Aktienmarkt: 80 % der Anleger verlieren Geld

Studien zeigen, dass 80 % der Privatanleger Geld verlieren, während Broker unabhängig vom Erfolg Gebühren kassieren. Ein Blick auf Risiken und Strategien in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aktienmarkt: 80 % der Anleger verlieren Geld
Aktienmarkt: 80 % der Anleger verlieren Geld

Die Diskussion beginnt mit einer schmerzhaften Bilanz: Verluste von Juni letzten Jahres bis Januar, als die Börse nicht aufhörte zu fallen, und die wenigen Gewinne wurden vom Broker durch Gebühren aufgefressen. Hinzu kommen Fälle von Personen, die fast 70.000 Euro ihrer Ersparnisse verloren, Nachbarn, die in Vorzugsaktien (Partizipaciones Preferentes) feststeckten, und Bekannte, die ihre ganze Familie in ein Briefmarkengeschäft zogen und am Ende ruiniert waren. Der Verdacht im Hintergrund ist, dass das System darauf ausgelegt ist, naiv Hineinschlüpfende auszunehmen. Die schwebende Zahl: Nur 5 % derer, die einsteigen, verdienen Geld, und werden keineswegs reich.

Der Simulator als Spiegel der Realität

Die erste Antwort bestätigt das Muster: Monate des Simulierens führen zur gleichen Schlussfolgerung, dass man den Schritt nicht wagt, weil man sieht, dass man verlieren wird. Dem gegenüber steht die Stimme dessen, der damit prahlt, sich mit zwei gut geplanten Transaktionen pro Monat eine goldene Nase zu verdienen, und die Warnung, dass dies dem Sportwetten allzu ähnlich sieht. Das Misstrauen gegenüber Gurus ist sofort da: Die einzigen, die an der Börse verdienen, sind jene, die Kurse und Bücher darüber verkaufen, wie man durch Investieren reich wird.

Die Gewinner: Fonds, Dividenden und Geduld

Manche halten seit Mitte 2017 Positionen mit +10 % Rendite und schreiben dies den Fonds zu, nicht den Einzelaktien. Ein anderer Fall: Amazon und PayPal stiegen um 100 %, während Iberdrola und Inditex hinterherhinkten, unter der Bedingung, Geld zu investieren, das man nicht braucht, und es zu vergessen. Die Langzeitstrategie wird mit konkreten Namen verteidigt: Netflix, Amazon, PayPal, gekauft nach einem Monat täglicher Analyse. Die Gegenreaktion kommt schnell: Langfristig im IBEX 35 anzulegen überzeugt nicht, schon gar nicht die Rede von Zinseszins und Dividenden über Jahrzehnte.

Die gescheiterte Strategie: Aena, Amadeus und der Stop-Loss

Die ehrlichste Erzählung stammt von jemandem, der in Unternehmen mit Aufwärtstrend der letzten Jahre investiert. Aena funktionierte, bis es begann zu fallen, und die Zahlen wurden negativ, als die Stop-Loss-Marken sprangen. Amadeus gefiel wegen der Branche, aber der Rückgang des IBEX seit letztem Sommer änderte alles. Die gezogene Schlussfolgerung ist, dass die Strategie schlecht und simpel war und dass der Indexrückgang die Treffer auffraß.

Konsens der Experten: Indexieren und nichts tun

Der am häufigsten wiederholte Vorschlag ist der globale Indexfonds: Amundi MSCI World oder Vanguard Global Stock Fund, mit Gebühren um 0,3 %, angelegt in die 1.700 größten Unternehmen der entwickelten Welt. Perfekte Diversifikation, um sich nicht den Skandalen von Payetes oder Botines oder den Betrugsfällen von Gowex oder Pescanova auszusetzen. Emerging Markets hinzuzufügen ist optional. Regelmäßige Einzahlungen, mehr bei Korrekturen. Ein indexierter Anleger bestätigt durchschnittlich 5–6 % jährlich.

Die unbestrittene Warnung: 20 Millionen Profis

Das unbequemste Argument betrifft die 20 Millionen Profis und Hunderte von Robotern, die handeln: Es bleibt wenig Spielraum für das Lamm unter hungrigen Wölfen. Ein Bekannter mit Wirtschaftswissen, der täglich Foren und Artikel als Hobby las, verdiente etwa 5.000 Euro über zwei Jahre, verlor aber etwas mehr bei ein paar Trades, sobald er nachlässig wurde. Die Endbilanz: etwa 1.000 Euro Verlust. Die Schlussfolgerung lautet: Entweder man ist ein Experte oder man spielt besser nicht.

Die 80 % Verlierer und die Nuance des Tradings

Die Zahl der 80 % Anleger, die verlieren, erscheint mit dem Zusatz, dass dies gesetzlich unten auf den Webseiten der Broker stehen muss. Die Nuance kommt sofort: Das bezieht sich auf Trading, was nicht dasselbe ist wie Investieren. In Spanien mag dies auch für Investoren gelten, weil hier oft über teure und schlechte Bankfonds investiert wird.

Buffett, Dividenden und das Verkaufsproblem

Langfristiges Investieren wird mit dem Beispiel eines Cobalt-Bergbauunternehmens verteidigt, das im Minus liegt, weil man wie Warren Buffett denkt und nicht verkauft, um keinen Verlust zu realisieren, bereit, zehn Jahre zu warten. Der Gegenfall ist jemand, der Santander-Aktien, gekauft zwischen 3,92 und 4,30 Euro, verkaufte, einen Nettogewinn von ca. 1.500 Euro nach Abzug von 19 % Steuer an die Hacienda (spanische Finanzverwaltung) erzielte, aber weitere 1.000 Euro netto verpasste, weil er vor dem Endspurt verkaufte. Die Sarracena: Wir sind nie zufrieden, weder wenn wir verlieren noch wenn wir gewinnen, weil wir aufgehört haben zu verdienen.

Zyklen heilen alles, aber manche bleiben hängen

Die Erfahrung von jemandem, der im Jahr 2000 begann und sah, wie seine drei Portfolios 2008 um mehr als 50 % fielen, endet nach sieben Jahren Stillstand mit Gewinnen beim Verkauf. Alles sind Zyklen, und es reicht, kein Geld in ein Unternehmen zu stecken, das wahrscheinlich pleitegeht. Die Kehrseite ist jemand, der Telefónica zu 8,10 kaufte und sich erinnert, dass sie 2010 bei 19,80 stand, bevor sie 2014 auf 7,43 abstürzte: Wer zu diesen Preisen feststeckt, steigt im Leben vielleicht nie wieder aus.

Das Broker-Geschäft und die folgende Steuer

Die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung ist, dass der Broker immer gewinnt, egal ob es gut oder schlecht läuft, und dann die Hacienda über 20 % fordert. Mit Kartellen der Banken bei Zinsen und 0 % auf Einlagen bleibt keine andere Wahl, als einen Teil des Geldes an die Börse zu bringen. Die Börse ist Erfahrung, aber auch Glück, und man sollte den Stop-Loss-Analysten nicht glauben. Wer 1.000 Euro brutto jährlich an Dividenden verdient, ist klar: Solange die Fundamentaldaten nicht schlecht sind, ist es egal, wenn der Kurs in die Hölle fällt, denn es ist die Gelegenheit, Qualität zu kaufen und nie zu verkaufen.



Die Diskussion endet mit derselben Spannung wie am Anfang: Die Verlierer sprechen von Betrug, die Gewinner von Geduld, und die Kursverkäufer reiben sich die Hände. Der genaue Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät, ist die Grenze zwischen Investieren und Spekulieren, die niemand definiert, ohne auf jene herabzublicken, die Fehler machen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (91 Antworten).

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