Frührente vor 40: Reale Fälle und ihre Kosten

Über 1.000 Euro monatliche Ersparnis und ein abbezahltes Haus nach 15 Jahren sind die Schlüssel zur Frührente in Spanien, oft ergänzt durch Erbschaften.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Frührente vor 40: Reale Fälle und ihre Kosten
Frührente vor 40: möglich, aber selten nur durch Gehalt

Kann man vor dem 40. Lebensjahr aufhören zu arbeiten, ohne Erbschaft, Lottogewinn oder großes Glück? Ja. Es gibt solche Fälle. Und fast alle nutzen finanzielle Hebel. Eine Diskussion in einem spanischen Investmentforum, die über sieben Jahre lief, begann mit einer direkten Frage und endete als Inventar von Abkürzungen: geerbte Wohnungen, vermietete Gewerbeimmobilien, vereinbarte Vorruhestandsregelungen und zwei bis drei Karrieren, die in passive Einkommen umgewandelt wurden. Die Liste derer, die dies allein durch Sparen und Investieren schafften, ist kurz und meist knapp am Ziel.

Der Rest ist reine Arithmetik.

Reale Fälle: von den 40ern bis zu den 50ern

Einer erreichte es exakt mit 40. Er beschrieb sein Ausscheiden als „Aufhören zu rudern“ und führt es auf viel Glück und tausende Zufälle zurück. Ein anderer tat es mit 42 und rühmt sich, einen fast 14 Jahre alten Wagen behalten zu haben. Ein Dritter, 45 Jahre alt, rechnet damit, in zwei Jahren den Laden dichtzumachen: Seine Dividenden decken bereits 55 % seiner Ausgaben. Er gibt zu, dass es früher geklappt hätte, wenn er die Dividendenstrategie ernsthaft 2016 begonnen hätte, als er noch nicht das aktuelle Wissen besaß.

Unterhalb der 40 wird die Auswahl eng. Ein Fall mit 36: Er verdient mehr mit Investitionen und Nebengeschäften als im Hauptjob, betont aber, dass er weniger arbeiten und sorgenfrei leben möchte, statt sich komplett zurückzuziehen. Sein Problem ist nicht Geld, sondern die Vermeidung eines steigenden Lebensstandards. Ein anderer plant direkt für die 50 und den Wegzug aus der Großstadt, da er dort ein solches Leben für unmöglich hält.

Es gibt eine Variante, die nicht Frührente, sondern Vorruhestand heißt: Bei Unternehmen des IBEX 35, zwischen 48 und 50, mit nahezu vollem Gehalt. Mehrere Fälle innerhalb derselben Familie.

Das wiederkehrende Muster: 1.000 Euro monatlich und ein abbezahltes Haus

Wenn jemand erklärt, wie er es geschafft hat, ist das Skript fast identisch. Erstens, ein Job, der mehr als 1.000 Euro monatliches Sparen ermöglicht; falls nicht, ein Zweitjob am Wochenende oder ein Nebenerwerb, der das Gehalt ergänzt. Zweitens, eine günstige Immobilie kaufen und sie in zehn oder fünfzehn Jahren abbezahlt haben, nicht länger.

Die Logik ist stur: Mit einer Miete von 600, 700 oder 800 Euro monatlich ist eine frühe Rente mathematisch unmöglich. Diese Ausgabe muss zuerst eliminiert werden. Danach folgt Disziplin. Kein Anstieg des Lebensstandards. Und irgendwann, so sagen die Nahezielden, bringt mehr Einzahlen nichts mehr: Man muss einfach zulassen, dass die Renditen wachsen.

Gute Sparsamkeit: U-Bahn fahren, Auto mit Dellen, zu Fuß gehen. Und eine gewisse Genugtuung, dies gegenüber der Verschwendung anderer zu demonstrieren.

Das Kleingedruckte: Erbschaften, Inflation und verfallende Viertel

Hier bricht die Erzählung auseinander. Die solidesten Fälle beinhalten Erbschaften: eine Wohnung von den Großeltern, eine Ferienwohnung, die außer im Urlaubsjahr vermietet wird, oder ein Geschäftsladen von den Eltern. Als der Vater starb, zog der Protagonist ins Familienhaus zurück, vermietete seine eigene Wohnung und kündigte den Job. Ohne diese Assets ändert sich die Gleichung komplett.

Dazu kommt der erzwungene Ruhestand. Wer das erlebt hat, spricht von einer harten Nuss wegen der Inflation. Das Finanzargument ist simpel: Bei einer offiziellen Inflationsrate von 2 % pro Jahr verlieren Ersparnisse, die darunter rentieren, jedes Jahr an Wert. „Licht aus, wir gehen“, fasst einer zusammen.

Und dann ist da das Risiko, das kaum jemand kalkuliert: das Stadtviertel. Den Vermögenswert auf Wohnungen zu konzentrieren funktioniert, bis das Viertel verfällt und die Mieter zu einem Vollzeitjob werden. Günstig kaufen erfordert Jahre der Geduld, Portalbesuche, Einschätzung persönlicher Situationen und Warten auf Krisen. Die Details, wie man diese Chance ergreift — der Zeitplan, die Verhandlungen, die Auktionen — fehlen in jeder Simulation.

Wie viel braucht man, um von den Zinsen zu leben?

Die Spanne reicht vom Vernünftigen bis zum Unerreichbaren. Die meisten verdienen keine 1.500 Euro monatlich, erinnert jemand, daher ist der Startpunkt nicht für alle gleich. Am anderen Ende steht ein Fall, der mit einem bequemen Job zwischen 3.000 und 4.000 Euro monatlich abrechnet, plus eine Partnerin im öffentlichen Dienst mit rund 3.000 Euro.

Die Zahl, die in der Diskussion schwebt, sind drei Millionen Euro: die Rente des Nichtstuns. Und niemand mit diesem Kapital tut das, denn wer eine Maschine besitzt, die fast ohne Aufsicht Geld produziert, will sie nicht abschalten. Nur die ziehen sich zurück, die es nicht wollen, lautet die Paradoxie. Der Gutverdiener auf dem Höhepunkt seiner Karriere bewegt keinen Finger.

Fügen Sie das steuerliche Risiko hinzu: Steuererhöhungen auf Kapital und Vermögen sowie eine Demografie, die die Pensionsausgaben treibt. Die Zahlen stimmen auf dem Papier. In der Praxis kippeln sie.

Ein früher Ruhestand erfordert, mit 20 anzufangen, nie Fehler zu machen, sich nicht scheiden zu lassen, keine teuren Kinder zu haben und idealerweise ein paar Wohnungen zu erben. Kaum etwas.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (182 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver