15 EU-Staaten fordern Migrantenlager außerhalb Europas

Fünfzehn EU-Mitgliedstaaten verlangen Lager für gerettete Migranten außerhalb Europas und schnellere Abschiebungen. Spanien, Frankreich und Deutschland unterzeichnen den Brief nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

15 EU-Staaten fordern Migrantenlager außerhalb Europas
15 EU-Staaten fordern Migrantenlager außerhalb Europas

Fünfzehn Mitgliedstaaten haben der Europäischen Kommission ein Schreiben zukommen lassen, in dem sie eine Verschärfung der Migrationspolitik fordern. Dazu gehört die Einrichtung von Lagern außerhalb der EU für im Meer gerettete Migranten sowie beschleunigte Abschiebungen jener, denen kein Asyl gewährt wird. Zu den Unterzeichnern gehören Italien, Griechenland, Malta, die Niederlande und Dänemark. Spanien, Frankreich und Deutschland fehlen auf der Liste. Der Vorschlag kommt genau dann, wenn die Union gerade das im Dezember vereinbarte Migrationspakt umzusetzen beginnt.

Das Modell, das nachgeahmt werden soll, hat einen Namen: das Abkommen, das Italiens Premierministerin Giorgia Meloni mit Albanien geschlossen hat. Brüssel hat dies mit einem technischen Argument gestützt, das diese fünfzehn Länder zur Doktrin machen wollen: Das Abkommen zwischen Rom und Tirana liegt außerhalb des Anwendungsbereichs der EU-Gesetzgebung und verstößt daher nicht dagegen. Auf Deutsch bedeutet das: Wenn das Lager außerhalb der EU liegt, reisen die europäischen Garantien nicht mit.

Was der Brief der Fünfzehn genau vorschlägt

Der Text stellt drei Punkte heraus. Der erste ist die Externalisierung des Verfahrens: Migranten auf hoher See zu erkennen, abzufangen oder – bei Gefahr – zu retten und an einen vorbestimmten sicheren Ort in einem Partnerland außerhalb der EU zu bringen, wo ihre Anträge bearbeitet werden. Der zweite Punkt ist die Einrichtung von Rückkehrzentren in denselben Partnerländern für irreguläre Migranten, während darauf gewartet wird, dass ihre Herkunftsländer die Wiederaufnahme akzeptieren. Der dritte Punkt ist die Beschleunigung der Abschiebungen von Personen ohne Asylanspruch.

Die Wortwahl ist entscheidend. Es ist nicht von Aufnahme die Rede, sondern von Erkennung und Abfangen. Die Rettung erscheint als Ausnahme, gekoppelt an die Gefahr. Dies ist der Unterschied zwischen einer Grenzpolitik und einer Verlagerungspolitik und erklärt, warum das Dokument so lange gebraucht hat: Erst als der politische Druck stieg, wollte niemand mehr bestimmte Formulierungen unterschreiben.

Warum Spanien nicht unterzeichnet und worum es geht

Das Fehlen Spaniens auf der Liste lässt sich doppelt lesen. Einerseits hat Innenminister Fernando Grande-Marlaska betont, dass Verlegungen in Drittländer weder Sicherheit an den Grenzen noch Menschenrechte garantieren. Andererseits gibt es Stimmen, die behaupten, Spanien werde sich der Maßnahme am Ende anschließen, aber in umgekehrter Richtung: als Empfängerland für Quoten, die andere ableiten. Dieser Verdacht kursiert stark in kritischen Analysen der Regierung.

Das Kernargument ist eher wirtschaftlich als sarracena. Einen Asylantragsteller auf europäischem Boden zu halten, kostet Beträge, die keine Regierung öffentlich beziffert; seine Externalisierung in ein Partnerland wird als Einsparung verbucht. Das türkische Präzedenzfall wird als Beweis angeführt: Deutschland zahlte der Regierung in Ankara dafür, dass sie Kontingente von Migranten in Lagern unterbrachte, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass Menschenrechtsklauseln unterzeichnet und dann gebrochen werden, ohne dass jemand das Geld zurückfordert.

Das Albanien-Präzedenzfall und die Billigung durch Brüssel

Das Abkommen Meloni-Albanien fungiert als Labor. EU-Institutionen kritisierten es scharf, aber die Kommission unter Ursula von der Leyen unterstützte es: Sie vertritt die Auffassung, dass es nicht gegen EU-Recht verstößt, da es außerhalb ihres Anwendungsbereichs liegt. Diese Billigung ist das Schlüsselstück. Ohne sie hätten die Fünfzehn keinen Schritt unternommen; mit ihr kann das Modell auf europäischer Ebene repliziert werden, ohne die Verträge anzutasten.

Die Frage, die über dem Dossier schwebt, ist geografischer Natur. Wo sollen diese Lager eingerichtet werden? Es wurden Länder in Nordafrika und der Sahel-Zone erwähnt, wobei Mauretanien aufgrund seiner Nähe und Abhängigkeit von auswärtiger Hilfe als Kandidat gilt. Die logistische Rechnung ist einfach: Je näher am Ausgangspunkt, desto billiger die Verlegung und desto wahrscheinlicher die Wiederaufnahme. Je weiter weg, desto größer die Garantie, dass der Migrant es nicht erneut versucht.

Wer gewinnt und wer verliert bei diesem Modell

Das Geschäft hat zwei Seiten. Für die Partnerländer bedeuten die Lager direkte Einnahmen, Sicherheitsverträge und Munition. Für die NGOs, die im Mittelmeer operieren, bedeutet es das Ende des aktuellen Modells: Wenn die Rettung direkt in einem Drittland landet, verliert die Organisation ihre Funktion und Finanzierung. Es ist kein Zufall, dass die am stärksten gegen den Vorschlag agierende Branche ausgerechnet diejenige ist, die davon lebt.

Auf der Wahlebene sieht die Rechnung anders aus. Fünfzehn Regierungen haben entschieden, dass die Kosten, hart zu wirken, geringer sind als die Kosten, weich zu wirken. Die extreme Rechte wächst in ganz Europa, und die Regierungsparteien haben sich dafür entschieden, deren Programm zu kopieren, statt dagegen anzutreten. Die Externalisierung ist in diesem Sinne eine defensive Maßnahme: Dem Gegner das Argument nehmen, bevor er es im Wahlkampf nutzt.

Genau dort, wo die Analyse ins Stocken gerät, ist die Umsetzung. Lager außerhalb der EU erfordern bilaterale Abkommen mit Ländern, die sie nicht unbedingt akzeptieren müssen, mehrjährige Finanzierungen, die kein Haushalt detailliert hat, und einen Kontrollmechanismus, den Brüssel bereits gesagt hat, dass er ihn nicht überwachen wird, weil er außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs liegt. Fünfzehn Länder wollen den Rahmen. Noch hat keiner erklärt, wie bezahlt wird oder wer haftet, wenn etwas schiefgeht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (142 Antworten).

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