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Cashquote im Portfolio: Von 15% auf 90% für den Crash
Überkaufter Markt und Tech-Aktien fallen bis zu 37% in einem Monat. Liquidität wird zur Strategie, während auf die Korrektur gewartet wird.
20% Cashquote: Das Polster wartet auf eine Korrektur, die nicht kommt
„Wenn die Ebbe kommt, bin ich bereit“, fasst ein Forum-Nutzer zusammen. Die Strategie hält seit Jahren an: Einen Teil des Portfolios in bar halten, um auf einen großen Einbruch zu warten. Der Ausgangspunkt laut Thread-Ersteller: Ein überkaufter Markt, Unternehmen mit guten Zahlen, die dennoch nicht steigen, und mehrere bekannte Investoren, die ihre Positionen reduzieren. Auf dieser Diagnose basiert die spaltende Frage: Wie viel Liquidität sollte man halten? Die Antworten reichen von 15% bis 90% des Vermögens.
Welcher Prozentsatz an Liquidität ist im Portfolio sinnvoll?
Die Spanne ist groß. Manche legen ihr übliches Polster zwischen 15% und 20% fest und passen es bei kurzen Rotationen an, wenn der Markt schwankt. Andere erhöhen die Quote auf 35% in liquiden Mitteln und warten, bis sie auf 15-20% fällt, um wieder Kapital nachzuschießen. Und es gibt auch jene, die bei 50/50 bleiben und akzeptieren, dass das Halten von Bargeld bereits viele verpasste Gewinne gekostet hat, während der Markt stieg.
Jede Zahl beantwortet eine andere Frage. Einige schützen sich vor einer vermeintlich bevorstehenden Korrektur. Andere sparen für eine Immobilienchance. Die Gemeinsamkeit: Niemand weiß genau, wann der Zeitpunkt zum Handeln gekommen ist.
Inflation vs. Liquidität: Das Dilemma, das keiner löst
Hier taucht der häufigste Widerspruch auf. Steigt die Inflation, verliert ruhendes Geld Kaufkraft; ist der Markt aber überbewertet, bedeutet Einstieg jetzt teuer kaufen. Es wird argumentiert, dass dies zwei verschiedene Themen sind: Schutz vor Inflation erfordert reale Assets – Öl, Rohstoffe, Gold, Unternehmen mit Preissetzungsmacht –, während Überbewertung dazu rät, auf Korrekturen zu warten, um dieselben Firmen günstiger zu kaufen.
Das praktische Ergebnis ist ein Schwebezustand. Weder voll investiert noch vollständig abgesichert. Und ohne eine Antwort, die den Kreis schließt.
Der Absturz der Tech-Werte in nur vier Wochen
Wenn der Markt den Vorsichtigen recht gibt, passiert das oft abrupt. Ein Rückblick auf nur einen Monat zeigt diese Liste: Plug Power, -37%; Twist Bioscience, Teladoc und Airbnb, jeweils -20%; Editas Medicine, -23%; Palantir, -16%; Spotify, -16%; Beyond Meat, -14%; Taiwan Semiconductor, NIO und Netflix, -10%. Dies ist keine allgemeine Korrektur, sondern eine selektive Bestrafung der am stärksten gestiegenen Werte.
Rücknahme der Anreize und der Zeitplan der Zentralbanken
Das am häufigsten zitierte Argument für das Warten auf einen Fall ist nicht technisch, sondern monetär. Man verweist auf einen konkreten Zeitplan: Die Volksbank Chinas begann vor einem Monat, Anreize zu reduzieren, die Bank of Canada folgte letzte Woche, und es gibt Gerüchte, dass die Bank of England in den nächsten Wochen ihre Anleihekäufe kürzen wird. Wenn die EZB sich anschließt und die US-Notenbank (Fed) Spielraum von wenigen Wochen oder Monaten hat, um Gleiches zu tun, lautet die kursierende Rechnung, dass der Aktienmarkt mindestens um 20% bis 30% fallen könnte.
Dagegen spricht ein unbequemer Detail: Manche behaupten, die Märkte seien abhängig von diesen Anreizen geworden.
Den Crash kaufen: Das Problem ist nicht die Analyse, sondern die Nerven
Es herrscht ein unbequemer Konsens: Eine Aktie richtig zu bewerten ist der leichte Teil. Beim Absturz alles unterzugehen und trotzdem zu handeln, ist das Schwierige. Wer im Crash von 2020 viele Schnäppchen sah und dann aus Angst verkaufte, gibt offen zu: Heute hätte ich deutlich mehr Geld. Das entscheidende Organ sei nicht das Gehirn, meint eine andere Stimme, sondern der Magen.
Am anderen Extrem liquidete ein Investor mit 17 Jahren Erfahrung innerhalb weniger Tage 90% seines Portfolios angesichts des Zusammenbruchs eines großen chinesischen Immobilienkonzerns und dem Gefühl, dass „nichts mehr wie gewünscht funktioniert“.
Das Ziel, das sich einige setzen, ist der Aufbau eines Portfolios von 600.000 Euro, das bei einer durchschnittlichen Rendite von 4% monatlich 2.000 Euro Dividenden abwirft. In diesem Tempo ist jedes Jahr, in dem das Geld auf dem Konto liegt, ein Jahr ohne Zinseszins. Liquidität bringt Ruhe. Hat aber auch ihren Preis.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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