Ibex 35: Juli 2013 gefangen zwischen 7.500 und 8.000 Punkten

Der spanische Leitindex Ibex 35 stagnierte im Juli 2013 in einer engen Spanne, während das Schatzamt (Tesoro) mehr als doppelt so viele Anleihen emittierte wie im Vorjahr.

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Ibex 35: Juli 2013 gefangen zwischen 7.500 und 8.000 Punkten
Der Ibex 35 verharrte im Juli 2013 festgefahren zwischen 7.500 und 8.000

Der Ibex 35 stürzte im Juli 2013 nicht ab, aber er legte auch nicht zu. Er bewegte sich in einer engen Spanne von nur 500 Punkten und bestrafte sowohl überoptimistische Long-Positionen als auch spekulative Short-Wetten gleichermaßen. In einem trendlosen Markt verdiente nicht derjenige Geld, der die Richtung richtig erraten hatte – denn niemand kannte sie sicher –, sondern wer den nächsten Ausschlag vorhersehen konnte. Der Index kam gerade aus dem Verlust der Marke von 8.000 Punkten und diskutierte vier Wochen lang, ob dies ein Boden oder die letzte Station vor dem Abgrund war.

Das ist die Momentaufnahme des Monats: Ein Markt ohne Kompass, bei dem die US-Indizes laut Foren-Nutzern historische Höchststände markierten, während der spanische Index froh sein konnte, die 7.500er-Marke nicht zu durchbrechen. Und eine Zahl fasst fast alles zusammen: die Staatsanleihe-Emissionen des Tesoro (spanisches Schatzamt).

Eine Spanne von 500 Punkten: Weder 8.000 noch 7.500

Der Juli begann mit dem Ibex knapp unter 8.000, nachdem er die runde Marke verloren hatte und mit 7.930 flirtete. Die vorherrschende Meinung war, dass diese Zone als Boden für die Seitwärtsbewegung dienen würde, von wo aus man mit engem Stop-Loss long gehen könnte. Das geschah nicht.

Die Portugal-Krise dominierte einen großen Teil des Monats. Eine viel zitierte Analyse schrieb der Lage in Portugal die letzten 80 Punkte des Abwärtstrends zu, was den Index theoretisch von seiner ursprünglichen Konfiguration ablenkte. Das Quartal startete mit diesem „kleinen schwarzen Schwan“, der die Bildschirme rot färbte.

Die technische Analyse half kaum weiter. Langfristiger Trend? Bärenmarkt. Mittelfristig? Seitwärts. Kurzfristig? Wieder Bärenmarkt. Mit diesem Ausgangspunkt bestand der einzige echte Konsens darin, dass der Markt eine Falle stellte. Die Referenzniveaus – Boden um 7.570, begrenzte Erholungen bis 7.954–7.970, klare Verkaufszone über 8.600 – zeichneten einen so engen Korridor, dass Bewegung darin Reflexe eines Glücksspielers erforderte.

Sacyr, Gamesa und der Krieg der Leerverkäufer

Wenn der Index keine Freude machte, taten es einzelne Werte. Sacyr wurde zum Protagonisten der zweiten Monatshälfte. Der Wert, der oft als leichte Beute für Hedgefonds galt, erholte sich bis auf rund 2,95 Euro, nachdem er im Bereich von 2,77 gehandelt wurde. Manche kauften bei 2,77, andere warteten auf die Schließung der Kurslücke, wieder andere kauften bei 2,83, während sie zuschauten, wie der Preis ihnen binnen Minuten davonlief.

Die eigentliche Debatte war eine andere: Wie sehr können Kleinanleger große Fonds unter Druck setzen? Eine Strömung argumentierte, dass eine Handvoll Retail-Trader einen Fonds beim Rückkauf nervös machen kann, da der Erwerb von 10 % des Kapitals langsam und teuer ist. Die Gegenposition war ebenso klar: Fünf Personen bewegen keinen Wert; es braucht Monate und Millionen. Das Beispiel, das die Diskussion beendete – oder anheizte – war Volkswagen und sein historischer Short Squeeze, bei dem Leerverkäufer gefangen waren und zu jedem Preis kaufen mussten.

Und dann war da noch Gamesa, das sich vom Euro-Bereich bis auf rund 4,50 Euro erholte, mit einer Rallye, die niemand als „echt“ bezeichnen wollte. Auch FCC verzeichnete über Nacht ein +13%. Die Versorger wurden am härtesten getroffen: REE fiel um 7,88% in einer einzigen Sitzung. Wenn kein Trend herrscht, belohnt und bestraft der Aktienmarkt fast zufällig.



Die Schuldenlast, die die Erholung nicht deckt

Während sich der Ibex seitwärts bewegte, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die öffentlichen Finanzen. Die Zahlen waren unbequem: Die vom Tesoro im ersten Halbjahr 2013 emittierte Nettoverschuldung stieg um 29.104 Millionen Euro. Die Emissionen erreichten 50.955 Millionen, verglichen mit 21.851 Millionen im gleichen Zeitraum 2012. Übersetzt: In sechs Monaten wurde mehr als das Doppelte des Vorjahresvolumens ausgegeben.

Die Schlussfolgerung war bitter. Das Land stützte sich auf Staatsverschuldung, und einige warnten seit Jahren, dass diese Schulden praktisch untragbar seien. Das System funktionierte weiter, weil niemand – Gläubiger eingeschlossen – Interesse daran hatte, dass es kollabierte. Dass Spanien in diesem Tempo Anleihen platzierte, während der Ibex nicht aufkam, war für viele der Beweis, dass der Markt keine Erholung einpreiste, sondern bloßes Überleben.

Ein oft wiederholtes Detail betraf Unternehmen, die sich nur durch Refinanzierung über Wasser halten. Stark verschuldete Firmen, die nicht mehr an den Kapitalmarkt zurückkehren können, Bilanzen, die nur aufgehen, wenn die Kreditlinie offen bleibt. Ein Satz schwebte über dem ganzen Monat: Staatsanleihen sind uneinbringlich, außer die politische Klasse wechselt abrupt. Also: Nein.



Wall Street auf Rekordhoch, Spanien blickt in den Rückspiegel

Während Europa mit der Risikoprämie kämpfte, erreichte Wall Street laut Foren-Nutzern historische Höchststände. Und der Ibex schielte neidisch hinüber. Die meistzitierte These war einfach und zynisch zugleich: Wenn der S&P 500 hält, hält die EU; wenn der S&P dreht, spürt Spanien es zuerst. „Ohne die Amis sind die Deutschen nichts“, fasste eine der häufigsten Analysen des Monats zusammen.

Diese Abhängigkeit hatte ihre eigene Strategie. Wenn der US-Markt kippte, war die Flucht nach Deutschland geplant, nicht nach Spanien. Schutzsuche genau dort, woher der Rest getrieben wird. In einem Monat, in dem der Ibex kein Signal gab, wurde der Blick auf den S&P zum besten verfügbaren Indikator.

Manche glaubten zudem, die Amerikaner würden sich erholen. Sie würden alles tun, auch wenn sie dabei halb die Welt opfern. Mit dieser Gewissheit richteten sich die Augen auf einen Bildschirm, der nicht in Madrid stand.



Der Zugunfall von Santiago stoppt die Börsendebatte

Es gibt einen Punkt, an dem die Unterhaltung aufhört, eine Börsendiskussion zu sein. Im Juli 2013 unterbrach der Eisenbahnunfall von Santiago de Compostela die Debatte abrupt. Die Diskussion wandte sich den Sicherheitssystemen der Strecke zu: Im Unfallbereich war das ERTMS aktiv, das europäische System, das Geschwindigkeitsüberschreitungen verhindert, sondern das konventionelle ASFA, das nur an bestimmten Punkten eingreift und den Lokführer zur Bestätigung auffordert.

Plötzlich sprach niemand mehr über Shorts oder Gamesa. Kondolenzbekundungen und Empörung folgten, sowie die unbequeme Frage, die immer wieder gestellt wurde: Was kostet ein Sicherheitssystem und was kostet ein Leben? Vergleiche mit dem Metro-Unfall in Valencia Jahre zuvor und mit öffentlichen Ausgaben für Prestigebauten versus fehlende Investitionen in Sicherheit tauchten mehrfach auf. Niemand hatte Lust, weiter auf Charts zu starren.



Wie man handelt, wenn der Markt keinen Trend hat

In einem solchen Markt bestand die Strategie nicht darin, eine Seite zu wählen, sondern Risikomanagement. Die nützlichsten Ratschläge des Monats sagten nicht, was man kaufen soll, sondern wie man Pleiten vermeidet. Der Stop-Loss am Einstiegspunkt und das Nachziehen dieses Stops bei steigenden Preisen waren die Goldene Regel: Einstieg, Ausstiegskurs festlegen und diesen sofort erhöhen, sobald die Position läuft. Die Kernbotschaft war klar: Das kann jederzeit in die Hose gehen, und wer das nicht akzeptiert, sollte nicht handeln.

Manche verteidigten komplexere Instrumente für breite Range-Märkte, wie Spreads, bei denen man gleichzeitig auf zwei Niveaus setzt. Andere gaben öffentlich zu, Fehler gemacht zu haben. Eine Selbstkritik listete drei auf: Iberdrola bei 5 gekauft trotz hoher Verschuldung, die Liquidität von Pescanova unterschätzt und die Bilanz eines dritten Werts falsch gelesen. Lernen durch Prügel, vor aller Augen.

Auch eine Lektion blieb: Wenn der Markt nach oben drückt, ohne jemanden zu überzeugen, positionieren sich oft Große in großen Mengen. Sobald der Preis fällt, verkaufen Kleinanleger aus Angst; steigt er, kaufen sie aus Gier. Zwischen diesen Impulsen nehmen die Großen das auf, was die Nervösen abwerfen.



Ein Monat, der die Range offen ließ

Mit dem Boden bei 7.500 und dem Deckel nahe 8.000 hinterließ der Ibex im Juli 2013 ein unbehagliches Gefühl. US-Indizes stiegen, spanische Schulden wuchsen, und hier mittendrin teilten sich wenige Trader eine erbärmliche 500-Punkte-Spanne. Die Frage, was der Ibex macht, wenn die Wirtschaft auf der Intensivstation liegt und die Schulden auf Rekordkurs sind, hatte auf keinem Bildschirm eine Antwort.

Leerverkäufer behaupteten, der Crash stehe noch bevor. Bullen sagten, der Boden sei erreicht und die Erholung beginne. Die Daten des Monats unterstützten beide Thesen. Hält der US-Trend, bricht der Ibex nach oben aus; dreht er, ist Spanien der erste Verlierer. Die Wette im Juli hing letztlich nicht vom Ibex ab, sondern vom S&P und einer Risikoprämie, die niemand ganz loswurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5202 Antworten).

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