Das Schweizer Refugium, das 100.000 Franken und einen Flug nach Zürich verlangt
Die Liste der sichersten Banken der Welt führt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf Platz drei weltweit und Platz eins in Europa, mit der Bestnote Triple A. Dieses Detail, das in Anlegerforen und auf Fachseiten immer wieder auftaucht, hat die Zürcher Kantonalbank zum Wunschziel spanischer Sparer gemacht, die eine Zuflucht außerhalb des nationalen Finanzsystems suchen. Das Kleingedruckte folgt später: Für Nichtansässige erfordert die Kontoeröffnung einen persönlichen Auftritt in Zürich, den Nachweis der Herkunft der Gelder und, laut dem am häufigsten zitierten Bericht im Forum, eine Mindesteinlage von 100.000 Schweizer Franken.
Der Reiz liegt nicht in der Rendite. Die Zinsen, die die ZKB bietet, sind lächerlich, wie es sich für eine Wirtschaft mit praktisch nicht existierender Inflation gehört, so die Teilnehmer der Diskussion. Gekauft wird etwas anderes: institutionelle Sicherheit, eine starke Währung und, wenn gewünscht, physisches Gold in ihren Tresoren. Manche behaupten, die Bank garantiere Einlagen unbegrenzt über den Kanton, den reichsten der Schweiz. Manche vergleichen sie mit einem Luxustresor; andere mit einem privaten Club, zu dem man nur mit Einladung und Aktentasche Zutritt hat.
Die tatsächlichen Voraussetzungen für eine Kontoeröffnung bei der ZKB
Die Informationen von denen, die Kontakt mit der Bank aufgenommen haben, zeichnen ein Verfahren ohne Abkürzungen. Die ZKB eröffnet Ausländern weder per Post noch telefonisch ein Konto. Man muss nach Zürich reisen, persönlich unterschreiben und Bankunterlagen vorlegen, die die Herkunft des Geldes belegen: Lohnabrechnungen, Steuererklärung, Kontoauszüge. Der Vertrag kann auf Englisch verfasst werden, und das Personal hat meist spanischsprachige Mitarbeiter, aber das senkt die Anforderungen nicht. Mindestens 100.000 Schweizer Franken, um überhaupt Kunde zu werden, laut dem am häufigsten zitierten Bericht. Andere Quellen nennen die Schwelle bei 80.000 Euro, sofern der Großteil in Anlageprodukten angelegt wird.
Die Kontoführung ist nicht das Problem: 24 Euro pro Jahr in manchen Fällen, 20 bei Euro-Konto, 5 bei Franken-Konto, so die Angaben eines Nutzers. Die eigentlichen Kosten sind die Anreise. Ein Flug nach Zürich kostet rund 300 Euro, dazu kommen Gebühren für Abhebungen oder Überweisungen. Die Frage, die im Raum steht: Lohnt es sich, diesen Zoll zu zahlen, um das Geld vor regulatorischen Überraschungen zu schützen?
Was bietet die Zürcher Kantonalbank neben dem Konto?
Die ZKB ist keine gewöhnliche Geschäftsbank. Sie bietet Konten in mehreren Währungen, Investmentfonds, Aktien und vor allem physisches Gold in ihren Sicherheitskammern. Das Vorzeigeprodukt für Edelmetall-Fans ist ein ETF, der durch Barren mit Seriennummer gedeckt ist, die der Kunde auf Wunsch in natura verlangen kann, so ein Forenmitglied. Das Kleingedruckte dieser Transaktion umfasst laut demselben Nutzer die Möglichkeit duplizierter Zertifikate oder mit Wolfram gefüllter Barren, wie es auf anderen Märkten vorgekommen ist. Das Vertrauen in die Schweizer Seriosität ist die einzige Bürgschaft.
Die Bank verlangt nicht, dass der Kunde Anlageprodukte abschließt, aber sie erwartet, dass sich das Guthaben bewegt. Wer 100.000 Euro ungenutzt liegen lässt, zahlt Kontoführungsgebühren und wenig mehr. Wer Rendite will, steigt in Fonds mit entsprechenden Gebühren ein. Die Struktur erinnert an einen Club: Die Eintrittsgebühr ist hoch, der Service erstklassig, und niemand verspricht, dass man Geld verdient.
Die Konkurrenz: UBS, Credit Suisse und andere Kantonalbanken
Die ZKB ist nicht die einzige Tür. Die UBS, in der Krise mit Steuergeldern gerettet, verlangt rund 50.000 Euro, um einen Ausländer als Kunden zu betreuen, und berechnet 30 Franken pro Monat, wenn das Guthaben diese Summe nicht übersteigt, so ein Bericht. Die Credit Suisse verlangt einen persönlichen Besuch und berechnet rund 400 Euro jährlich an Gebühren. Die kleineren Kantonalbanken, etwa die von Freiburg, haben die Tür für internationale Kundschaft geschlossen: Sie eröffnen keine Konten per Post und verlangen ein persönliches Gespräch. Die Genfer Bank fordert 100.000 Franken, gebunden in von der Bank verwalteten Anlageprodukten, so eine im Forum zitierte E-Mail.
Der Vergleich lässt die ZKB als solideste und zugleich restriktivste Option dastehen. Triple A gegen die Zweifel an der globalen Bankenwelt. Die Debatte ist nicht, ob die Bank sicher ist, sondern ob sich der durchschnittliche spanische Sparer den Eintritt leisten kann.
Der Kontext: Warum Menschen Schweizer Banken suchen
Die Diskussion entsteht nicht aus dem Nichts. Dahinter steht das Misstrauen gegenüber dem spanischen Finanzsystem, die Schuldenkrise und das Gefühl, dass Geld auf einem lokalen Girokonto unvorhersehbaren politischen Entscheidungen ausgesetzt ist. Das Bild des Filialleiters, der nach Überweisungen nach Europa fragt, wird immer wieder mit Ironie zitiert. Abhauen, fasst die Stimmung eines Teilnehmers zusammen. Die Schweiz erscheint als letztes Refugium, wo die Regeln nicht jeden Freitag geändert werden.
Doch das Refugium hat seinen Preis. Die Zugangsvoraussetzungen sind über die Jahre härter geworden. Was vor fünf Jahren mit einem Anruf und 1.000 Euro erledigt war, erfordert heute eine Reise, Papiere und ein Guthaben im sechsstelligen Bereich, so die Erfahrung der Foristen. Die Globalisierung des Bankgeheimnisses hat die Diskretion beendet und ein Private-Banking-Geschäft für Großvermögen hinterlassen. Der durchschnittliche Sparer, der die Liste der Triple-A-Banken neidisch betrachtet, bleibt vor der Tür.
Lohnt es sich? Das hängt davon ab, was man schützen will. Bei einem Vermögen von 100.000 Euro sind Eröffnungs- und Kontoführungskosten verkraftbar. Bei kleineren Beträgen ist die ZKB keine echte Option. Die Frage, die in der Luft bleibt: Wie viele von denen, die heute in der Schweiz Zuflucht suchen, würden es tun, wenn das Finanzsystem ihres Landes dasselbe Vertrauen wecken würde wie die Kantonalbank von Zürich?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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