Kontoeröffnung bei der ZKB: 100.000 Euro und ein Ticket nach Zürich
Eine E-Mail auf Englisch, eine sechsstellige Überweisung und zwei Flugtickets. Das war der Preis für ein Konto bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), als diese Geschichte ihren Anfang nahm: eine Schweizer Bank, die laut der *Global Finance*-Liste damals als drittsicherste Bank der Welt galt, und das Einfallstor, das viele suchten, um einen Teil ihres Vermögens aus dem Orbit des Euro zu holen. Das Kleingedruckte fiel allerdings üppig aus: die Herkunft jedes Euros nachweisen, persönlich in Zürich unterschreiben und ein Minimum von **100.000 Euro**, das sich bei gutem Glück über sechs Monate aufbauen ließ.
Das Angebot hatte Reiz für alle, die dem Horizont mit Misstrauen begegneten. Die Kontoführung kostete laut dem ursprünglichen Bericht **20 Euro im Jahr**, das E-Banking war gratis, Online-Überweisungen kostenfrei, und die Schweiz war für Euro-Zahlungen an SEPA angeschlossen. Ein idyllisches Bild, das schnell zerfiel, sobald jemand nachrechnete.
Die Rechnung, die das Unternehmen zum Verlustgeschäft macht
Der erste Dämpfer kam auf arithmetischem Weg. Hin- und Rückflug, Mietwagen und Hotel für die Unterschrift machten rund **1.300 Euro** aus, dazu kam die Opportunitätskosten eines spanischen Festgelds, das damals etwa **4%** abwarf. Bei 100.000 Euro gebundenem Kapital sind das rund 4.000 Euro entgangener Ertrag. Bilanz im ersten Jahr: etwa **5.300 Euro Verlust** gegenüber der Alternative, einfach nichts zu tun. Die Folgerung fiel eindeutig aus: Das Geschäft lohnte sich *nicht*, wenn das einzige Ziel Rendite war.
Die Verteidigung ließ nicht lange auf sich warten. Das Geld in der Schweiz sollte zwar keine Zinsen abwerfen, das war aber auch nie der Anspruch. Ziel war die Verwahrung, die Sicherung eines Vermögens gegen das Risiko eines hypothetischen Austritts Spaniens aus dem Euro. Und damit änderte sich die Natur der Rechnung: Man verglich sie nicht mit einem Festgeld, sondern mit der Möglichkeit, alles zu verlieren. Wer von dieser Überzeugung getragen war, für den sind 20 Euro im Jahr Kleingeld.
Gold als Vorwand und der Streit, der sich darum entzündete
Das Gespräch driftete bald zum Edelmetall ab. Die eigentliche These lautete, dass sich die Sicherheit einer Schweizer Bank mit dem Schutz vor Inflation verbinden ließ, indem man einen guten Teil des Ersparten in **physischem Gold** hielt und zugleich die Steuerlast auf Zinsen in der Schweiz vermied. Und da ging es hoch her. Während die einen Gold als langfristige Vermögenssicherung verteidigten, feierten die anderen seinen Kursverfall als Blasenbestätigung und rechneten ihren Sieg ab. Die Debatte spitzte sich so weit zu, dass jemand vorschlug, den Streit um ein Jahr zu vertagen und dann zu sehen, wer recht hatte.
Auch das Immobilienargument kam auf, mit dem Hinweis, dass der Vergleich von Immobilien mit Metall trügerisch sei: Erstere sind illiquide, werden auf Kredit gekauft und hatten nach massiver Bautätigkeit und einer Kreditklemme aufgehört, sicherer Hafen zu sein. Gold dagegen lässt sich nicht nach Belieben herstellen. *Mehr dazu später*.
Vom kostenlosen E-Banking zur dreifachen Gebühr und zur Abfuhr
Die Zeit erwies sich als strengster Richter. Was als Kontoführung von 20 Euro jährlich begann, verwandelte sich laut den im Lauf der Zeit geteilten Daten in **420 Franken pro Jahr** für Nichtansässige, mit einem Mindestinvestment von 100.000 Euro und der Auflage, einen Teil des Vermögens in Fonds des Hauses zu halten. Spaniern wurde schließlich der Lebenslauf abverlangt, die letzte Steuererklärung und Nachweise über die Herkunft des Geldes, dazu die persönliche Unterschrift in Zürich – mit dem Versprechen, angesichts der großen Nachfrage aus Spanien eine Ausnahme zu prüfen.
Und dann kamen die Türen zu. Andere Schweizer Banken, die ähnliche Konditionen wie das ursprüngliche ZKB-Angebot boten, nahmen ab dem 1. Januar 2017 keine spanischen Kunden mehr an. Der Verdacht, der in der Luft lag: Jenseits der Politik der einzelnen Banken gab es einen regulatorischen Kontext, der in dieselbe Richtung drängte – der freie Kapitalverkehr hatte für den spanischen Sparer in der Praxis immer mehr Kleingedrucktes.
Die Alternative, die sich durchsetzte: ETFs und Broker ohne Reise
Wer weder die Reise noch das sechsstellige Minimum schlucken wollte, dem eröffnete sich der Weg über einen Gold-ETF, gekauft über jeden beliebigen Broker – mit dem Hinweis, dass das Metall in physischer Zuordnung bei einer Schweizer Bank besser ist, der börsennotierte Fonds aber schon ab einer Unze erwerbbar ist. Die Einstiegsgebühren lagen bei rund 0,8% für ETFs, 0,6% für Anleihen und 0,3% für Fonds, dazu 0,12% jährliche Verwahrungsgebühr. Zahlen, die für viele die Pilgerfahrt nach Zürich überflüssig machten.
Die Geschichte endet dort, wo sie begann: mit einer sehr sicheren Schweizer Bank, einem Vermögen, das geschützt werden will, und einer Bürokratie, die den Vorteil nach und nach aufgefressen hat. Die Zahl, die verstört, ist nicht das Minimum von 100.000 Euro. Es ist die Tatsache, dass das Konto, das 20 Euro im Jahr versprach, am Ende mehr als das Zwanzigfache kostete – sofern man es überhaupt noch eröffnen darf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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