Indexfonds oder Robo-Advisor: Die wahren Kosten des Investierens

Vanguard-Indexfonds kosten 0,18 % jährlich, Robo-Advisors 0,7–0,8 %. Über 20 Jahre entscheidet diese Differenz über die Rendite.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Indexfonds oder Robo-Advisor: Die wahren Kosten des Investierens
Indexfonds oder Robo-Advisor: Die Gebühr, die die Rendite frisst

Mit 7.000 Euro zu investieren und monatlich kleine Beträge nachzulegen scheint einfach, bis die erste Entscheidung ansteht: Bezahlt man jemanden für das Management oder macht man es selbst? Der Unterschied zwischen diesen Wegen ist nicht geringfügig. Ein direkt abgeschlossener Vanguard-Indexfonds kostet etwa 0,18 % pro Jahr, während ein Robo-Advisor je nach Daten der Diskussionsteilnehmer zwischen 0,7 % und 0,8 % liegt. Auf dem Papier ein halber Prozentpunkt. Über zwei Jahrzehnte zusammengesetzt ist dies Geld, das nie zurückkommt.

Die Diskussion beginnt mit einem unerfahrenen Anleger, der zwischen dem Robo-Advisor von Openbank und zwei Amundi-Fonds, World und S&P 500, schwankt. Die erhaltene Antwort ordnet die Prioritäten neu: Vor dem Produkt kommt der Anbieter. Für Robo-Advisors ist Indexa besser als Openbank; für Fonds ist Vanguard bei MyInvestor besser als Amundi anderswo. Das genannte Argument ist arithmetisch, nicht ideologisch.

Was kostet ein Robo-Advisor wirklich im Vergleich zum Selbstmanagement?

Das wiederkehrende Argument ist Bequemlichkeit. Ein Robo-Advisor wählt Prozentsätze aus, rebalanciert und führt Transaktionen aus, ohne dass der Kunde eingreifen muss. Diese Faulheit hat ihren Preis: Die Gebührenspanne dieser Plattformen liegt bei rund 0,7–0,8 % gegenüber den 0,18 % eines globalen Vanguard-Fonds, den man selbst verwaltet, laut den in der Debatte geteilten Berechnungen. Und es gibt ein Detail, das oft vergessen wird: Die Gesamtkostenquote (TER) wird nicht auf einmal gezahlt, sondern täglich vom Rücknahmepreis abgezogen. 0,18 % über 365 Tage, jeden Tag, für immer.

Einige behaupten, dass der Robo-Advisor für Unerfahrene ein Sicherheitsnetz ist, das klassische Fehler verhindert: Euphorisches Kaufen und panisches Verkaufen. Die andere Lesart ist weniger freundlich. Wenn Rebalancing an einem Nachmittag gelernt werden kann und Fonds online in zwei Tagen abgeschlossen sind, wofür zahlt man dann genau?

Warum Vanguard und nicht Amundi?

Laut den Teilnehmern lässt sich der Vergleich der Fondsgesellschaften mit einer Zahl lösen: Die TER von Vanguard ist bei gleichwertigen Produkten doppelt so effizient wie die von Amundi. Die Nachbildung des Indexes ist meist etwas enger, und bei MyInvestor gibt es keinen Mindestanlagebetrag. Wer mehr als 100.000 Euro in Amundi bei Openbank hat, steht vor einer unangenehmen Entscheidung: Das Portfolio verschieben, um einige Basispunkte herauszuholen, oder aus Bequemlichkeit bleiben. Die gegebene Antwort lautet, dass diese Basispunkte langfristig schwerer wiegen als sie scheinen.

Zudem ist der Wechsel zwischen Fonds steuerfrei. Man kann den Vertrieb wechseln, ohne das spanische Finanzamt (Hacienda) zu belasten, solange es ein Wechsel und keine Rücknahme ist. Hier liegt die Falle für Anfänger: Verkauf, um Geld zu verschieben, löst die Steuerrechnung aus; Wechsel nicht.

Sicherheit des Geldes: Was passiert, wenn Ihre Bank pleitegeht?

Zweifel an MyInvestor und seiner Muttergesellschaft Andbank durchziehen einen großen Teil der Unterhaltung. Die technische Antwort beruhigt: Fonds stehen nicht in der Bilanz der Bank, sie liegen bei einer separaten Verwahrstelle, und der spanische Einlagensicherungsfonds deckt bis zu 100.000 Euro pro Inhaber für Konten, nicht für Fonds. Wenn die Bank fällt, sind die Fonds noch da. Gefährdet ist das Bargeld, nicht die Investition.

Eine erwähnte Nuance: Wenn zwei Fonds fusionieren, wie es bei Vanguard geschah, muss man vor der Frist wechseln, sonst wird der Wechsel zum Verkauf und geht durch das Finanzamt. Wer die E-Mail des Vertreibers nicht liest, erlebt eine böse Überraschung.

ETFs: Die Alternative, die fast niemand braucht

iShares tritt mit Gebühren von 0,12 % auf, unter Vanguard. Der Trick ist kein Trick: Es sind ETFs, sie werden wie Aktien gekauft, zahlen Gebühren pro Transaktion und sind nicht wechselbar. Bei kleinen monatlichen Einzahlungen fressen die Kaufgebühren den Vorteil auf. Bei einem großen Einmalbetrag können sie sich lohnen. Die empfohlene Faustregel: Wenn Sie 150 Euro pro Monat einzahlen wollen, ist der ETF nicht Ihr Produkt.



Die aufdrängende Schlussfolgerung ist für die Branche unbequem: Passive Verwaltung hat die Komplexität verlagert, nicht beseitigt. Früher musste man zwischen Apple und Johnson & Johnson wählen; heute muss man zwischen Indexa und MyInvestor, zwischen Vanguard und Amundi, zwischen Wechseln oder Verkaufen wählen. Die Prognose, mit Vorbehalten: In einigen Jahren wird der günstige Robo-Advisor das Eingangstor sein und das Selbstportfolio aus zwei oder drei Fonds das Ziel. Niemand garantiert, dass der Mittelweg kostenlos ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (98 Antworten).

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