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Spaniens IBEX: Crash-Prognose bleibt ein Jahr unerfüllt
Ein Analyst prophezeite für Juli einen IBEX-Sturz auf 5.270 Punkte. Ein Jahr später wartet der Markt immer noch auf den vorhergesagten Absturz.
IBEX bei 5.270 Punkten: Die lange erwartete, aber ausbleibende Korrektur
Der Nasdaq 100 erreichte die Marke von 2.550 Punkten. Von dort aus wurde ein starker Einbruch und eine Ansteckung aller Märkte prognostiziert. Man solle sich fernhalten vom Aktienmarkt. Mit dieser Warnung begann im Sommer 2012 – während der Londoner Olympiade und kurz nach dem Verbot von Leerverkäufen an der spanischen Börse – eine Vorhersage, die das Postfach ihres Autors förmlich sprengte: 72 private Nachrichten an einem einzigen Tag. Der Ausblick enthielt Datum und Zielwerte. Der IBEX sollte bis Mitte Juli auf 5.270 Punkte fallen.
Es war nicht das erste Mal. Der Verantwortliche für die Analyse hatte bereits geschlossene Prognosen für Silber und andere Vermögenswerte veröffentlicht und rühmte sich, jedes Mal recht zu behalten, wenn der Kalender ihn zu widerlegen schien. Die Zeit bringt jeden an seinen Platz, wiederholte er. Diese Phrase funktioniert gleichermaßen gut, wenn man recht hat oder wenn man Zeit gewinnen muss.
Die empfohlenen Einstiegsniveaus
Der Kaufplan wurde mit Namen und Preisen festgelegt. BBVA sollte nicht vor 4,45 Euro angefasst werden – ein Support-Level, der später auf 4,40 gesenkt wurde; Santander ebenfalls nicht vor 4,50, mit der Warnung, dass es „ruhig“ bis auf 4 Euro fallen würde; Repsol war über 15,35 ausgeschlossen, mit einem Szenario, das es bis auf 12,50 führte; und Telefónica verdiente keine Aufmerksamkeit über 12,50. Alles unter dem Deckmantel eines Datums: Juli.
Das Problem war, dass viele Anleger diese Wertpapiere zuvor nahe der 7-Euro-Marke gekauft hatten. Die sich wiederholende Frage hatte zwei Antworten, beide schlecht: Verluste realisieren, um günstiger zurückzukaufen, oder durchhalten und Positionen erweitern. Hier begann die endlose Liste von Zweifeln, die kein Support-Level lösen konnte.
Vom Treffer zum Fehlschlag, wenn der Kalender versagt
Juli verging und die 5.270 kamen nicht. Die Stille im August erforderte eine Erklärung, und diese lieferte der Autor persönlich: Urlaub in Rom, keine Veröffentlichungen und der Verdacht, dass die Community vom falschen Kalkül enttäuscht sei. Die Prognose wurde nicht zurückgezogen. Sie wurde verschoben. Erst auf August. Dann auf früher oder später.
Ein Jahr später beanspruchte dieselbe Analyse Recht: „Die Zeit hat mir recht gegeben“, schrieb ihr Autor, der sich nun seltener festlegte. In der Zwischenzeit hatte der IBEX genug Schwankungen erlebt, sodass fast jedes Szenario als gültig gelten konnte.
Das Leerverkaufsverbot als perfekte Ausrede
Wenn der Kalender nicht stimmt, taucht ein Schuldiger auf. Und dieser hatte einen regulatorischen Namen: das Verbot von Leerverkäufen. Die These besagt, dass die Maßnahme, eingeführt, um spekulative Angriffe zu bremsen, den erwarteten Abschwung künstlich verlängert habe. Eine Regel mitten im Spiel zu ändern, lasse das Brett denen, die das Geld bewegen, argumentierten andere. Das Argument ist plausibel und vor allem unwiderlegbar. Die Maßnahme gewann Zeit. Das Ziel blieb bestehen.
Im konspirativsten Teil verglich die Analyse die Situation mit der Lage vor dem 11. September, mit dem Verdacht auf ein weltweites Ereignis, das die Märkte zum Einsturz bringen könnte. Das Risiko, als Verschwörungstheoretiker abgetan zu werden, wurde akzeptiert. Dies geschah jedoch nicht.
Silber und die parallele Wette auf ein Jahr Sicht
Die Prognose lebte nicht nur vom IBEX. Wer die Analyse verfasste, legte sich auch auf Silber fest: Der einzige Weg nach oben, Zielwert 49-50 Dollar Ende September, mit Blick auf 75 Dollar im Folgejahr. Währenddessen wurde der Einstiegspunkt für Technologie-Aktien auf einen Nasdaq Composite bei 2.325 festgelegt, weit unter den damals gehandelten 2.460.
Dazwischen lagen Käufe von Bankaktien im Wert von 6.000 Euro, Aufträge bei Telefónica zu 12 Euro „um sie ewig im Portfolio zu halten“ und eine Reihe von Szenarien, die zwischen 7.300 und 9.000 Punkten schwankten. Die große Prognose, der legendäre Crash, hatte weiterhin kein zuverlässiges Datum.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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