IBEX 35 Oktober 2011: Griechischer Schuldenschnitt und ungeklärter Tiefpunkt

Im Oktober 2011 stieg der IBEX 35, während Griechenland einen Schuldenschnitt von bis zu 60 % drohte und Fitch sechs Banken herabstufte. Der Index-Tiefpunkt wurde nie bestätigt.

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IBEX 35 Oktober 2011: Griechischer Schuldenschnitt und ungeklärter Tiefpunkt
Oktober 2011: Der IBEX kämpft um den Tiefpunkt angesichts des griechischen Schuldenschnitts

Der Oktober 2011 war der Monat, in dem der IBEX 35 stieg, obwohl ein hochrangiger Vertreter der Partei von Angela Merkel ankündigte, dass Griechenland pleite sei. Die Paradoxie hat eine Erklärung: Der Markt hatte das Schlimmste bereits seit Monaten eingepreist, und bei maximaler Angst diente selbst eine schlechte Nachricht als Auslöser für eine Erholung. Der Index startete den Monat mit einer Verteidigung der 8.650 Punkte und beendete ihn mit Diskussionen darüber, ob er die 8.920 halten könne, wobei Bankia neu im Leitindex aufgenommen wurde und Fitch das Rating von sechs spanischen Banken senkte.

Der griechische Schuldenschnitt, den der Markt als sicher ansah

Das Szenario war kein gewöhnlicher Zahlungsausfall: Der Schnitt der griechischen Schulden wurde zwischen 50% und 60% diskutiert. Michael Fuchs, deutscher Abgeordneter und Präsident des Mittelstandsverbands seines Landes, sprach es unverblümt aus. Die Athener Börse reagierte mit einem Einbruch von 4,51%, und einzelne Institute verloren bis zu 20% in einer einzigen Sitzung, was die erwarteten Verluste vorwegnahm.

Die vorherrschende Lesart war, dass der Schock bereits im Preis enthalten war. Man sagte, man würde ihn in Panikpapier und viel Theater verpacken: Abgesehen vom anfänglichen Schreck war der Schuldenschnitt ein bekanntes Geschenk und eine günstige Gelegenheit, mittelfristige Tiefpunkte zu markieren. Gegen diese These sprach ein unbequemes Argument: Wenn der Schuldenschnitt 50% übersteigt, ist die europäische Bankenbranche nicht darauf vorbereitet. Zwei Monate reichen dafür nicht aus, auch wenn jemand dies vorhergesehen hätte.

Die 8.920 Punkte: Der Widerstand, den niemand durchbrach

Die technische Landkarte des Monats änderte sich fast täglich. Die Zone 8.400-8.650 wurde als Kaufbereich identifiziert, solange die 8.920 nicht überschritten wurden, ein Niveau, von dem aus der Index mehrmals nach unten drehte. Nach Überschreiten dieser Marke lag das Ziel darin, die 9.000 mit Garantie anzugreifen; das ambitioniertere Szenario sprach von einer Rally bis zu 9.700.

Die Banken setzten ihre eigenen Obergrenzen: 6,40 Euro bei BBVA und 6,11 bei Santander. Parallel dazu wurden Umkehrformationen bei Werten wie Repsol, Iberdrola und Telefónica aktiviert, alle in Form eines inversen Kopf-Schulter-Musters, einschließlich Pull-back. Wenn die Banken mitgezogen hätten, wäre das Signal als endgültig betrachtet worden. Sie zogen nicht vollständig mit.

Auf der anderen Seite des Atlantiks war der S&P 500 der Schiedsrichter, der darum kämpfte, über 1.230 zu schließen, und der die 1.210 zu einem Widerstand gemacht hatte, der durch die beiden Tageshochs definiert war. Wenn der amerikanische Index fiel, hatte der IBEX keinen Spielraum, seinen Stand zu halten. Und wenn der VIX seine zweiwöchige Kompression verließ, schossen die Stop-Losses massenhaft raus.

Ausländische Dividenden, Finanzamt und der CFD-Umweg

Das Geld wurde nicht nur im Chart umgesetzt. Mehrere Teilnehmer mit langfristigen Portfolios stritten mit der Besteuerung internationaler Dividenden, insbesondere deutscher. Die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung: In der Woche vor der Ausschüttung verkaufen und danach zurückkaufen, da die Quellensteuer vom Aktienkurs abgezogen wird und der Fiskus unterwegs einen Teil behält.

Manche berichteten, dass sie beim Finanzamt in Valencia ein Formular aus Urzeiten erhalten hatten, in dem die Dividenden noch in deutschen Mark gezählt wurden. Andere wiesen auf Umwege hin: Differenzkontrakte (CFDs) ermöglichen es, die Dividende zu kassieren, indem nur die Kursgewinne besteuert werden, sofern man die tägliche Abrechnung als versteckten Kosten akzeptiert. Die einzige klare Regel ist, dass das Finanzamt kassiert, bevor der Aktionär das Geld sieht.

Die Falle der Hebelwirkung: Ruin in einer Woche

Das brutalste Ereignis des Monats betraf ein Konto, das in nur sieben Tagen ausgehöhlt wurde. Ein unerfahrener Anleger, der Short-Positionen in FCC, Telecinco und Gamesa hielt, erlitt erhebliche Verluste und gestand, praktisch ruiniert zu sein. Die kollektive Antwort war hart und hilfreich: Das Problem war nicht der Markt, sondern die Positionsgröße.

Drei Fehler wiederholten sich in der Diagnose. Unentschlossenheit bei der Festlegung des Einstiegs- und Ausstiegskurses; unverhältnismäßige Hebelwirkung, mit Verlusten von 2.000 Euro am ersten Tag; und Rückkehr zum selben Wert in die entgegengesetzte Richtung zur Wiederherstellung. Die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung war die des Motorradfahrers: Man muss so schnell wie möglich wieder auf das Motorrad steigen, denn wenn der Schlag die nächste Operation beeinflusst, entscheidet die Angst bereits für dich.

Hinzu kam der Verdacht, dass der Broker einen Vorteil hat. Jemand schloss eine Short-Position im DAX mit einem Stop bei 6.144 und sah, wie eine große Kerze bis 6.158 seinen Befehl auslöschte, während andere Charts diese Bewegung nicht verzeichneten. Fünfzig Euro Verlust, ja, aber der Zweifel daran, wer die Preise festlegt, wenn der Broker Market Maker ist, blieb bestehen.

Warum stieg der IBEX trotz negativer Nachrichten?

Weil der Markt nicht auf Nachrichten steigt, sondern auf Erwartungen. Die klarste Diagnose des Monats deutete darauf hin, dass der gesunde Menschenverstand von 2009 – Ersparnisse in Shorts zu stecken, weil die Börse nur weiter fallen konnte – der schlechteste Fahrplan überhaupt war. Was zählt, ist der Chart; der Rest, einschließlich Informationsrauschen, kann als konträres Sentiment genutzt werden.

Daraus entstand die Theorie des Verzweiflungseinbruchs: Man muss die Shorts komplett auspressen, ihr Geld behalten, und erst wenn die Mehrheit aufgibt, erscheint der echte Kuchen. Es wurde auch das Fehlen dessen bemerkt, was sie Löwen nannten: Ohne sichtbare große Käufer lösten sich die Sitzungen bei geringem Volumen, Zweifeln und völligem Richtungslosigkeit auf.

Löwen, Gazellen und die Savannen-Jargon

Das Trading jener Zeit wurde mit zoologischen Metaphern erzählt: Große institutionelle Anleger waren Löwen, und Kleinanleger, die spät einstiegen und zum schlechtesten Zeitpunkt ausstiegen, waren Gazellen. In diesem Kontext wurde die Abwesenheit von Gazellen innerhalb des Marktes als Signal für einen langfristigen Tiefpunkt interpretiert. Niemand weiß, wer übrig bleibt, wenn alle gehen.

Zwischen den Sitzungen tauchte eine Subkultur des eigenen Schreibtisches auf: Konfigurationen mit sechs Bildschirmen, die an eine einzige Grafikkarte angeschlossen waren, Stahlböcke zur Monitorbefestigung und Sitzungen, die dauerten, bis der amerikanische Markt schloss. Jemand kündigte ohne weitere Begründung einen Rückgang von 3% für den nächsten Tag an. Andere archivierten Bilder des neu zusammengebauten Teams wie Trophäen.

Dieses Material fiel mit einer allgemeinen Ermüdung gegenüber dem Finanzprodukt zusammen. Eine wiederholte Idee fasste es zusammen: Die Börse hat ihren wirtschaftlichen Kern so sehr verloren, dass man entweder täglich die Kurse beobachtet oder besser ganz vergisst. Die Volatilität, hieß es, zerstört die Henne, die die goldenen Eier legt.

Der Kontext, der nicht in den Charts stand

Während der IBEX um die 8.900 kämpfte, markierte Sony 24-Jahres-Tiefpunkte und Arcelor bewegte sich mit einer Beta von 1,08, also volatiler als der Index aufgrund seiner zyklischen Natur. Die Korrelation mit dem EUR/USD-Paar wurde ohne Einigkeit diskutiert: Für einige erklärte sie fast alles; für andere war sie nur eine Variable in einem Markt, der den USA folgt.

Auch Bankia debütierte scherzhaft im Leitindex, und der Ölpreis belastete das Szenario einer amerikanischen Rezession. Alles addierte sich, und alles zeigte je nach Wochentag in entgegengesetzte Richtungen.



Der letzte Datenpunkt des Monats ist auch der beredteste: Während der S&P mit 1.230 flirtete und der IBEX unter 8.920 feststeckte, bestätigte niemand den Tiefpunkt. Manche hielten ihn mit Pull-back für bestätigt; andere warnten vor der möglichen Bullenfalle. Der Index blieb dort, wo die Debatte blieb: im Zweifel. Was, wenn der Boden nur eine Pause vor dem nächsten Abwärtsimpuls war?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4022 Antworten).

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