daten abgleicht, nicht unsichtbar. Die Flucht in Steueroasen verlangt tatsächlichen Wohnsitz, keine Mietepisode, und Doppelbesteuerungsabkommen haben Kleingedrucktes.
Bleibt die verstörende Zahl: Die Steuer tritt erst **2027** in Kraft und muss noch das Parlament durchlaufen. Es gibt also Spielraum zum Planen, Verkaufen, Ausziehen — oder dafür, dass die Norm auf dem Weg verwässert wird. Was sich nicht ändert, ist das Signal: Das Land, das Sie mit einer Flat Tax empfing, berechnet Ihnen jetzt das Gehen. Mit dieser Botschaft ist die steuerliche Treue der kommenden Jahre offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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