ISIN ohne E: So spart man Geld in Spanien

Fonds aus Luxemburg oder Irland helfen, Ersparnisse aus dem spanischen Finanzsystem zu halten. Entscheidend ist ein ISIN-Code, der nicht mit E beginnt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

ISIN ohne E: So spart man Geld in Spanien
Luxemburger Fonds als Schutz vor einer Rückkehr zur Peseta

Die Rettungspakete verschafften nur eine kurze Atempause. Da die Zukunft des Euro infrage gestellt war, suchten Anleger nach Anlagen außerhalb des nationalen Finanzsystems, ohne dafür reisen zu müssen. Die populärste Lösung waren Investmentfonds mit ausländischer Zulassung.

Die Grundthese ist eindeutig: Es reicht nicht, dass der Fonds im Ausland investiert; er muss auch dort gegründet sein. Der entscheidende Indikator ist der ISIN-Code: Beginnt die Kennung nicht mit E, ist das Vehikel in einem anderen Land domiziliert. Bevorzugte Standorte sind Luxemburg und Irland, wobei Verwaltungsgesellschaft und Verwahrstelle ebenfalls nicht unter spanisches Recht fallen. Ein wichtiges Detail: Alle genannten Produkte werden ohne Ausgabe- und Rücknahmegebühren gewählt.

Vorgeschlagene Fonds und ihre Kennzahlen

Das erste Angebot umfasst Namen, ISIN und die Rendite über ein Jahr. Deka-ConvergenceRenten CF (LU0133666163), in Euro, investiert in Staatsanleihen osteuropäischer EU-Beitrittskandidaten: Verwaltungsgebühr 1,20 %, Rendite 10,29 % und Mindestanlage 1.000 Euro. PIMCO GIS Gb RealRet E € Hgd (IE00B11XZ541) setzt auf inflationsindexierte Anleihen, kostet 1,30 % und verlangt 5.000 Euro. Ergänzt wird die Liste durch einen marktneutralen Fonds: CAAM Funds Volatility Euro Eqs S (LU0272942433) profitiert von Schwankungen, mit 1,30 % Gebühr und 8,04 % Rendite.

Kurzfristige Anleihen folgen danach, hier kommt der Schweizer Franken ins Spiel. Parvest Short Term CHF L (LU0107067422) kostet 0,75 % und gilt als Zufluchtsort in turbulenten Zeiten. Das Argument zum Wechselkursrisiko ist besonders: Sollte Spanien zur Peseta zurückkehren, wäre der Euro ebenso Fremdwährung wie der Franken, sodass das Problem faktisch entfällt. Bei niedrigen Zinsen in der Schweiz lohnt sich dies nur bei Marktunruhen.

Wo kann man in Spanien ausländische Fonds kaufen?

Entscheidend ist der ISIN, nicht der Verkäufer. Der Vermittler kann spanisch sein, ohne den Sitz des Fonds zu ändern; in der Praxis ist dies oft der Fall: Selftrade, Inversis, Renta 4 oder Cortal Consors sind gängige Zugänge. Inversis wird als breite Plattform beschrieben, die hinter den Websites anderer Banken steht.

Der relevante Unterschied liegt nicht in der Nationalität des Intermediärs, sondern in der Einlagensicherung. Laut Diskussion schützt eine von der Banque de France beaufsichtigte Plattform 70.000 Euro für Anlagen und weitere 70.000 Euro für Bargeld, verglichen mit 20.000 Euro im spanischen Garantiefonds. Für Anleger, die eine Pleite fürchten, ist dies ein starkes Argument. Der Nachteil: Konten bei bestimmten ausländischen Banken erfordern Mindestanlagen, die den Durchschnittsanleger ausschließen. Ein genannter Fall verlangt 100.000 Euro.

Aktien, norwegische Anleihen und Gold: Der direkte Weg

Die nächste Stufe verzichtet auf Fonds. Wer ein Wertpapierdepot hat, kann Aktien von Unternehmen kaufen, die in einer anderen Währung notieren: Beim Verkauf erfolgt die Abrechnung durch Umrechnung von Franken, Kronen oder Dollar. Dies ist derselbe Mechanismus, der greifen würde, wenn Spanien den Euro verlässt.

Für reine Anleihen tauchen norwegische Staatsanleihen immer wieder auf. Das Hindernis ist nicht die Nachfrage, sondern der Zugang: Die norwegische Zentralbank verkauft keine Anleihen direkt an Privatanleger, sondern nutzt Zwischenhändler. Die andere Option ist physisches Metall. Bei Gold wird ein Barren mit 100 Gramm und Zertifikat für 2.340 Euro verkauft und für 2.146 Euro zurückgekauft, was die Spread-Kosten verdeutlicht.

Was passiert, wenn die Fondsgesellschaft pleitegeht?

Wenig bis nichts. Der Fonds gehört den Anlegern, nicht der Verwaltungsgesellschaft oder der Verwahrstelle, haftet also nicht für deren Schulden. Lehman Brothers-Anleger behielten ihre Anteile; nur der Manager wechselte, da die Gesellschaft selbst als Asset verkauft wurde. Das reale Risiko heißt anders: Gescartera, der Fall, in dem die Anlagen von Anfang an fiktiv waren.



Offen bleibt die steuerliche Frage. Im Beispiel würden 10.000 Euro in deutschen Anleihen bei einem Fixkurs von 166,386 zu 1.663.860 Peseten, und bei einem Kursverfall auf 250 Peseten pro Euro wären sie 2.500.000 Peseten wert. Dies ergibt einen Buchgewinn von 836.140 Peseten, den jemand geltend machen könnte. Daher argumentieren einige, dass ein ausländisches Girokonto besser sei: Eine Übertragung ist kein Verkauf und erzeugt keinen Kapitalgewinn. Damit endet der Konsens. Niemand weiß, ob ein Gesetzgeber dies genauso sehen würde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (316 Antworten).

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