Calima im März 2022: Sahara-Staub oder nukleare Asche?

Ein Artikel des Diario de Mallorca verband die Calima im März 2022 mit Cäsium-137, Chrom und Nickel und löste in Spanien Verschwörungstheorien über nukleare Asche aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Calima im März 2022: Sahara-Staub oder nukleare Asche?
Der orange Himmel im März: Sahara-Staub oder sibirische Asche?

An dem Morgen, als der Himmel senfgelb wurde, bot sich ein Anblick wie aus Mad Max oder Blade Runner. Autos waren von einer ockerfarbenen Schicht bedeckt, Gehwege verfärbt, und es roch nach Erde, nicht nach Feld. Die Calima breitete sich über weite Teile der Iberischen Halbinsel aus und wurde binnen Stunden vom Wetterphänomen zum kollektiven Verhör. Die konventionelle Erklärung – Wind aus der Sahara, Staub in der Luft – überzeugte nicht alle. Sie fiel zeitlich mit der Eskalation in der Ukraine zusammen, was für manche ausreichte, um eine Theorie zu konstruieren.

Warum hieß es, die Calima sei nukleare Asche?

Die verbreitetste Hypothese besagte, die NATO habe einen stillen Atomschlag auf Sibirien durchgeführt und das, was über Spanien fiel, sei kein Sand, sondern der Staub zerstörter Städte: Zement, Stahl, Glas und Knochen. Eine andere, technischere Version verwies auf die Asche der Brände im Roten Wald rund um Tschernobyl, mit Cäsium, Plutonium und Americium in der Luft. Keine Behörde dokumentierte in diesen Tagen Strahlungsereignisse. Es sind ungeprüfte Hypothesen, so muss man sie lesen.

Der Fakt, der tatsächlich vorlag: Cäsium-137, Chrom und Nickel

Hier wird es interessant. Ein Artikel des Diario de Mallorca vom 15. März 2022 kursierte, der Schlammregen mit Vorkommen von Cäsium-137, Chrom und Nickel beschrieb; Werte stiegen in einigen Aufzeichnungen bis auf 13, blieben in anderen nahe null oder zwischen 7 und 11. Cäsium-137 ist ein Rückstand aus Nuklearunfällen, der durch Brände in kontaminierten Gebieten wieder mobilisiert werden kann. Sein Nachweis im Schlamm beweist allein keinen neuen Ausbruch, nährte aber den Verdacht.

Bakterien, die auf Staubpartikeln reisen

Weniger verschwörerisch, aber beunruhigender: Ein Team unter Leitung von Professor Yinon Rudich zeigte, dass Bakterien an Staubpartikel haften und tausende Kilometer zurücklegen können, was die menschliche Gesundheit beeinträchtigt. Einige Stämme könnten pathogen sein. Dies ist der einzige Teil des Vorfalls mit fester wissenschaftlicher Grundlage, im Gegensatz zu den parallel kursierenden Atomtheorien.

Warum einige bestreiten, dass es Calima war

Das hartnäckigste Argument betraf keine Bomben, sondern das Thermometer. Calima trete bei 40 Grad auf, hieß es; an jenem Morgen zeigten die Thermometer 14. „Es mag Staub sein, aber keine Calima“, fasste jemand zusammen. Die Meteorologie unterstützt diese Gleichsetzung nicht – Calima ist Staub in Suspension, kein Synonym für extreme Hitze –, doch sie diente dazu, dem offiziellen Label und allem, was damit einherging, zu misstrauen.

Stunden später zog die Wolke über die Pyrenäen: Belgien, Luxemburg, die Niederlande, halb Deutschland und London auf dem Weg. War es Sahara-Sand oder etwas Schlimmeres? Warum suchten manche einen Geigerzähler, während andere einfach nur die Windschutzscheibe putzten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (196 Antworten).

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