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Ibex 35 im Oktober 2010: Die Prophezeiung der 700-Punkte-Range
Der spanische Leitindex Ibex 35 schloss den Oktober 2010 mit einer engen Spanne von nur 700 Punkten, weit entfernt vom vorhergesagten Einbruch.
Der Ibex 35, der im Oktober einbrechen sollte: Nur 700 Punkte Range
Am 15. Oktober 2010, dem dritten Freitag des Monats, liefen die Futures auf den Ibex 35 aus, und der Index blieb exakt dort, wo er seit Wochen stand: in einer Range von lediglich 700 Punkten zwischen Hoch und Tief. Die Investorencommunity, die einen Monat lang angekündigt hatte, dass der Oktober einen Crash bringen würde, sah sich getäuscht. Weder Einbruch noch Katastrophe. Ein schläfriger Markt, der sich weigerte, eine Richtung einzuschlagen.
Der Monat begann mit steigenden Futures —+54 Pips bei der Eröffnung— und dem alten Glauben, dass die ersten Tage eines Monats fast immer bullisch sind. Auf diesem Fundament der Erwartungen wurde eine Prophezeiung aufgebaut, die niemand unterschrieb, aber alle beobachteten. Der Ibex 35 tat unterdessen das Übliche: nichts.
Warum sollte der Oktober 2010 «einbrechen»?
Die Bärenthese hatte ihre Logik. Der S&P 500 flirtete seit Monaten mit den 1.180 Punkten, der VIX zeigte keine Paniksignale und das sogenannte Smart Money wies die stärkste Short-Positionierung der letzten fünf Jahre auf. Mit diesen Voraussetzungen erwartete jeder eine ernsthafte Korrektur.
Das Problem ist jedoch, dass Warten und Geschehen zwei verschiedene Dinge sind. Der Index verbrachte 36 Handelstage ohne Ausbruch, gefangen zwischen Supportniveaus, die getestet wurden, und Widerständen, die respektiert blieben. Der Stochastik drehte nach oben, der MACD drohte mit einem bärischen Cross und der Widerstand bei 10.900 hielt. Alles deutete nach Süden. Nichts bewegte sich.
Was das Volumen der Großinvestoren verrät
Die Analyse des Volumens war die Hauptbeschäftigung des Monats. In der ersten Stunde einer der Sitzungen wurden Verkäufe von 300, 285 und 426 Kontrakten im Ibex-Future erkannt. Um 9:06 Uhr, um 9:35 Uhr, um 9:56 Uhr. Danach absolute Stille: Institutionelle Händler platzierten ihre Orders und ließen den Markt im Autopilot-Modus laufen.
An einem anderen Tag markierte eine einzige Kauforder über 700 Kontrakte den Ton von der Glocke an. Dennoch wiederholte sich das Muster: Aktivität konzentriert bei Handelsbeginn und am Nachmittag, mit langen Phasen der Lethargie. Je mehr Volumen, desto klarer das Bild; und das Bild deutete auf fallende Kurse hin.
Gazellen und Löwen: Wie entsteht eine Herdenpanik?
Die Erzählung wiederholt sich mit fast mechanischer Präzision. Die starken Hände verkaufen langsam, wenn der Markt euphorisch ist; die Kleinanleger kaufen den letzten Teil. Wenn der letzte Schub erschöpft ist, dreht der Preis, und die Kleinanleger lösen ihre Positionen gleichzeitig auf. Die Panik besorgt den Rest. Das Ergebnis ist ein Absturz, den niemand ganz entschieden hat, den aber alle nährten.
In diesem Schema ist es ein schlechtes Geschäft, in einen Wert zu gehen, der stark gefallen und billig ist. Die Rechnung hinter der Bärenthese ist einfach: Niemand ist schutzlos, wenn der Verkäufer ruhig agiert. Das Risiko trägt der Käufer, der überzeugt ist, dass der Preis nicht weiter fallen kann.
GAM, Gamesa und die «Pennystocks» im Portfolio
Außerhalb des Leitindex hinterließ der Monat Splitter. GAM fiel ins Bodenlose, ohne dass genau bekannt war, was damit geschehen war, und am Boden entstand der übliche Verdacht: Wenn man sie ruhen lässt, wird sie wieder steigen, mit den alten Akteuren bereits an Bord. Marktlärm, keine Gewissheiten.
Gamesa hingegen lieferte eine dieser Anekdoten, die wehtun. Der Wert führte zeitweise die Gewinne im Ibex und im Stoxx an. Ein Händler legte eine Kauforder bei 4,624. Das Tagesminimum lag bei 4,64. Die Order kam nie zum Zug. Die Familie Sánchez-Ramade ihrerseits erwarb 1% von Iberdrola für über 600 Millionen nahe den historischen Höchstständen des Energieversorgers. Auch Große kaufen hoch.
Fazit: Der Oktober brach nichts
Zum Monatsende passte die Zusammenfassung in eine Zeile: Ein langweiliger und simpler Monat mit einer Range von kaum 700 Pips, ohne dass die so oft angekündigte Breakout-Situation eintrat. Der Einbruch, den manche um die Ecke sahen, blieb aus.
Die verwirrende Tatsache ist chronologischer Natur. In den Vormonaten war der Ibex von 11.350 auf 12.230 gestiegen, ohne dass sich jemand wunderte. Als alle die Korrektur erwarteten, stoppte der Index einfach. Die Prophezeiung scheiterte nicht an einem Übermaß an Fallhöhe, sondern an Langeweile.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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