Investieren in Georgien: Aufenthalt ab 100.000 € unter russischem Druck

Georgien bietet Aufenthaltsgenehmigungen ab 100.000 € und steuerfreie Zonen, birgt aber Risiken durch Russland und Abchasien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Investieren in Georgien: Aufenthalt ab 100.000 € unter russischem Druck
Georgien: Aufenthalt ab 100.000 Euro und ein Land im Aufbau

Kann man in einem Land mit zwei abtrünnigen Regionen und einem Nachbarn investieren, der gerade die Flüge gestrichen hat? Zehn Tage in Georgien lassen die Antwort offen und bringen Zahlen auf den Tisch: Aufenthaltserlaubnis durch Immobilieninvestition ab 100.000 Euro, europäische Flaggen an öffentlichen Gebäuden und eine historische Altstadt in Trümmern. Das Land erklärt sich enthusiastisch proeuropäisch. Vor Ort bietet es etwas Prosaischeres: Steueranreize, Neubau überall und das zugegebenermaßen ungeschminkte Gefühl, im Spanien der Achtziger zu sein.

Was kostet die georgische Aufenthaltserlaubnis durch Investition?

Der Schwellenwert ist rund: 100.000 Euro in Immobilieninvestitionen ergeben die Aufenthaltserlaubnis automatisch. Dazu kommt ein steuerliches Angebot, das enthusiastisch beworben wird, und ein Bankensektor, der angeblich keine Steuerdaten mit dem spanischen Finanzamt austauscht und hohe Kartenlimits zulässt. Übersetzt: Ein komfortabler Ort zur Diversifikation von Fonds, mit der offensichtlichen Warnung, dass nicht deklarierte Auslandsvermögen irgendwann innen schmerzen. Für Gesellschaften wird die Freie Industrielle Zone in Tiflis genannt, mit 0 % Steuersatz für neue Unternehmen.

Tourismus und Immobilien: Batumi, Gudauri und die Altstadt von Tiflis

Der sichtbare Motor ist der Tourismus. In Batumi an der Schwarzmeerküste sprießen Apartmentprojekte, die als Ferienimmobilien verkauft werden. Im Kaukasus wird das Skigebiet Gudauri durch Kräne, Gebäude und Werbung aufgepumpt. In Tiflis liegt die historische Altstadt in Schutt und Asche, was für geduldige Investoren Gastgewerbe mit Marge bedeutet. Ein Detail, das kaum jemand beachtet: Da der Fahrzeugpark noch nicht europäisch ist, baut niemand mit Blick auf Garagen. Eine Goldgrube, so heißt es, in der Hauptstadt und den Großstädten.

Der geopolitische Bremsklotz: Abchasien, Südossetien und der russische Hahn

Hier beginnen die Risse. Russland unterstützt die Separatisten in Abchasien und Südossetien, Gebiete, die kaum ein Land anerkennt. Moskau hat alle Flüge nach Georgien gestrichen, und der russische Tourismus war gewichtig: Laut kursierenden Berechnungen waren drei von vier Millionen Touristen Russen. Gleichzeitig kauft Russland weiter georgischen Wein und Mineralwasser, und im Kaukasus sieht man russische Sommerurlauber. Die Südgrenze ist freundlicher: Armenien teilt Religion und Sympathie; mit der Türkei gibt es keine offensichtlichen Konflikte, ihre Bürger urlauben in Batumi; mit Aserbaidschan, einem muslimischen Land, das mit Armenien wegen einer anderen Region verfeindet ist, gibt es ebenfalls keine Reibereien. Dieses Gleichgewicht ist die gesamte Stabilität.

Hat Georgien einen Industriesektor, der die Investition rechtfertigt?

Der härteste Einwand ist aus dem Lehrbuch: Es wird nur in Tourismus, Strand und Dienstleistungen investiert, und ohne Industrie fehlt das Fundament für Wachstum. Die Gegenreaktion kommt mit Hausnummern: Die Automobilindustrie trägt in Spanien 11 % zum BIP und drei Millionen Arbeitsplätze bei, macht das Land aber nicht zu einer intakten Industriegroßmacht. Georgien spielt seit dem Handelsabkommen mit der EU 2014 in einer anderen Liga: finanziell und technologisch, sagen mittelfristige Beobachter. Auf der dunklen Seite warnen vor Korruption, der Notwendigkeit eines lokalen Partners und rechtlichen Garantien, die nicht denen Frankfurts entsprechen. Wer in osteuropäischen EU-Ländern investiert hat, kennt das Drehbuch.



Zusammenfassend: Ein Land, das in die Union will, für Aufenthalt kassiert und keine Garagen baut. Einig ist man sich nur darin, dass alles noch zu tun ist. Uneins wird es beim Kalkulieren, wie lange es dauert, die 100.000 Euro zu verlieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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