Abengoa-Aktien fallen auf 0,0029 Euro wegen ausstehender 20-Millionen-Rettung

Die Abengoa-Aktie stürzt auf 0,0029 Euro ab, während ihr Refinanzierungsplan über 1,5 Milliarden Euro von einer ausstehenden Zahlung in Höhe von 20 Millionen Euro blockiert wird.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Abengoa-Aktien fallen auf 0,0029 Euro wegen ausstehender 20-Millionen-Rettung
Abengoa hängt an 20 Millionen für die Rettung

Ein Ingenieurunternehmen, das in Südafrika das weltweit größte Mikronetz mit Vanadium-Redox-Batterien errichten konnte, das vor der Handelskammer Stockholm 1,5 Milliarden Euro von Spanien fordert und Tausende direkte Arbeitsplätze sichert, dürfte eigentlich nicht zu 0,0029 Euro gehandelt werden. Und doch ist es so. Der Kurs fiel von 0,005 auf diese 0,0029 Euro, ein Einbruch von fast 42 %, der Aktionäre auf den Chart starren lässt wie Zuschauer eines bereits verlorenen Spiels. Das Kontraintuitive ist nicht der Fall: Es ist die Tatsache, dass es weiterhin Käufer gibt.

Technische Insolvenz bei Millionen umlaufender Aktien

Das bilanzielle Bild lässt wenig Interpretationsspielraum. Das Eigenkapital ist negativ und erreicht nicht einmal die Hälfte des Grundkapitals, was im Klartext als technische Insolvenz bezeichnet wird. Das Unternehmen schleppt Milliarden lebender Titel, wandelbare Anleihen, die in weitere Aktien umgewandelt werden, sowie wiederholte Vorschläge an Banken zur Umschuldung durch neue Emissionen mit sich.

Dieses Detail – die Umwandlung – wird vom Kleinanleger oft übersehen. Jeder Versuch einer Aufwertung prallt gegen einen Verwässerungsmechanismus, der den Effekt zunichtemacht: Ein Anstieg von wenigen Cent verschiebt die Börsenbewertung um Dutzende oder Hunderte Millionen, verteilt jedoch auf ein gigantisches Kapital. Wer einsteigt, um zu multiplizieren, sieht sich zunächst dem Effekt einer Kapitalerhöhung gegenüber, bei der er, wenn er nicht teilnimmt, seinen Anteil verwässert sieht.

Der geordnete Ausweg, betonen nüchterne Analysen, führt über Schuldenschnitte und neues Kapital. Nichts davon ist kostenlos oder schnell.

Der 1,5-Milliarden-Plan, der von 20 Millionen abhing

Die Gruppe befindet sich in der Endphase eines Refinanzierungsplans, der laut den von der Firma selbst geleakten Informationen etwa 1,5 Milliarden Euro umfasst. Der Blocker ist fast grotesk: eine mündlich zugesagte, aber nie ausgeführte Zahlung von 20 Millionen durch die Junta de Andalucía (die Regionalregierung von Andalusien). Die Region argumentiert, sie finde keinen rechtlichen Mechanismus dafür.

Mit dieser Lücke hat das Unternehmen die Frist für die Junta bis zum 23. Oktober verlängert, nachdem Gläubigerdispense erhalten wurden. Parallel trat das Instituto de Crédito Oficial (ICO, spanische Staatsbank) hinzu: ein fünfjähriger Kredit von bis zu 230 Millionen Euro mit öffentlicher Garantie, plus eine revolving-Garantielinie von bis zu 126,4 Millionen Euro. Unter normalen Umständen, geben Kenner der Akten zu, hätte der ICO dies nicht einmal erwogen. Jetzt zählen andere Argumente.

Die Zahl, die alles kontextualisiert: Die kumulierte Restrukturierung beläuft sich auf einen Schuldenschnitt von 10 Milliarden Euro, die größte Transaktion dieser Art in Europa.

Institutionelles Ringen: Aufsichtsrat abgesetzt, Banken warnen

Die Hauptversammlung der Muttergesellschaft stimmte für die Absetzung des von Gonzalo Urquijo geführten Vorstands und missbilligte seine Verhandlungsführung. Aber derselbe Urquijo zog weiterhin die Fäden aus AbenewCo 1, der Gesellschaft, auf die alle Vermögenswerte und Geschäfte übertragen wurden und in der auch die neuen Mittel konzentriert sind. Kritische Aktionäre haben die CNMV (spanische Börsenaufsicht) gebeten, diesen Machttransfer zur Tochtergesellschaft zu überwachen.

Die Warnung der Banken war explizit. Santander, Bankia, Crédit Agricole, Caixabank, BBVA und Bankinter teilten mit, sie würden ihre Unterstützung für Finanzierung und Garantien zurückziehen, falls es eine Änderung im Vorstand gebe, der den Businessplan umsetzen soll. Übersetzt: Geld wird dem Manager geliehen, nicht dem Aktionär.

In diesem Austausch von Briefen tauchen auch Zahlen aus der Vergangenheit auf. Ein ehemaliger CEO erhielt aufgrund der vorinsolvenzlichen Lage einen geplanten Bonus von 3,3 Millionen nicht mehr und sieht sich einer zugelassenen Strafanzeige gegenüber.

Verträge in Afrika und ein Schiedsverfahren über 1,5 Milliarden

Während die Zukunft in Büros entschieden wird, steht das Geschäft nicht still. Das Unternehmen hat sich in Südafrika den ersten großskaligen hybriden Mikronetz-Auftrag des Kontinents gesichert, mit 3,5 MW Photovoltaik und Speicherung in Vanadium-Redox-Batterien. Es ist auch an technologischen Entwicklungen mit Airbus Defence and Space sowie deutschen und US-Forschungszentren beteiligt.

Hinzu kommt der Rechtsweg. Seit 2013 fordert die Firma 1,5 Milliarden Euro von Spanien wegen Kürzungen bei Erneuerbaren-Energien-Subventionen, und das Schiedsurteil der Handelskammer Stockholm stand noch aus. Ein positives Urteil wäre, so Beobachter, ein enormer Schub. In Mexiko hat Abengoa México Passiva von über 4 Milliarden Pesos (ca. 155 Millionen Euro) restrukturiert, mit Rückzahlung über neun Jahre.

All dies zeichnet die Paradoxie: Spitzentechnologie, internationales Portfolio und eine Kapitalstruktur, die jeden operativen Erfolg erstickt.

Warum es immer noch Käufer gibt

Hier liegt der verwirrende Teil. Manche erklären, sie hätten zehntausend Titel und behaupten, man werde das Unternehmen nicht fallen lassen. Andere berechnen, dass man mit tausend Euro bei 0,0039 eine Position kaufen kann und es einfach Mut fehlt, dies zu tun. Und manche kaufen monatlich, religiös, in Erwartung eines Anstiegs, der nie kommt.

Gegenüber ihnen steht die härtere Lesart: Ein ineffizientes Unternehmen mit untragbarer Schuldenlast zu finanzieren, ist keine Form sozialer Gerechtigkeit, und später Short-Seller zu beschuldigen, verwechselt Ursache mit Symptom. Andere verteidigen, dass jeder Investor spekuliert – ob mit dem Aktienkurs oder hypothetischen Dividenden –, nur mit unterschiedlichen Zeithorizonten.

Arbeitsplätze wiegen schwer. Man spricht von 10.000 bis 15.000 direkten Stellen und einem Unternehmen, das zu symbolisch ist, um es einfach verschwinden zu lassen. Aber Banken, Regulierer und müde Aktionäre zu überzeugen, sind drei verschiedene Verhandlungen.

Mit den Zahlen auf dem Tisch sollte ein Einbruch von 42 % bei einem Wert, der ohnehin nur einen halben Cent wert war, niemanden überraschen. Dass weiterhin Kauforders erscheinen, schon. Ist dies das letzte Kapitel oder nur das vorletzte?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (178 Antworten).

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