Gold bei 84 €/g: Papiergeld auf Tiefstand

Der Goldpreis steigt auf 84 Euro pro Gramm, während Fiat-Geld historische Tiefs erreicht. Die EU benötigt zusätzlich 800 Milliarden Euro jährlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold bei 84 €/g: Papiergeld auf Tiefstand
Gold erreicht 84 Euro pro Gramm – Debatte um Fiat-Geld entflammt

Ein Gramm Gold kostet 84 Euro. Vor nicht allzu langer Zeit lag der Preis bei 74,39 Euro. Der Anstieg wird von einem Teil des Marktes nicht als Anomalie gefeiert, sondern als Bestätigung einer unbequemen Wahrheit: Fiat-Geld befindet sich auf historischen Tiefständen. Die Feinunze (Troy Ounce), die tatsächliche Handelseinheit für das Metall, schießt in die Höhe, während der Euro an Kraft verliert. Die Diskussion dreht sich wieder um die Kernfrage: Wer druckt wie viel Geld und wofür?

Der Auslöser für den Preisanstieg ist kein Geheimnis. Laut kursierenden Berechnungen benötigt die Europäische Union zusätzlich 800 Milliarden Euro pro Jahr, um ihre Ziele zu erreichen und ihre Daseinsberechtigung zu wahren. Übersetzt bedeutet das: mehr Schulden, mehr Emissionen, mehr Geld, das um dasselbe Gold konkurriert. Wer dies sagte, nannte es kein Problem, sondern eine Notwendigkeit.

Warum Gold steigt, wenn Geld gedruckt wird

Die Mechanik ist alt und funktioniert zuverlässig. Wenn Staaten sich finanzieren müssen und Zentralbanken massiv Gold kaufen, wird der Goldpreis keine Meinungssache mehr, sondern ein Thermometer. 74,50 Euro pro Gramm war die erste registrierte Warnung; danach folgte der Boom und schließlich die Marke von 84 Euro. Der Verlauf zeichnet in wenigen Abschnitten eine Steigung, die niemand bestreitet.

Manche argumentieren, Gold sei keine Währung und scheitere als solche. Das Argument hat seine Logik: zu hohe Nachverfolgbarkeit, steuerliche Belastung und geringe Möglichkeit, sich unbemerkt zu bewegen. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass physisches Metall das einzige Asset bleibt, das nicht von der Bonität eines Dritten abhängt. Gold verspricht nichts, es existiert einfach.

Euro, Kokain und ungefragte Vergleiche

Die Debatte driftete schnell in Richtung unmöglicher Vergleiche. Wenn ein Gramm Gold 84 Euro wert ist, übersteigen weißer Trüffel oder Safran diesen Wert seit Jahren deutlich. Safran handelt bei über 10.000 US-Dollar pro Kilogramm – nicht pro Gramm, wie zwischenzeitlich korrigiert wurde. Trüffel liegt bei rund 1.200 Euro. Und Californium-252, ein in Krankenhäusern verwendetes Isotop, kostet 27 Millionen US-Dollar pro Gramm. Die Schlussfolgerung ist für die Erzählweise unbequem: Knappheit ist nicht gleichbedeutend mit Sicherheitswert.

Auch Ironie kam nicht zu kurz. Jemand maß Gold in Gramm, weil er dieses System versteht, und nicht in Feinunzen, der tatsächlichen Markteinheit. Die Antwort war so simpel wie treffend: Ich messe es in Gramm, weil ich Spanier bin. Die Anekdote dient zu mehr als nur zum Lachen: Kleinanleger kaufen in der Einheit, die sie am Tresen sehen, nicht in der, die in London gehandelt wird.

Was tun mit Gold: Verkaufen, abwarten oder ignorieren?

Die praktische Frage schwebt über dem gesamten Thema. Verkauft man jetzt, wo der Preis hoch ist? Oder wartet man auf die 120 Euro pro Gramm, die manche prognostizieren? Der Konsens, sofern es einen gibt, deutet auf Folgendes hin: Solange das Metall in der Hand gehalten wird, bleibt der Gewinn erhalten; sobald es in Fiat-Geld umgewandelt wird, beginnt der Verlust. Nur verkaufen, wenn Liquidität dringend benötigt wird. Erst das schlechte Geld ausgeben und das gute behalten.

Die vollständige Kalkulation mit verschiedenen Preisszenarien und Fristen ergibt eine Bandbreite, die durch ihre Weite überrascht. Manche bereiteten sich auf einen Verlust von 40 % vor und fragen sich nun, ob diese Vorbereitung noch nötig ist. Die ehrliche Antwort lautet, dass es niemand weiß, und wer behauptet, es zu wissen, verkauft etwas.

Papiergold und die Angst vor dem Bank Run

Es bleibt die unbequemste Seite. Ein großer Teil des gekauften Goldes existiert nicht physisch: Es sind elektronische Einträge, Verträge und Lieferversprechen. Wenn der Preis weiter steigt und Halter von Papiergold das Metall einfordern, kann der Druck auf das System erheblich werden. Die Panikszene mit Warteschlangen zur Abholung des physischen Metalls ist das Szenario, das manche mit einer Mischung aus Angst und Erwartungshaltung beobachten.

Unterdessen akkumulieren Zentralbanken Gold und Silber, nicht Kryptowährungen. Dieses Detail, das bis zur Erschöpfung wiederholt wird, findet in der offiziellen Erzählung weiterhin keine Erklärung. Wenn Fiat-Geld so solide wäre wie behauptet, gäbe es keinen solchen Drang, es gegen etwas einzutauschen, das keine Zinsen abwirft.

Was, wenn der Anstieg kein Zeichen der Stärke von Gold ist, sondern eine Warnung bezüglich allem anderen?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (182 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver