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Gowex-Pleite und IBEX bei 10.500: Spaniens Börsenmonat Juli 2014
Im Juli 2014 notierte der IBEX nahe 10.500 Punkten, während Gowex kollabierte und die Zahl der IBEX-Futures um 60 % über dem Durchschnitt lag.
Der Sommer, in dem der spanische Leitindex blind war
Juli 2014. Der IBEX 35 pendelt um die Marke von 10.500 Punkten; die seit Wochen angekündigte Korrektur bleibt aus. US-Indizes markieren neue Hochs, doch am spanischen Markt fehlt das Volumen. Unter der ruhigen Oberfläche brodeln die Small Caps: Verdächtigungen gegen Gowex, Zweifel an den Kohleunternehmen und misstrauische Blicke auf zuvor steigende Werte. Das Ergebnis ist ein Monat, der mit dem Gefühl endet, dass der Index die Realität im Hintergrund nicht abbildet.
Gowex: 49.000 Aktien für unter 1.000 Euro
Der Schock trifft im Juli. Ein Unternehmen im Mercado Alternativo Bursátil (MAB), dem alternativen spanischen Börsensegment, bricht ein. Forendiskussionen analysieren den konsolidierten Prüfungsbericht von 2013: Fast alle Tochtergesellschaften schreiben Verluste, nur die Muttergewinne 27 Millionen Euro ohne klare Herkunft. Zudem liegen 49 Millionen Euro in Termingeldern, deren Laufzeit und Ort unbekannt sind.
Die Rechnung für Kleinanleger ist hart. Ein Nutzer beschreibt den Absturz: 49.000 Aktien, notariell zum Verkauf angeboten, bringen keine 1.000 Euro ein, zu 0,01 Euro pro Stück plus Notar- und Bankgebühren. Ein anderer berichtet, dass er binnen einer halben Stunde feststellte, dass die Hälfte des Jahresgewinns verdampft war – sein Broker funktionierte korrekt, der Kurs war einfach anders.
Das Beunruhigendste ist die langsame Vorankündigung. Wie im Forum betont wird, waren die Bilanzen öffentlich, die Kundenanzahl sprang von 21 auf 53 Millionen ohne Identifikation, Lieferantenforderungen beliefen sich auf 22 Millionen Euro, und niemand gab Erklärungen ab. Jeder mit etwas Zeit hätte es lesen können.
Kohle und die Liquidität, die zwei Jahre nicht hält
Während Gowex blutet, öffnet sich eine zweite Front bei den börsennotierten Kohleunternehmen. Berechnungen im Forum zufolge würde die Kasse bei Strafen und regulatorischen Mehrkosten aus Washington von 200 bis 400 Millionen Euro nicht länger als zwei Jahre durchhalten – genau bis zur nächsten Wahl. Die Branche ist verschuldet, generiert keinen freien Cashflow, und bei leeren Kassen wäre eine Kapitalerhöhung der natürliche Ausweg. Eine solche Aufstockung bei niedriger Marktkapitalisierung ist laut dieser Analyse das Schlimmste für Bestandsaktionäre.
Ein anderer Nutzer argumentiert, dass das Verschwinden der Kohle oder Preiszwänge dem Fracking-Gas einen Konkurrenten weniger beschert und Margen erweitern könnte. Kein Lehrbuch-Ansatz, aber er erklärt den beharrlichen regulatorischen Druck auf eine ohnehin angeschlagene Branche.
Chart-Krieg: Zwei Narrative für denselben IBEX
Beim technischen Analysen herrscht Uneinigkeit. Ein Trader sieht den Bruch der 10.300-Punkte-Marke als Bestätigung der Korrektur mit Ziel 9.200, da der mehrmonatige Aufwärtstrendkanal gescheitert sei. Ein anderer kontert, dass man eine monatelange Trendlinie nicht sofort bricht, und der Index halte, weil ernsthafte Akteure einen Fall jetzt vermeiden wollen.
Tägliche Niveaus sind 10.650–10.598 als Kontrollpunkt, 10.690 als erstes bullisches Ausbruchsziel und 10.508–10.436 nach unten. Dazwischen warnen Doppeltopps, Schulter-Kopf-Schulter-Muster und Prognosen für September-Abläufe bei 11.566. Jeder malt seinen Chart, und im Nachhinein hat jeder recht.
Verwirrend ist die Derivate-Positionierung: Über 80.000 offene IBEX-Futures-Kontrakte, 60 % über dem üblichen Niveau. Jemand baut eine große Wette auf, so die Einschätzung eines Forumsnutzers, der Parallelen zu 2001 zieht.
Banken, Penny Stocks und das Misstrauen
Unbequem wird die Bilanz im Bankensektor. Ein Nutzer stellt fest, dass die Marktkapitalisierung auf dem Niveau von 2007 liegt, obwohl damals die Gewinne 40 % höher waren, die Kreditausfälle nur ein Sechstel betrugen und keine Abhängigkeit von Staatshilfen, EZB oder Banco de España bestand.
Am anderen Ende des Marktes preisen Small Caps Misstrauen ein. Carbures fällt um 5 %, mit weiteren Enttäuschungen im Quartalsbericht erwartet. Andere Firmen zeigen Wachstumsraten, von denen Großkonzerne träumen, steigen aber nicht, wie im Forum kommentiert wird.
Warum der IBEX im Juli 2014 alle verwirrte?
Die Verwirrung lässt sich auf eine Idee reduzieren: Divergenz. Die USA markieren Hochs, Spanien nicht. Indizes halten stabil, während darunter viele kleine Werte einstürzen.
Der Strom der Skandale (Gowex, Carbures, BES) macht aus einem schwachen Monat eine Serie von Schocks. Innerhalb weniger Tage fallen mehrere gefeierte Namen ins Bodenlose, während der Index flach bleibt. Hier liegt die Falle: Der Index spiegelt nicht wider, was dem durchschnittlichen Anleger passiert.
Ein Nutzer fasst zusammen, dass die Bankenkapitalisierung wie 2007 aussah, aber mit geringeren Gewinnen, und der Markt weiterhin Geschichten belohnte, die keine soliden Bilanzen hatten. Die Gazellen schauten hin und sahen wenig.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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