US-Bonds bei 5,16 % und hoher Dieselpreis lösen Alarm aus
Herbst 2026. Der Markt für US-Staatsanleihen verhält sich nicht mehr wie ein normaler Markt, sondern fungiert als Fieberthermometer der Panik. Die Rendite des zehnjährigen Bonds ist auf 5,16 % geschossen (+99 Basispunkte seit Jahresbeginn), der dreißigjährige notiert bei 5,348 % und der zweijährige ist um 138 Basispunkte gestiegen. Klartext: Jemand verkauft US-Schulden in großen Mengen und niemand scheint bereit zu sein, den Preis für die Finanzierung des US-Finanzministeriums (Treasury) zu begrenzen. Das Standbild ist hässlich; der Film noch schlimmer.
Zehnjähriger Bond bei 5,16 %: Der Verkauf von US-Schulden schreckt nicht mehr ab
In der beobachteten Handelswoche stiegen italienische zehnjährige Anleihen um 8 Basispunkte auf 4,51 %, griechische auf 4,38 %, spanische auf 4,08 % und der deutsche Bund auf 3,60 %. Ganz Europa verspannt sich gleichzeitig. Der dreimonatige US-Bond hielt sich bei 4,068 %, aber die lange Kurve schreit das, was die kurzen Laufzeiten verschleiern.
Der Präsident der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat so viel eingeräumt, wie man kann, ohne es direkt zu sagen: Wenn die Kerninflation nicht wieder auf 2 % sinkt, müssen die Zinsen erhöht werden. Kurzlaufende Anleihen wurden daraufhin stark verkauft. Der ICE BofA MOVE Index für die Volatilität von Staatsanleihen schnellte innerhalb einer Woche um 29,69 % nach oben, der stärkste Anstieg seit April.
Diesel ist das Rückgrat, nicht Rohöl
Während die halbe Welt auf den Ölpreis schaut, liegt der echte Engpass eine Stufe tiefer. 80 % des US-Frachtvolumens nach Gewicht, ein großer Teil des Welthandels über See, die Landwirtschaft und der Bergbau sind vom Diesel abhängig. Im Jahr 2025 exportierten die USA 1,26 Millionen Barrel pro Tag, das entspricht 15,4 % der weltweiten Exporte; zusammen mit Russland decken sie fast ein Viertel des Gesamtvolumens ab.
In der Diskussion wird angeführt, dass die Zerstörung von Raffinerien in Russland und dem Nahen Osten durch die Kriege in der Ukraine und im Iran die übrigen globalen Kapazitäten überlastet hat, die ihre Wartungsstopps verlängern, um die Produktion nicht ganz einzustellen. Die paradoxe Frage lautet: Wenn der Preis steigt, warum wird dann ein Exportverbot erwogen, statt das gesamte teure Überangebot zu verkaufen? Eine Raffinerie steht nicht still, wenn sie das Barrel zum besten Preis absetzen kann. Der Bloomberg-Rohstoffindex erreichte ein Dreimonatshoch.
Warum importiert China 1.000 Tonnen Gold?
Die andere stille Bewegung betrifft das Metall. China gab 158,8 Milliarden Dollar für 886 Tonnen Gold im Jahr 2025 aus und hat dieses Jahr bereits 1.000 importierte Tonnen überschritten, zusätzlich zu 384 Tonnen eigener Förderung. Die Volksbank von China verlagert Reserven von London nach Hongkong. Laut Bloomberg beschreiben anonyme Beamte einen langfristigen Trend zur Repatriierung.
Gold macht nun 27 % der globalen Reserven aus, vor den 22 % in US-Treasury-Anleihen und den 15 % in Euro. Basel III hat Gold als Tier-1-Vermögenswert eingestuft. Und die US-Reserven werden weiterhin seit 1973 mit 42,22 Dollar pro Unze bilanziert: Eine Neubewertung zum Marktpreis würde laut Expertenangaben 1,13 Billionen Dollar zur Bilanz hinzufügen. In der Woche, in der Finanzminister Bessent eine Verdopplung der Rückkäufe von Anleihen ankündigte, stieg Gold um 4,2 % und Silber um 5,7 %.
Die versteckte Schuldenlast der Tech-Konzerne: 1,65 Billionen
Eine weitere tickende Zeitbombe. Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle haben versteckte Schulden in Höhe von 1,65 Billionen Dollar angehäuft, achtmal mehr als vor vier Jahren, laut ihren eigenen Finanzberichten. Die großen Tech-Konzerne haben Restwertgarantien in Höhe von bis zu 300 Milliarden Dollar ausgegeben, um Rechenzentren und KI-Chips zu finanzieren, wobei diese Exposition kaum in der Bilanz erscheint. Manche argumentieren, dass japanische Banken diesen Investitionen ausgesetzt sind und der Yen keine Erholung zeigt. Chinesische KI, mit DeepSeek, das nur einen Bruchteil eines Cents pro Million Tokens berechnet, drückt die Preise nach unten.
Trump und die tägliche Manipulation der Märkte
Und im Zentrum all dessen steht ein Präsident, der in seiner letzten Pressekonferenz ununterbrochen über die Börse sprach. Die Zahlen des verarbeitenden Gewerbes, die überprüft werden, sprechen nicht für ihn: von 8,47 % im Jahr 2017 auf 7,92 % im Juni 2026, mit einem Nettoverlust von 95.000 Arbeitsplätzen zwischen 2025 und 2026 trotz der Zölle. Es gibt Stimmen, die behaupten, Trump monetarisiere seine Fähigkeit, den Markt zu bewegen, indem er seine Nachrichten in sozialen Medien im Voraus an Investoren für 100.000 Dollar pro Monat verkauft.
Das Ende ist nicht in Sicht. US-Schulden werden weiterhin zu Konditionen platziert, die vor zwei Jahren undenkbar waren, der Dieselpreis sinkt nicht, Gold steigt weiter und die Federal Reserve räumt ein, dass sie die Zinsen möglicherweise stärker erhöhen muss. Mit diesen Vorzeichen – manche sehen den zehnjährigen Bond schon bei 6 % – wirkt dies nicht mehr wie eine Übertreibung. Darüber spricht jedoch niemand in den Pressekonferenzen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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