Ibex-35 fällt im Mai 2013: Bären übernehmen die Kontrolle

Der Ibex-35 schloss den Mai 2013 bei rund 8.200 Punkten, nachdem der S&P 500 wichtige Unterstützungen durchbrach.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mai 2013: Der Ibex gibt nach und die Bären übernehmen das Ruder

Am letzten Freitag im Mai 2013, als der Spotmarkt bereits geschlossen war, brachen die Futures auf den S&P 500 die Unterstützung von 1.648 «wie Butter». Dort hatten sie zweimal abgeprallt. Beim dritten Versuch fiel sie, und in derselben Sitzung gaben auch 1.635 und 1.630 nach, mit dem nächsten Zielbereich bei 1.622-1.624. Der Ibex 35, der im Laufe des Monats mit den 8.500 geliebäugelt hatte, verabschiedete sich in Richtung 8.200. Die Long-Positionen schauten nervös auf die Uhr. Die Short-Positionen lächelten endlich.

Der Mai hatte nicht so begonnen. Er startete mit Fußball – Real Madrid scheiterte in Europa –, Witzen darüber, wer den Monat eröffnete, und dem Gefühl, geerbt aus April, dass der spanische Aktienmarkt eine verdächtige Ruhe ausstrahlte. Die Risikoprämie sank, die Banken waren «nicht mehr so schlecht» und seit Wochen sprach niemand mehr über eine Rettung. Genau deshalb misstraute die Hälfte des Raums: Wenn die Erzählung bequem wird, braut sich etwas zusammen.

Der Monat, der mit Fußball und guten Nachrichten begann

Die vorherrschende Diagnose zu Beginn des Mais war eine gezügelte Euphorie. Der Ibex stieg seit Monaten von 6.000 an, mit einer Erholung von diesem Tiefpunkt und einer anschließenden Seitwärtsphase. Die Banken notierten besser, und wer den Chart des Index betrachtete, sah das Übliche: eine engere Range, bis jemand beschließt, sie zu brechen. Die Bewertungen des Monats waren jedoch unterschiedlich. Gegen die Idee, dass gute Neuigkeiten bereits eingepreist seien, argumentierten andere genau das Gegenteil: Dass «gute Kommentare zum Markt» oft mit Hochs einhergehen, nicht mit Starts.

Der erste Teil der Sitzung am 6. Mai diente als Fieberthermometer. Man sprach über Apple und dessen Verlust des Vorsprungs – «keine bahnbrechenden Gadgets, das Geschäft wird commoditized» –, über die Niveaus des S&P bei 510 und über Small Caps, die sich innerhalb von Minuten bewegten. In Spanien sorgten Telekommunikationswerte und Versorger für Lärm.

Die Niveaus, die alle beobachteten: 8.350, 8.500 und die 1.660 des S&P

Die technische Analyse dominierte das Gespräch. Zwei Zonen tauchten immer wieder auf: der S&P 500 und seine 1.660 Punkte sowie der Ibex mit seiner Mauer bei 8.350. Die Lesart war einfach. Über 8.350 hatte der Index freie Bahn zu neuen Höchstständen. Darunter öffnete sich ein Korridor zu 8.200 und, wenn es «lustig» wurde, bis zu 8.120.

Mitte Mai sammelten sich widersprüchliche Signale. Kaufkörbe schienen sich um 8.300 zu füllen, und wer auf das Volumen achtete, sah institutionelle Aktivität. Bis zum 20. Mai hingegen wurde ein Rückgang von 18 Punkten bei -800 Kontrakten als «wenig Zugkraft» interpretiert: ein Schütteln, kein Trendwechsel. Das Dilemma blieb bestehen. Entweder neue Hochs oder ein Bull-Failure und ein Spaziergang zu 8.120. Keine der beiden Optionen wurde damals abgeschlossen.

Wie Börsenverluste besteuert werden: Rechner und Finanzamt (Hacienda)

Während der Markt angespannt war, ging ein Großteil des Monats in einer weniger spektakulären, aber nützlicheren Diskussion drauf: Was passiert mit Verlusten bei der Steuererklärung? Das zirkulierende Fazit besagte, dass kurzfristige Verluste bis zu 10% der allgemeinen Bemessungsgrundlage verrechnet werden können und der restliche negative Saldo auf die vier folgenden Jahre vorgetragen wird.

Hier trat das echte Unbehagen zutage. Wer 2012 Verluste und 2013 Gewinne hatte, stellte fest, dass diese nicht immer vollständig verrechnet wurden, und die wiederholte Schlussfolgerung lautete: Die Besteuerung von Investitionen in Spanien ist stets gegen den Kleinanleger gerichtet. Ein Teilnehmer berechnete, dass es profitabler sei, das Broker-Konto zu schließen, als die Hypothek weiterzuführen. Die Ironie war nicht unbegründet.

Der Trader, dem man entgegengesetzt folgen sollte

Es gab eine Figur, die den ganzen Monat über präsent war, dutzendfach wegen ihrer unglaublichen Pechsträhne zitiert. Jedes Mal, wenn er Shorts eröffnete, stieg der Markt. Jedes Mal, wenn er Long ging, stürzte er ab. Der wiederkehrende Witz war, dass es eine perfekte inverse Korrelation gab: Es reichte, das Gegenteil von dem zu tun, was er sagte, um recht zu haben. Einige scherzten sogar, sein Konto sei nur Papier und er habe einen gefälschten «Margin Call» erhalten.

Diese Szene fasst den Monat gut zusammen. Wenn sich ein Markt aus Nervosität bewegt, ist das zuverlässigste Signal oft das Gegenteil der Mehrheit. Die Euphorie Anfang Mai und die Panik am 31. sind zwei Seiten derselben Medaille.

Santander, Solarwerte und Penny Stocks: Die Wertekarte

Im Detail verteidigte jeder seinen Standpunkt. Santander war das Barometer der Banken: Wer bei 5,64 verkaufte und bei 5,38 zurückkaufte, prahlte mit einem perfekten Trade, da der Wert von 5,10 kam. US-Solarwerte – Yingli, Renesola, SunPower – galten als Hochspannungs-Wetten, mit klaren Widerständen und der Warnung, dass sie um 15% korrigieren könnten, ohne bullisch zu bleiben. Tubacex und Tubos Reunidos, beide unter 300 Millionen Marktkapitalisierung, wurden anhand der Nettoverschuldung verglichen: etwa 260 Millionen beim ersten, etwa 170 beim zweiten.

Prisa erhielt ein eigenes Kapitel. Mit 670 Millionen Aktien im Umlauf wurde bekannt, dass Morgan Stanley mit 1,4 Millionen Titeln ausgestiegen war und Credit Suisse mit 0,7, während andere «wie Champions» einstiegen. Für einige war dies ein Zeichen, dass sich etwas braute; für andere nur Lärm eines gesunkenen Werts. Am anderen Ende bereiteten kleine Penny Stocks punktuell Freude: Natra und Natraceutical stiegen in einer einzigen Sitzung um 7% bzw. 20%.

Paper Trading vs. echtes Geld: Die Rechnung geht nicht auf

Ein Hintergrundthema des Monats war, wie sehr man sich selbst betrügt, wenn man simuliert handelt. Mit fiktivem Geld kauft man Luxusautos; mit echtem Geld verliert man das Hemd. Die kursierende Erklärung war eindeutig: Der Markt ist kein Hobby, sondern ein Geschäft, und ihn wie eine Wochenendwette zu behandeln, ist der schnellste Weg ins Desaster. Manche Broker bevorzugen es, wenn der Anleger es als Spiel sieht.

Die Debatte drehte sich um das persönliche Management: Wer 40% eines Portfolios von 45.000 Euro in sechs Monaten verloren hatte, erzählte, dass sein größter Erfolg darin bestand, nicht darauf zu beharren, es wieder hereinzuholen. Die Lektion, in verschiedenen Worten wiederholt, war immer dieselbe: Verluste rechtzeitig zu begrenzen, ist der einzige Sieg, den man kontrollieren kann.

Der Einbruch am 31. Mai

Das Monatsende legte die Karten offen. Die S&P-Futures erschütterten zuerst die 1.648, hielten zwei Abpraller stand und fielen schließlich «wie Butter». Auch die 1.635 gingen verloren. Am folgenden Montag erwartete man eine Erholung, die sich nie bestätigte.

So verabschiedete sich der Mai: mit dem Ibex in der Nähe von 8.200, den 7.550 des bearishen Ziels noch weit entfernt und 46.000 Besuchen in einer einzigen Unterhaltung innerhalb einer Woche. Nicht der Absturz war verwirrend. Es war die Feststellung, dass, zwischen all den Vorhersagen, derjenige, der richtig lag, dies fast immer zufällig tat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4860 Antworten).

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