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ING Direct: Niederländischer Fonds deckt 36.000 Euro ab
Ein Barclays-Mitarbeiter warnt vor fehlender spanischer Garantie. Teilweise wahr: Der niederländische Fonds deckt bis zu 36.000 Euro ab, mehr als der…
Niederländischer Fonds deckt bei ING 36.000 Euro ab, nicht 20.000
Ein Mitarbeiter einer Barclays-Filiale warnt einen Kunden, dass Gehaltseingänge bei ING Direct „nicht von der Banco de España abgesichert“ seien. Als Geste der „Sicherheit“ formuliert, ist diese Aussage technisch korrekt, aber praktisch unvollständig. ING operiert in Spanien als Zweigniederlassung einer niederländischen Bank, und ihre Einlagen fallen unter den Schutz des niederländischen Einlagensicherungsfonds, nicht des spanischen. Die eigentliche Frage lautet: Wie hoch ist dieser Schutz und was verschweigt der Mitarbeiter dabei?
Die anschließende Diskussion in einem Anlegerforum entlarvt die halbe Wahrheit. Nach Berechnungen im Thread garantiert der niederländische Fonds 100 % der ersten 20.000 Euro und 90 % der nächsten 20.000, was die tatsächliche Deckung auf 36.000 Euro pro Kontoinhaber erhöht. Der spanische lag damals bei 20.000 Euro. Die Warnung von Barclays schützte den Kunden also nicht, sondern drängte ihn zu geringerer Deckung.
Was genau deckt der niederländische Garantiefonds ab?
Die Berechnung ist entscheidend. Bei 20.000 Euro Einlage beträgt die Deckung 100 %. Bei 21.000 Euro ist die erste Stufe vollständig gedeckt, von der zweiten nur 90 %, was 20.900 Euro geschütztes Kapital ergibt. Ab 40.000 Euro liegt die Obergrenze bei 36.000 Euro. Diese Zahl, in mehreren Beiträgen wiederholt, korrigiert die Annahme, die niederländische Absicherung sei schlechter als die spanische.
Das technische Detail, das der Mitarbeiter ausließ, ist, dass ING nicht außerhalb der Aufsicht steht. Sie operiert als Zweigniederlassung eines niederländischen Instituts, und die Banco de España behält gesetzliche Befugnisse zur Intervention. Der Unterschied liegt nicht in der Überwachung, sondern darin, welcher Staatshaushalt im Fall einer Insolvenz haftet.
Das Wettbewerbsargument: „Vorsicht vor ING“
Diese Szene wiederholt sich bei verschiedenen Instituten. Mitarbeiter von Ibercaja, Caja España, Banesto, Caja Madrid und Santander sollen Kunden gewarnt haben, ING stehe kurz vor dem Zusammenbruch oder die Kündigung sei eine Odyssee. Bei CAM wurde der Vergleich mit der Kündigung eines Internetvertrags gezogen. Diese Taktik ist nicht neu: Man nennt sie Akquise durch Angst.
Manche behaupten, diese Warnungen entstünden nicht aus finanzieller Analyse, sondern aus kommerziellem Druck. ING selbst hat den Bargeldüberweisungsauftrag populär gemacht, was den Transfer von Gehältern und Ersparnissen zwischen Banken verbilligte. Die Konkurrenz weiß das.
INGs Solvenz: Verluste, Rettung und Rückzahlung
Die Daten der Gruppe zeigen keinen unantastbaren Bankriesen. Zwischen Januar und September 2009 häufte ING Verluste von 223 Millionen Euro an, nachdem sie im dritten Quartal 499 Millionen verdient hatte, verglichen mit 478 Millionen Verlust im gleichen Quartal 2008. Das Loch stammte aus dem ersten Quartal und vor allem aus der Versicherungssparte.
Der niederländische Staat spritzte Kapital durch Aktienkauf, nicht durch Schuldengarantie. Dieser juristische Unterschied trennt das niederländische vom spanischen Modell: In den Niederlanden wird der Staat zum Aktionär mit Risiko; in Spanien bürgt er für eine halbpleite Bank. Aktionäre werden bei einer Liquidation zuletzt bezahlt, was die Operation für den Staatshaushalt riskanter macht.
ING zahlte später 10 Milliarden Euro an den niederländischen Staat zurück und kündigte den Verkauf des Versicherungsgeschäfts an, um die Solvenz zu stärken. Nach verfügbaren Daten hielt die Banksarte besser stand als die Versicherungssparte.
Das Risiko, das kein Fonds deckt: Ausstieg aus dem Euro
Die Deckung von 36.000 Euro schützt vor Insolvenz. Sie schützt nicht vor politischen Entscheidungen. Würde Spanien den Euro verlassen, könnten Ersparnisse bei einer niederländischen Institution in die neue Währung konvertiert oder in Euro gehalten werden, und kein Garantiefonds löst dieses Unbekannte. Die ehrliche Antwort ist, dass es niemand weiß, bevor es passiert.
Die vorherrschende Strategie ist Diversifikation: Verteilung des Geldes auf mehrere Institute und Länder. Dies reduziert das Gegenpartei-Risiko, nicht das systemische Risiko. Wenn das gesamte System schwankt, wird der Schirm eines nationalen Fonds, ob niederländisch oder spanisch, zu klein.
Wird ING von der Banco de España gestützt?
Nein. ING Direct Spanien ist eine Zweigniederlassung einer niederländischen Gruppe, und ihre Einlagen sind durch den niederländischen Einlagensicherungsfonds gedeckt. Die Banco de España behält Aufsichts- und Interventionskompetenz, ist aber nicht der Garantiesträger für Einlagen.
Die praktische Konsequenz ist, dass ING-Kunden im Vergleich zu Kunden einer spanischen Bank keine Deckung verlieren: Sie gewinnen sie, zumindest im Bereich von 20.000 bis 36.000 Euro. Die Warnung von Barclays, als Schutz dargestellt, ist eine halbe Wahrheit, die die wichtige Hälfte verschleiert. Wie viele Kunden haben wegen einer Warnung die Bank gewechselt, die ihnen tatsächlich weniger Schutz bot?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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