BioNTech: Von 12% Tageszuwachs auf 2.600% in zwei Jahren
Juli 2020. Pfizer und BioNTech geben bekannt, dass sie bis zum Jahresende 100 Millionen Dosen ihres Cobi19-Impfstoffs produzieren wollen. Die Märkte warten nicht auf klinische Studien: Der Kurs des deutschen Unternehmens schießt nach oben, mit Anstiegen von 6% auf 9%, von 12% auf 18% in nur einer Sitzung. Monate zuvor wusste niemand genau, was man mit dieser mRNA-Technologie anfangen sollte, die jahrelang feststeckte. Plötzlich war sie die Grundlage des am meisten erwarteten Impfstoffs der Welt.
Dies ist der Beginn einer Börsengeschichte, die innerhalb von zwei Jahren eine Wertsteigerung von 2.600% akkumulierte — manche messen je nach Einstiegszeitpunkt auch 2.300% — und die damit endete, dass Investoren gestaffelt ausstiegen, vierstellige Gewinne realisierten und das bittersüße Gefühl hatten, vor dem letzten Anstieg verkauft zu haben.
Warum schoss BioNTech 2020 in die Höhe?
Die Schlagzeilen hörten nicht auf. Am 17. Juli genehmigte China die klinische Studie am Menschen für den BioNTech-Impfstoff, eine der fortgeschrittensten Formeln des deutschen Labors in Partnerschaft mit Pfizer. Brüssel seinerseits schloss ein Abkommen, damit die Mitgliedstaaten bis zu 300 Millionen Dosen dieses gemeinsamen Impfstoffs erwerben können, mit einer angegebenen Wirksamkeit von über 90%. Parallel verhandelte die Europäische Union mit Moderna und CureVac.
Die These des Kleinanlegers war nicht nur der Impfstoff. Die mRNA-Technologie hatte bei Mäusen Wirksamkeit gegen Multiple Sklerose bewiesen und hatte offene Studien zur Immuntherapie gegen Krebs. Diese Doppelspur — sofortige Einnahmen durch Dosen und eine langfristige Therapieplattform — trug den Enthusiasmus auch in schlechten Tagen. Hier liegt Langzeitwert, fasste die dominante Haltung zusammen.
Der Tag, an dem das Patent alles fast kippte
2021 tauchte das Risiko auf, das niemand eingepreist hatte: Der Vorschlag des US-Präsidenten Joe Biden, die Patente für ELbichito-19-Impfstoffe freizugeben. Der Markt nahm dies ernst. Die Aktie fiel von 210 Dollar auf 160 Dollar, und einige schlossen ihre Position, bevor der angesammelte Gewinn verdampfte: Ich gehe kein Risiko ein, fasste ein Investor beim Auflösen seines Portfolios zusammen.
Kurz danach distanzierte sich Angela Merkel, damals deutsche Bundeskanzlerin, öffentlich: Sie sei nicht für die Freigabe der Patente. Mit dieser Wendung prognostizierten einige wieder 300 Dollar vor Jahresende. Wer bereits verkauft hatte, blieb draußen; wer durchhielt, sah, wie der Wert weiter stieg.
Von 15 Milliarden Dollar bis zum historischen Höchststand
Die wirtschaftliche Bestätigung kam in Form offizieller Prognosen. Pfizer schätzte den Umsatz seines ELbichito-19-Impfstoffs auf 15 Milliarden Dollar für das gesamte Jahr 2021, das reale Maß für das Geschäft mit den Dosen. In Spanien übersetzte sich dieselbe Kampagne in konkrete Lieferungen: mehr als vier Millionen Dosen monatlich der drei Impfstoffe, 1.779.570 Dosen von Pfizer-BioNTech allein im Februar und 483.000 Dosen, die in einer Sendung an die autonomen Gemeinschaften verteilt wurden.
Der BioNTech-Kurs brauchte nicht lange, um erneut abzuheben. Historische Höchststände, aufeinanderfolgende Anstiege von 8% und 15%, 450 Euro pro Aktie in Sichtweite und ein Ansteckungseffekt auf Pfizer, das ebenfalls stark anzog, nachdem es Ergebnisse veröffentlicht hatte. Wie viel Gewinnmarge pro Dose bleibt, ist weiterhin keine öffentliche Antwort.
Lohnt sich BioNTech im Vergleich zu Moderna?
Die beiden mRNA-Führer konkurrieren um dieselbe Erzählung. Die vergleichenden Analysen, die monatelang kursierten, waren sich uneinig, und in der Überwachung des Werts zeigt sich die Unsicherheit in Echtzeit: Einige hielten beide, andere behaupteten, dass der Gewinn aufgrund der Größe BioNTech begünstige, und andere bezeichneten Moderna direkt als teuer und verkauften. Es gab auch solche, die nach einem Einstieg bei Regeneron zu dem Schluss kamen, dass Pfizer günstig sei, und kauften, als sie die Ergebnisse sahen: Es ist unterbewertet.
Die Volatilität ist schmerzhaft. Jemand, der eine 400% Rendite akkumulierte, gibt zu, vor 200 Dollar verkauft zu haben, und wenn er an eine negative Sitzung erinnert wird, antwortet er mit dem Zwei-Jahres-Akkumulierten. Im selben Zeitraum koexistieren derjenige, der die 450 Euro pro Aktie feierte, und derjenige, der im Januar kaufte und sich immer noch fragt, warum nach jeder Nachricht weitere Käufer kommen.
Die dritte Dosis und die Plattform, die noch nicht bewertet ist
Israel bestätigte die starke Reaktion auf die dritte Dosis des Pfizer-Impfstoffs bei immunsupprimierten Personen und bereitete sich darauf vor, die Auffrischungsimpfung bei über 50-Jährigen zu verabreichen. Ein klinischer Datenpunkt, der im börslichen Kontext gelesen wurde, erweiterte das Geschäft über das ursprüngliche Schema hinaus.
Die Frage, die niemand mit Zahlen löst, ist, ob der Impfstoff das Ziel oder nur das Tor zu einer viel größeren Therapieplattform war. Multiple Sklerose bei Mäusen, Krebs, Immuntherapie: All das ist noch nicht als Gewissheit bewertet. Und mit dem Patent noch in der Schwebe und Merkels Nein basieren die Berechnungen derer, die beim Höchststand einsteigen, auf einer Basis, die selbst jene, die mit 400% Gewinn ausstiegen, nicht zu berechnen wagten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung oder Anlageempfehlung dar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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