Vox verknüpft Misstrauensantrag mit sofortigen Neuwahlen

Vox unterstützt einen Misstrauensantrag nur bei sofortigen Neuwahlen und ohne Zugeständnisse an Separatisten. Junts erhöht den Druck, während Feijóo abwartet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vox verknüpft Misstrauensantrag mit sofortigen Neuwahlen
Vox fordert sofortige Neuwahlen als Bedingung für Misstrauensantrag gegen Sánchez

Die parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse rücken erneut einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Pedro Sánchez in den Mittelpunkt. Die Partei Vox hat ihre Position mit einer klaren Bedingung festgelegt: Sie wird das Vorhaben nur unterstützen, wenn es zu sofortigen Neuwahlen führt und keine Kompromisse oder Zugeständnisse an separatistische Parteien beinhaltet. Die von Santiago Abascal geführte Partei bekräftigt damit ihre Bereitschaft, eine Kandidatur von Alberto Núñez Feijóo zu unterstützen, falls der König ihn als Kandidaten vorschlägt. Das Problem liegt laut verschiedenen Analysen nicht in der Stimmenzahl, sondern darin, dass die größte Oppositionspartei noch keinen konkreten Schritt unternimmt.

Wer hat die Mehrheit und wer den Willen?

Auf dem Papier sind die Unterstützer vorhanden. Vox hat bereits signalisiert, dass sie eine Investitur von Feijóo unterstützen würde, wenn Felipe VI. ihn als Kandidaten benennt. Junts per Catalunya hat durchblicken lassen, dass man die Option prüfen könnte, dementierte jedoch kurz darauf, diesen Weg aktiv zu befürworten. Der Ball liegt nun beim Partido Popular (PP), und genau dort stockt das Verfahren.

Einige Beobachter argumentieren, dass Feijóo schlichtweg nicht Präsident werden möchte, ähnlich wie sein Vorgänger Mariano Rajoy, der ebenfalls die nötigen Zahlen nicht erzwang, als sich die Gelegenheit bot. Macht erfordert Ambition, und ein Teil der Analyse geht davon aus, dass dem PP-Chef dieser Antrieb fehlt. Die Gegenposition deutet auf eine kühlere Kalkulation hin: Ohne Garantien für den Erfolg des Unternehmens schwächt ein aktives Eingreifen den PP und stärkt stattdessen Sánchez.

Die Rolle von Junts: Druckmittel oder echtes Interesse?

Die verbreitetste Hypothese besagt, dass Junts kein Interesse daran hat, die Regierung zu stürzen. Da die ERC-Partei in einer Krise steckt, profitiert Puigdemonts Partei mehr davon, Sánchez bei den Haushaltsverhandlungen unter Druck zu setzen, als sich mit PP und Vox zusammenzutun – ein Bündnis, das die eigene Basis kaum akzeptieren würde. Einen Misstrauensantrag gemeinsam mit der Rechten zu unterstützen wäre, so diverse Analysen, ein Eigentor.

Eine andere Strömung liest die Bewegung als berechnete Rache. Dem PSOE wird vorgeworfen, Puigdemont vom Amnestiegesetz ausgenommen, Junts bezüglich des wirtschaftlichen Sonderstatus getäuscht und die Kontrolle über die Generalitat de Catalunya übernommen zu haben. In diesem Szenario dient die Drohung mit dem Misstrauensantrag dazu, Sánchez daran zu erinnern, dass er weiterhin auf deren Unterstützung angewiesen ist – und um zu testen, wie weit er bereit ist, nachzugeben.

Die Kosten einer Regierungsbeteiligung von Vox

Selbst wenn das Vorhaben gelänge, wäre der Preis hoch. Eine Regierung aus PP und Vox müsste nahezu alles mit Abascals Partei aushandeln, was den Spielraum für Reformen erheblich einschränken würde. Befürworter dieses Weges argumentieren gegenteilig: In den Regionen, in denen beide Parteien gemeinsam regierten, wurden Gesetze verabschiedet, die der PP allein nicht hätte durchsetzen können; derselbe Mechanismus funktioniere auch in Madrid.

Das Alternativszenario ist Stillstand. Kommt kein Misstrauensantrag zustande, regiert Sánchez weiter mit seinen bestehenden Verbündeten, die Haushalte werden verabschiedet und die Legislaturperiode verlängert sich. Verschiedene Einschätzungen weisen darauf hin, dass die eigentliche Prüfung erst später folgt, wenn die Wähler erneut entscheiden und jemand versuchen muss, mit den dann vorliegenden Mehrheiten zu regieren.



Das Unternehmen befindet sich exakt am Ausgangspunkt: Vox stellt Bedingungen, Junts widerspricht sich innerhalb weniger Stunden selbst und der PP scheut den entscheidenden Schritt. Niemand hat bisher die Figur bewegt, die nötig wäre, um aus dieser Drohkulisse eine reale Handlung zu machen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (141 Antworten).

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