IBEX 35 im März 2015: Rally ohne Vertrauen

Der IBEX 35 lag bei ca. 11.200 Punkten, während CFD-Warnungen und ArcelorMittal-Verluste den Aufschwung infrage stellten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IBEX 35 im März 2015: Rally ohne Vertrauen
IBEX 35 im März 2015: Rally ohne Vertrauen

Wie weit kann der IBEX 35 steigen, bevor jemand entscheidet, dass es zu viel ist? Anfang März 2015 notierte der spanische Leitindex bei etwa 11.200 Punkten, und die Frage war nicht mehr, ob er steigen würde, sondern wer den Anschluss verpassen würde. Die Stimmung war von gedämpfter Euphorie geprägt; manche sahen in Charts eine „gesunde Korrektur“, wo andere ein Top vermuteten. Im Fokus stand ein fast liturgisches Ziel: die 12.200 Punkte, das 61,8%-Fibonacci-Rücksetz-Niveau, das als unüberwindbare Grenze galt. Ob der Markt dies erreichen würde, war zu diesem Zeitpunkt kaum noch relevant.

Die 11.200 Punkte und die ausbleibende Korrektur

Die ersten Tage des März waren geprägt von der Nervosität dessen, der spät dran ist. Der IBEX 35 kam aus einer Aufwärtsbewegung, und Kauforders wurden auf Niveaus platziert, die viele drei Monate zuvor blind unterschrieben hätten. Long-Positionen wurden bei 11.040 aufgebaut, mit der Überzeugung, dass der Markt den Bären keine Gnade gewähren würde. Und zunächst tat er das auch: Die Support-Level hielten, und jeder Rückgang wurde binnen Minuten aufgekauft.

Das Problem lag in der Struktur der Bewegung. Ein Forumsteilnehmer fasste es präzise zusammen: „Sie lassen ihn nicht auf Supports fallen, auf keinen; wenn man nicht drin ist, gibt es keinen Weg rein, außer man macht einen Kamikaze-Angriff.“ Wer nicht früh gekauft hatte, musste dem Preis hinterherjagen oder zusehen. Ja, Euphorie. Aber eine Euphorie mit geschlossener Tür.

CFDs, Leverage und das Ruinieren der Gazellen

Parallel tauchte die seit Monaten kursierende Warnung wieder auf: Differenzkontrakte (CFDs) sind ein Produkt, das Ihr Haus kosten kann. Die australische Aufsichtsbehörde ASIC hatte schriftlich festgehalten: Wetten mit CFDs sind riskanter als Pferdewetten oder Casino-Spiele, denn im Casino verliert man maximal den Einsatz. Bei gehebelten CFDs nicht.

Das Kleingedruckte, das in Schulungen oft fehlt: Der Broker führt Orders als Principal aus, nicht der Kunde. Man kauft die Bewegung, nicht den Vermögenswert. Und der Spread nagt stillschweigend an jeder Transaktion. Ein Nutzer berichtete, dass er nach einem Monat Handel mit Bitcoin-CFDs nur 160 Euro netto von seinen eingezahlten 600 Euro abheben konnte und wegen „verdächtiger“ Serverabstürze und Stop-Loss-Hunts ging. Ein anderer Veteran beschrieb es als „reinen finanziellen Darwinismus“.

ArcelorMittal und das Messer, das nie aufhört zu fallen

Keine Debatte spaltete so sehr wie die um den Stahlkonzern. Die Zahlen waren stur: 950 Millionen Euro Verlust im Jahr 2014 und 2.226 Millionen im Jahr 2013. Die Aktie fiel seit über sieben Jahren von 64 Euro, ein Absturz von 88 % seit 2008. Die Marktkapitalisierung lag bei rund 15 Milliarden Euro, und das globale Überangebot an Stahl drückte schwer.

Dem gegenüber stand die These des geduldigen Käufers: Ein Unternehmen in Dutzenden Ländern, mit Kostensenkungspotenzial bei Finanzierungskosten und enormem Upside-Potenzial in drei bis fünf Jahren. Die Skeptiker antworteten ebenso kategorisch: Der Kurs hat seit April 2010 die 30-Euro-Marke nicht gesehen, und chinesischer Stahl wartet nicht auf Zölle. Dass das Unternehmen seit der Zollmeldung weitere 12 % fiel, sagt fast alles.

Makrodaten, die nicht unterstützten

Während der Index stieg, war das Umfeld weniger freundlich. In den USA erreichten Aktienrückkäufe 46 Milliarden Dollar pro Monat, ein Volumen, das den Markt eher durch billiges Geld als durch Gewinne stützte. Die Gewinnerwartung je Aktie für Q1 2015 lag auf dem niedrigsten Stand seit 2006. Der Anteil der Shortseller war auf 14% gesunken, ein klassisches Zeichen für Selbstzufriedenheit.

Am Horizont lag ein Datum: der 17. Juni, die Sitzung der US-Notenbank Fed. In Europa parkte man Liquidität in Staatsanleihen mit Renditen, die wie ein Witz wirkten, und einige warnten vor einer Schuldenblase. Der Optimismus war real. Die Gründe dafür waren diskutabler.

Empfehlungen und ihre Rechnung

Bei konkreten Tipps war der Vergleich brutal. Drei Namen, die Monate zuvor empfohlen wurden, schlossen das Quartal so:

  • Santander: +0,61%
  • Iberdrola: +7,65%
  • Ferrovial: +21,74%

Die Schlussfolgerung vieler: Wenn der Index steigt, gewinnt sogar der Dummling, und der Dummling gewinnt manchmal mehr. Andere Werte aus dem üblichen Korb, wie Sacyr, bewegten sich um die 3,90 Euro. Nichts verlangte Genialität. Fast reichte es, dabei zu sein.

Das Quartal endete mit denen, die einen starken Fall und eine „Auslese der Schwachen“ erwarteten, und denen, die ankündigten, dass jetzt das Beste käme. Ersteres bestand darauf, Shorts zu halten; Letzteres, dass der Markt sein letztes Wort noch nicht gesprochen habe. Am Ende dieser Diskussion hatte der IBEX noch nicht entschieden, wem er recht geben sollte. Auch niemand ruinierte sich, indem er wartete, um es zu erfahren. Das ist, mit Hebel, ein Luxus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (761 Antworten).

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