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Deutschland: Jobabbau auf höchstem Stand seit 15 Jahren
Telekom, Siemens, Opel und Volkswagen kündigen oder diskutieren 41.000 Stellenstreichungen in Deutschland. Der Arbeitsmarkt verzeichnet den stärksten Beschäftigungsrückgang seit 15 Jahren.
Deutschlands Industrie wankt: 41.000 Stellenstreichungen und die Geister der Deindustrialisierung
Telekom streicht 15.000 Stellen. Siemens weitere 7.000. Opel 4.000. Und die Volkswagen-Gruppe plant ebenfalls 15.000 Kürzungen, vor dem Hintergrund von Werkschließungen und Protesten in Brüssel. Insgesamt sind 41.000 Arbeitsplätze im industriellen Herz Europas gefährdet oder bereits gestrichen, wie die kursierenden Zahlen zeigen. Dies wäre, falls bestätigt, der schwerste Schlag für den deutschen Arbeitsmarkt seit der Pandemie. Es ist kein schlechtes Quartal, sondern ein Strukturwandel.
Die deutsche Wirtschaft, jahrzehntelang das unangefochtene Zugpferd des Kontinents, zeigt Anzeichen einer Verschlechterung, die nicht mehr als zyklische Delle gelesen werden kann. Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe notieren seit Monaten im Schrumpfungsbereich, die Bundesbank erwartet eine Dekade der Stagnation und der Arbeitsmarkt baut laut Forenberichten so schnell Jobs ab wie seit 15 Jahren nicht mehr, wenn man die Corona-Pandemie ausklammert. Der DAX hingegen steigt weiter: Die Börse feiert Künstliche Intelligenz und Cloud-Services, nicht die Fabrik.
Vom deutschen Wunder zum industriellen Anpassungsdruck
Die am häufigsten genannte Diagnose deutet auf einen klassischen industriellen Wandel hin, wie er in Lehrbüchern steht. Die vorherrschende These besagt, dass Deutschland weder mit den hohen Energiekosten konkurrieren kann, die seit dem Ende des billigen russischen Gases entstanden sind, noch mit dem technologischen Druck Chinas bei Elektroautos. Die deutsche Industrie sei in Produkten des 20. Jahrhunderts verhaftet, während sich die neuen Automobiltechnologien außerhalb ihrer Grenzen entwickeln.
Manche sehen das Problem eher in Brüssel als in Berlin. Aus dieser Perspektive hätten grüne Politiken und die EU-Bürokratie das Produktionsgewebe erstickt, bevor der Übergang reif war. Eine dritte, stärker geopolitisch geprägte Strömung zeigt nach Washington: Die Sabotage der Nord Stream-Pipelines und der Bruch mit Moskau hätten der deutschen Industrie ihren historischen Wettbewerbsvorteil, die günstige Energie, genommen.
Warum Deutschlands Lage für Spanien wichtig ist
Weil Spanien von einer viel schwächeren Position startet. Die deutsche Arbeitslosenquote lag vor dem Einschnitt bei rund 3%; die spanische übersteigt 11%. Selbst wenn Deutschland seine Quote verdoppeln würde, läge sie immer noch deutlich unter der spanischen. Der Unterschied ist nicht graduell, sondern strukturell: Deutschland kann sich den Abbau von Industriearbeitsplätzen leisten und behält dennoch einen angespannten Arbeitsmarkt; Spanien kann das nicht.
In den zirkulierenden Analysen wird oft argumentiert, dass die spanische Wirtschaft zwei Punkte schneller wächst, als sie während der Pandemie zerstörte – aber finanziert durch Schulden, EU-Mittel und massiven Zuzug. Ohne das industrielle Fundament Deutschlands verliert die EU ihren wichtigsten Nettozahler, und der Geldfluss, der einen großen Teil der öffentlichen Ausgaben in Spanien stützt, gerät ins Wanken.
Die EU als Problem, nicht als Lösung
Ein Teil der Analyse behauptet, die Europäische Union sei heute der größte Feind der Europäer. Die These: Wenn Deutschland kollabiert, reißt es alle anderen mit – diesmal inmitten von Millionen Migranten. Andere entgegnen, dass Spanien ohne die EU und ohne die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank seit Mai 2010 insolvent wäre, als Artikel 135.3 der Verfassung geändert wurde, um die Schuldentilgung zu garantieren.
Die Gesamtbetrachtung führt zu einer unbequemen Schlussfolgerung: Die Krise in Deutschland ist keine rein deutsche Krise. Sie ist die Warnung, dass dem gesamten europäischen Modell der Motor ausgegangen ist.
Unbestritten bleibt, dass der DAX steigt, während Fabriken schließen. Aktienmarkt und Realwirtschaft haben sich seit Jahren entkoppelt. Diese Kluft sollte mehr Sorgen bereiten als jede einzelne Arbeitslosenzahl.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein verbreiteter Bericht beziffert die Zahl der Zwangsräumungen in Spanien seit 2017 auf über 272.000; die Statistik umfasst Miet-, Besetzungs- und Hypothekenfälle.