Russische Aktien im Krieg kaufen: Jagd auf Schnäppchen

Sberbank fällt um 70 % und Novatek um 68 %: Investoren suchen nach Schnäppchen bei russischen Aktien, während Broker den Zugang sperren und die Angst vor Konfiszierung wächst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russische Aktien im Krieg kaufen: Jagd auf Schnäppchen
Rabattierte russische Aktien: Die Wette, die Investoren spaltet

Während die Moskauer Börse einbricht und die Sanktionen verschärft werden, fragt sich ein Teil der Investorengemeinschaft, ob die Panik ein Kauffenster für strategische russische Unternehmen geöffnet hat. Der Ausgangspunkt ist ein doppeltes Zweifel: Welcher russische Vermögenswert kann sich ohne Turbulenzen erholen, wenn der Sturm vorüber ist, und lohnt es sich, auf den VIX zu wetten, solange die Indizes keine Anzeichen von Beruhigung zeigen? Die häufigste Antwort ist kein Ticker, sondern eine Warnung: In einem Blockkonflikt birgt das Investieren auf feindlichem Territorium Risiken, die keine technische Analyse berücksichtigt.

Welche russischen Aktien man kaufen kann und zu welchem Preis

Das Kandidatenverzeichnis zeigt ein klares Muster: Öl, Gas, Aluminium, Weizen und Rohstoffe. Lukoil notiert bei 27 Dollar, Gazprom als Dividendenwette, Polymetal, Novatek oder Sberbank sind einige der genannten Namen. Die Logik ist bei einem Einbruch immer dieselbe: Strategische Unternehmen mit Monopol- oder Quasi-Monopolstellung, die weiter produzieren, auch wenn ihre Kurse abstürzen.

Die gehandelten Zahlen beeindrucken. Sberbank hatte einen Rückgang von 70 % akkumuliert, Novatek 68,7 %, PhosAgro 62 % und X5 Retail Group 54,5 %, laut den geteilten Kursdaten. Der Absturz unterscheidet nicht zwischen Banken, Einzelhandel oder Düngemitteln. Für Aggressive ist dies eine Chance; für Vorsichtige das Signal, dass der Markt mehr als nur ein schlechtes Quartal einpreist.

Das praktische Hindernis tritt schnell zutage: Nicht alle Broker erlauben den Handel. DeGiro nahm keine Aufträge mehr für Polymetal und Lukoil an, während andere Plattformen wie Swissquote weiterhin Zugang gewährten. Das Tor verengt sich genau dann, wenn der Preis verlockend wird.

Das Konfiskationsrisiko, das niemand ausschließt

Der schwerwiegendste Einwand ist nicht der Preis, sondern das Eigentum. Wenn die Blöcke aneinandergeraten, garantiert niemand, wer was konfisziert. Es wird über die Einfrierung von Konten und Immobilien russischer und belarussischer Oligarchen spekuliert, obwohl Zweifel bestehen, dass Vermögenswerte wie terroristisches Eigentum versteigert werden. Die zugrunde liegende Sorge ist eine andere: Dass Privatanleger Aktien halten, die eines Tages wertvoll sind und am nächsten Tag weder verkauft noch abgerechnet werden können.

Angesichts dieser Angst weisen manche darauf hin, dass die Moskauer Börse standhält, weil reiche Russen Rabatte nutzen, während Ausländer aus Panik verkaufen. Dies ist eine Hypothese, keine verifizierte Datenbasis, erklärt aber, warum das Handelsvolumen nicht vollständig zusammenbricht.

VIX, Bitcoin und der Rest des Marktes

Außerhalb Russlands dreht sich die Diskussion um den VIX als Vehikel für Volatilitätswetten und Bitcoin als Schutz oder Falle. Die bärische These zur Kryptowährung stützt sich auf ihre Korrelation mit dem Aktienmarkt: Wenn die Indizes weiter fallen, fällt Bitcoin mit ihnen. Die Gegenansicht erinnert daran, dass Russland Kryptowährungen zur Umgehung von Sanktionen legalisiert hat, was ihnen Nutzung und Volumen geben könnte. Niemand schließt die Debatte ab.

Für die Indizes lautet die meistgeteilte Schlussfolgerung Vorsicht: Besser warten, bis der Konflikt nachlässt. Wer über Liquidität verfügt, spricht davon, „die Spitze“ zu kaufen und Munition für temporäre Einbrüche zurückzuhalten, wie im März 2020 geschehen. Die Idee, die den skeptischen Konsens zusammenfasst: Lieber eine Chance verpassen als stecken bleiben, während gute Zeiten vorbeiziehen.

Das Kleingedruckte bei Dividenden und ETFs

Wer keine konkreten Namen möchte, greift zu einem globalen ETF, der Russland und China ausschließt, oder direkt zu einem Indexfonds auf den S&P 500 oder Nasdaq. Diversifikation vermeidet das Problem, das überlebende Unternehmen auszuwählen. Im Portfolio sammeln gemäßigte Anleger russische Dividendenzahler wie Gazprom, Polymetal oder Mobile Telesystems sowie in China Ping An, Tencent oder China Mobile.

Die genaue Berechnung, wie viel man beim Kauf am Tiefpunkt der Panik verdienen kann, mit ihren Erholungsszenarien und Zeiträumen, ist der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät. Niemand weiß, wie lange das Durcheinander anhält oder welche russischen Vermögenswerte am Ende noch handelbar sein werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (98 Antworten).

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