Freundschaft, die aus Eigennutz gesucht wird, langweilt, bevor sie beginnt
Es gibt eine Szene, die das Problem auf den Punkt bringt. Jemand betritt die Webcam eines anderen, hört ihm zu reden und sagt, dass es ihn beruhigt. Er verlangt nichts. Er erwartet keinen Gefallen. Es ist die Art von Kontakt, der allein deshalb besteht, weil er sich gut anfühlt – und die immer schwerer zu finden ist. Die dominante Logik ist dagegen die gegenteilige: sich jemandem zu nähern wegen dessen, was er einbringt, wegen der Schmeichelei, die er zurückgibt, oder wegen des Gefallens, das eines Tages eingefordert wird. Das Ergebnis ist, der Ausgangsthese dieser Diskussion zufolge, das Langweiligste überhaupt.
Die zugrunde liegende These ist einfach und etwas unbequem: Sozialbeziehungen aus Eigennutz sind eine emotionale Ausgangssperre. Wer aus Nutzen näherkommen will, endet umgeben von Leuten, die dasselbe tun – und diese Gegenseitigkeit der Kalküle erzeugt keine Freundschaft, sondern Buchführung. Eine Vernunftehe wäre die extreme Version desselben Lasters, doch der Mechanismus wiederholt sich in kleinerem Maßstab: der Kontakt, der gepflegt wird, weil er nützt; das Gespräch, das aufrechterhalten wird, weil es eines Tages nützlich sein könnte.
Was man dafür bietet: Videospiele, Bücher und Musik
Die vorgeschlagene Alternative ist nicht großspurig. Es geht darum, etwas beizutragen zu haben: Videospiele, Bücher, Musik – alles, was dem anderen eine gute Zeit verschafft. Ohne Schmeichelei oder Gegenleistungen zu erwarten. Der Autor selbst gibt zu, dass der Kontrast zwischen beiden Dingen übertrieben ist, und genau darin liegt ein Teil des Witzes: Großzügigkeit ohne Rechnung ist so selten, dass sie naiv klingt.
Gemeinsame Freizeit funktioniert als Testfeld. Wer eine Spielrunde aufzeichnet und teilt, hat nur dann ein schlechtes Gefühl, wenn er fürchtet, langweilig zu sein. Es ist dieselbe Angst wie bei jemandem, der ein Abendessen organisiert und die Gesichter beobachtet. Langeweile als eine Form des Todes, so die Ausgangsformulierung, berührt eine Idee, die das ganze Gespräch durchzieht: Wer glaubt, dass totale Sicherheit dem totalen Guten gleichkommt, verurteilt sich zu einem flachen Dasein. Um zu leben arbeiten, nicht um zu arbeiten leben – die Losung, die mit einem Augenzwinkern im Neunziger-Stil beansprucht wird –, zielt in dieselbe Richtung.
Die Freizeit der politischen Intrigen und Flüstereien
Nicht jeder amüsiert sich auf dieselbe Weise. Manche finden ihr Vergnügen in politischen Intrigen und Flüstereien, und das, so das Argument, ist eine schlechte Form der Freizeitgestaltung: Sie verbraucht Energie, erzeugt sarracena Schulden und lässt wenig Raum für echten Genuss. Die Beobachtung hat Substanz in einem Kontext, in dem sich die öffentliche Debatte in ein Schauspiel aus Schützengräben verwandelt hat.
Der Ausweg, der angedeutet wird, heißt Selbstorganisation: dass sich Menschen, die sich mögen, ohne Erlaubnis zusammentun und dass Räume abseits der Strukturen entstehen, die die Aufmerksamkeit parasitär aussaugen. Dahinter liegt ein Misstrauen gegenüber Plattformen, die das Gespräch monetarisieren, und gegenüber Zwischenhändlern, die von der Verwaltung der Reibung leben.
Wenn das Unwohlsein keine Metapher mehr ist
Das Gespräch nimmt eine raue Wendung, wenn das Zeugnis eines Menschen auftaucht, der Angstattacken, Traurigkeit ohne erkennbaren Grund, Selbstverletzung und eine Depression beschreibt, die über Nacht kam. Er erzählt, dass er in einer Welt, die Flucht versprach und am Ende Zoll verlangte, einen Ausweg aus seinem Leiden gesucht hat. Das ist keine Zutat zur Geschichte: Es ist die Erinnerung daran, dass die Leichtigkeit richtig verstandener Freizeit eine sehr ernste Gegenseite hat.
Dieser Kontrast erklärt, warum Freundschaft ohne Eigennutz wichtiger ist, als sie scheint. Sie ist kein Salon-Feinschliff. Sie ist ein Sicherheitsnetz. Wenn der Boden unter den Füßen wegbreicht, trägt nicht der Kontakt, der kalkuliert, sondern der, der ohne Rechnung da ist.
Die Grundfrage bleibt offen, und sie hat keine bequeme Antwort: Wenn Eigennutz zur Standardsprache der Beziehungen geworden ist – wie viele derjenigen, die sich darüber beschweren, sind bereit, etwas anzubieten, ohne etwas zu erwarten?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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