Spanische Steuer-Auktionen: Lagerhalle für 16.000 € trotz hoher Lasten

Wie die Auktionen der spanischen Finanzverwaltung (AEAT) funktionieren und warum Objekte mit hohen Schuldenlasten günstig zu haben sind.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Steuer-Auktionen in Spanien: Lagerhalle mit 650.000 € Lasten für 16.000 € ersteigert

In den Jahren nach dem Platzen der Immobilienblase wurde die Agencia Tributaria (spanische Finanzverwaltung, AEAT) unfreiwillig zum größten Immobilienmarkt des Landes. Zwangsversteigerungen, direkte Zuschläge, Lose ohne Mindestpreis. Wer eine Grundbuchauskunft (nota simple) richtig lesen konnte, kaufte Industriehallen zum Preis eines Gebrauchtwagens. Die Auktionen der Finanzverwaltung waren jahrelang ein Schattenmarkt für Immobilien, ein undurchsichtiges System, in dem die entscheidenden Daten nicht im Angebot, sondern im Grundbuch standen. Heute hat sich dieses Geschäft stark verengt: Alles wird im Staatsanzeiger (BOE) veröffentlicht und die Gewinnmargen sind so gering geworden, dass es schmerzt.

So funktioniert eine Auktion der AEAT intern

Der Mechanismus ist simpel: Die Finanzverwaltung beschlagnahmt ein Objekt wegen unbezahlter Schulden und versteigert es oder vergibt es direkt. Wenn niemand bietet, kann das Los in die direkte Verwaltung übergehen; dort schlägt der Käufer selbst einen Preis vor. Eine Immobilie kann ohne Mindestpreis ausgeschrieben werden; dann entstehen Angebote, die im normalen Markt wie Tippfehler wirken würden.

Das Kleingedruckte ist alles andere. Wer bei einer AEAT-Auktion kauft, übernimmt die vorherigen Belastungen des Objekts, nicht die späteren, die durch den Zuschlag gelöscht werden. Der Schlüssel liegt darin, diese zu unterscheiden, was im Exposé oft unklar bleibt. Hier entbrennen echte Interpretationskriege darüber, welche Hypothek bestehen bleibt und welche beim Notartermin erlischt.

Der Fall, der das Geschäft zusammenfasst: 650.000 € Lasten, 16.000 € Kaufpreis

Ein Beispiel genügt. Ein erfahrener Forennutzer berichtete, dass eine Industriehalle mit einer Belastung von 650.000 Euro, bewertet auf 680.000 Euro, von einer Gemeinde versteigert wurde. Laut seiner Erzählung kaufte er sie im zweiten Termin für etwa 16.000 Euro. Das heißt: Der Preis der Verbindlichkeiten war vierzigmal höher als das tatsächlich gezahlte Entgelt für das Aktivum. Diese Differenz, unmöglich auf einem normalen Immobilienportal, weckte das Interesse an diesem Sektor.

Das Angebot war vielfältig. Derselbe Nutzer behauptete, ein Schmuckstück mit Smaragd und Diamanten, bewertet auf 26.000 Euro, sei vermutlich nicht über dreitausend Euro gestiegen. Ein Kangoo-Transporter, sagte er, könnte für etwa 600 Euro zu haben sein, wenn man Glück hatte. Autos, Büros, Möbel-Lose, Garagen, sogar Transportkarten und Lizenzen. Investitionen ab 200 Euro, bemerkte er, für jeden mit Mut und Nerven.

Was das Exposé nicht zeigt: Besetzer, Lasten und Räumungen

Das Geschäft hat eine Kehrseite, die nicht im Objektblatt steht. Viele Immobilien werden besetzt versteigert, mit Mietverträgen, die in letzter Minute geschlossen wurden, um die Räumung zu verhindern. Manche sagen, die erste Aufgabe sei nicht das Bieten, sondern die physische Inspektion vor Ort, um festzustellen, wer drin wohnt. Eine unbewohnte Immobilie ist ein Geschenk; eine mit Mieter kann länger leer stehen, als die Bank brauchte, um sie zu verlieren.

Hier bricht die Kalkulation. Billig kaufen reicht nicht: Man muss die Zeit der Gerichte, unbezahlte Gemeinschaftskosten und, falls nötig, die rechtlichen und emotionalen Kosten der Räumung hinzurechnen. Ein Nutzer fasste es brutal zusammen: Wer sein Haus durch eine Pfändung verliert, erinnert sich an das Gesicht des letzten, der geklingelt hat, nicht an das des Richters.

Die Wohnung in der Calle Príncipe de Vergara und der Höhepunkt des Interesses

Das Symbol des Phänomens war eine Wohnung in der Calle Príncipe de Vergara in Madrid. Sie wurde zum meistbeobachteten Los, mit gegenseitigen Geboten und Beträgen, die nie bestätigt wurden, sodass bis heute unklar ist, zu welchem Preis sie verkauft wurde. Es war der Beweis, dass der Auktionsmarkt aufgehört hatte, ein Revier für Profis mit Weitblick zu sein.

Mit diesem Startschuss wurde das Bieten zum Sport. Und wie bei jedem Sport gab es bald Amateure, die zu viel zahlten. Ein Nutzer argumentierte, dass eine Ersparnis von 30 % unter Marktwert den Aufwand rechtfertige, während nur 5 % weniger Wahnsinn sei, weil das Risiko den Ertrag nicht decke.

Als der BOE alles veröffentlichte, schrumpfte die Marge

Der große Wandel war die Transparenz. Als die Auktionen vom Mund-zu-Mund-Propaganda weggingen und öffentlich im BOE erschienen, brach der Kreislauf: mehr Bieter, höhere Preise. Addiert man dazu, wie ein Nutzer bemerkte, den Wettbewerb zwischen Schuldners, die durch Verlieren von Kautionen Zeit gewinnen wollen, führt das dazu, dass heute absurde Summen für Dinge geboten werden, die am freien Markt besser verhandelt werden.

Die Paradoxie ist fein. Je mehr die Chance sehen, desto weniger lohnt sie sich. Wer heute Schnäppchen bei einem AEAT-Los sucht, konkurriert mit einer Masse, die keine vorherige von einer nachfolgenden Belastung unterscheidet und manchmal nicht einmal die Grundbuchauskunft liest.

Wo die Analyse ins Stocken gerät

Bei den aktuellen Margen macht eine Auktion nur für sehr spezifische Profile Sinn: Wer Gericht, Beamte und Stadtteil kennt und es sich leisten kann, zwei Jahre auf die Leerstandmachung einer Immobilie zu warten. Für alle anderen ist es ein Labyrinth mit kleinem Gewinn und teurer Reise. Die Frage, die der Sektor selbst nicht löst, ist, ob es noch echte Lücken gibt oder ob das Schaufenster, nun beleuchtet durch den BOE, aufgehört hat, Schätze zu verbergen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (792 Antworten).

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