Börse erreicht Hochpunkt: Core CPI stagniert bei 4,4 %

Der Core CPI bleibt bei 4,4 % stehen, was Sorgen vor einer 10%-Korrektur des S&P 500 schürt; Krypto und Banken dienen als Marktbarometer.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Börse erreicht Hochpunkt: Core CPI stagniert bei 4,4 %
Core CPI sinkt nicht – S&P 500 droht eine Korrektur von 10 %

Der Core CPI weigerte sich im Februar zu fallen: 4,3 % annualisiert und 4,4 % im Jahresvergleich, ohne Anzeichen eines Rückgangs. Mit der festgefahrenen Kerninflation dominiert wieder die Erzählung von „höheren Zinsen für länger“, und die aktuellen Bewertungen verlieren ihre Grundlage. Daher kursiert hartnäckig die Warnung: Der S&P 500 könnte in den nächsten Monaten um 10 % fallen, bis die Core-CPI-Reihe nach unten zeigt. Die Börse hat ihren Höhepunkt erreicht, und wer dies nicht akzeptiert, wird laut Kritikern nur zusehen.

Der Auslöser: Ein festgefahrener Core CPI

Ausgangspunkt war ein Bericht der Atlanta Fed über Preise. Die Analyse ist eindeutig: Die Reihe sinkt nicht, daher muss das Szenario von Zinssenkungen warten. Die Konsequenz: Verkauf vorziehen. Dies ist keine isolierte Haltung. Befürworter dieser Ansicht fügen hinzu, dass die „Magnificent Seven“ den Index nicht mehr allein tragen können und dass die Rolle nun von einer Handvoll KI-bezogener Werte übernommen wurde – eine zu schmale Basis für einen Markt auf Rekordhochs. Das Argument wird durch zwei unbequeme Daten gestützt: abflauende Einzelhandelsumsätze und steigende Kreditausfälle bei Verbraucherkrediten, gemäß der Serie der Federal Reserve Bank of St. Louis.

Bemerkenswert ist, dass die Warnung für Langfristinvestoren kaum etwas ändert. Die Warnung selbst gibt zu: Wer einen 10 %-Einbruch nicht aushält, sollte nicht an der Börse sein. Beim S&P 500 bedeutet ein Stand 10 % unter dem Höchststand buchstäblich eine Rückkehr zum Niveau vom Dezember.

Die Fed, Zinssenkungen und der unberechenbare Kalender

Im April kam die erwartete Wende. State Street erwartet eine halbe Prozentpunktsenkung der Fed im Juni. Bullisch interpretiert wäre dies das Signal, dass die Straffung ausläuft. Bären sehen darin den Beweis, dass innerlich etwas bricht. In Wirklichkeit sind es beides gleichzeitig.

Das am häufigsten genannte Szenario ist kein Crash, sondern ein zweiter Aufzug: Eine Korrektur von 12 % oder 13 % nach einem letzten Anstieg, eine sommerliche Erholung bis zu den US-Wahlen und dann, im Jahr 2025, ein tieferer Einbruch von bis zu 30 %. Konkrete Ziele auch für spanische Banken: Santander bei 4,70 Euro, Sabadell bei 1,60 und CaixaBank über 5,20, mit Dividenden als Zugabe. All dies natürlich nur, wenn der Zeitplan eingehalten wird.

Wer zu früh vom Zug abgesprungen ist

Es gibt ein Zeugnis, das die Kosten des „Zu-recht-Habens“ gut zusammenfasst. Jemand verschob zwischen Februar und April fast 70 % seiner Aktienbestände in Anleihefonds, Geldmarktfonds und Einlagen, überzeugt davon, dass die große Korrektur vor den Wahlen kommen würde. Auch kaufte er keine Immobilie. Ende Juli kehrte er zu Aktien zurück. Und dort bleibt er, immer weiter steigend.

Hinter dieser Bewegung steckt ein steuerliches Detail, das nicht alle nutzen: Der Wechsel zwischen spanischen Fonds ermöglicht eine Strategieänderung, ohne Kapitalgewinne bis zur endgültigen Rückzahlung versteuern zu müssen. Die vollständige Erklärung mit den gültigen Voraussetzungen ist einer jener Bereiche, die man vollständig lesen sollte, bevor man Portfolios umschichtet.

Kryptowährungen als Kanarienvogel in der Kohlemine

Bevor die Börse Signale gab, kam die Warnung von anderer Seite. Das Verhalten von Bitcoin und Altcoins löste Alarm aus: nächtliche Anstiege, die tagsüber verpuffen, Zweifel am tatsächlichen Volumen und der Schatten der Tether-Emission, die die ETF-Ströme verzerrt. Wenn Liquidität abgezogen wird, warnen Experten, kann das Massaker bei alternativen Währungen historisch sein.

Die Sorge beschränkt sich nicht nur auf Krypto. Sie zielt auf das Engagement von Banken in Produkten, die mit dem Kauf dieser Assets verbunden sind. Mit einem steigenden Dollarzyklus und dem seit Oktober 2022 fließenden Kapitalzufluss kurz vor dem Versiegen lautet die Diagnose, dass ein makroökonomischer Zyklus alles wie ein Tsunami hinwegfegen wird. Währenddessen zeichnen die enthusiastischsten Nutzer in sozialen Medien weiterhin Fraktale und Altcoin-Saisons.

Die Risse: Apple, Ausfälle und Zinskurven

Das am häufigsten geteilte Chart ist das von Apple auf Wochenbasis: Doppeltes Top und unterhalb des vorherigen Supports. Für einige ist es kein Wertpapier, sondern ein Thermometer des Verbrauchervertrauens, und als Symptom sagt es mehr aus als als Aktie. Drumherum sammelt das Makrobild Signale: Die Sahm-Regel wurde aktiviert durch die letzte US-Beschäftigungsdaten, die Differenz zwischen 10-jährigen und 2-jährigen Staatsanleihen liegt nahe ihrem historischen Maximum und steht kurz vor der Inversion.

Die düsterste Lesart stützt sich auf die Realwirtschaft. Aus Deutschland wird ein täglicher Tropfen von Insolvenzverfahren, Massenentlassungen und Schließungen von Industrieanlagen beschrieben, während lokale Medien die Lage relativieren. Und manche blicken über den Zyklus hinaus: Wenn niedrige Zinsen und staatliche Ausgaben, finanziert durch Schulden, das Fundament der letzten Jahrzehnte waren, stellt sich die Frage, was übrig bleibt, wenn dies erschöpft ist.

Der ewige Kampf zwischen Langfristigkeit und Market Timing

Den Propheten gegenüber bewegt sich die andere Hälfte des Marktes nicht. Automatische Einzahlungen jeden Tag, ohne Blick auf das Chart, und mehr Geld bei Kursrückgängen. Das Argument: Wer jeden Monat den Höhepunkt antizipiert, zahlt am Ende Gebühren und verpasst die Erholung. Die Zahlen, die zur Klärung angeführt werden — ein annualisierter Ertrag von 23 % über elf Jahre ohne den Markt zu verlassen — sind auch jene, die am meisten Misstrauen wecken. Die Antwort ist meist dieselbe: Zeig mir den Track Record.

In der Mitte liegt die Ironie der Videos, die ankündigen, dass Buffett den S&P 500 verkauft, obwohl der Investor aus Omaha in einer anderen Liga spielt und sich ein- und aussteigen kann, ohne ins Schwitzen zu geraten. Jahr für Jahr dieselbe Schlagzeile, dieselbe Panik und dieselbe steigende Börse.



Niemand weiß, wo der Höhepunkt liegt, und wer behauptet, es zu wissen, irrt sich seit Monaten. Aber die Signale häufen sich, und nicht alle zeigen in eine angenehme Richtung. Das Szenario mit der größten Unterstützung ist kein Crash: Es ist eine unbequeme Korrektur, gefolgt von einem weiteren Anstieg, gefolgt von der echten Krise. Ob sie kommt und wann, bleibt die Frage, die niemand beantwortet.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (324 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver