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Youtuber HROM in Spanien wegen Termiten-Herstellung verhaftet
Die Guardia Civil hat den Youtuber HROM wegen der Herstellung von Termiten und der Verbreitung von Anleitungen für selbstgemachtes Napalm festgenommen.
Youtuber HROM auf seinem Grundstück wegen Termiten-Herstellung verhaftet
Die Guardia Civil (spanische Polizei) hat den Youtuber HROM, einen Ingenieur aus Castro Urdiales, festgenommen. Sein Kanal zur wissenschaftlichen Popularisierung hat in Spanien fast eine Million Abonnenten. Der Vorwurf: Herstellung von Sprengstoffen und deren Vermittlung. Laut offiziellen Angaben produzierte er mehr als 30 Kilo Thermit – eine brennbare Mischung aus Aluminiumpulver und Metalloxid – und erklärte, wie man selbstgemachtes Napalm und einen Flammenwerfer herstellt. Der Kanal, der Videos über Strömungsmechanik, Elektrizität, Öfen, Metallschmiedekunst, Raketen und Wärmemotoren enthält, löschte die Folgen, die sich mit Thermit befassten.
Was ist Thermit und warum ist es kein Sprengstoff?
In der öffentlichen Debatte wird argumentiert, dass Thermit nicht detoniert. Es handelt sich um eine exotherme Reaktion, die Metall schmelzen kann, aber keine Druckwelle wie ein konventioneller Sprengstoff erzeugt. Diese technische Nuance prägt einen großen Teil der Diskussion. Manche betonen, dass diese Unterscheidung entscheidend sei und die Bestandteile in jedem Chemikalienhandel kilogramweise erhältlich sind. Dagegen steht das Argument, dass 30 Kilo einer brennbaren Mischung kein harmloses Hobbyexperiment sind.
Das betreffende Video zeigte die vollständige Zerstörung eines Fahrzeugs auf dem eigenen Grundstück des Youtubers, zu dem laut offiziellem Bericht Feuerwehrleute keinen Zugang hatten. Zudem gab es Inhalte über selbstgemachtes Napalm und einen Flammenwerfer mit Reichweitentest. Genau solche Experimente werden seit Jahren von US-amerikanischen Wissenschaftskanälen veröffentlicht, ohne dass jemand in Handschellen endet. Die zentrale Frage dieses Falls lautet daher nicht, was er tat, sondern warum dies hier geschah und dort nicht.
Der Fall von 2022, den die Guardia Civil als Grundlage nutzte
Die Operation entstand nicht aus dem Nichts. Im Jahr 2022 wurde im Rahmen der „Operación Boxes“ eine Person in der Provinz Pontevedra festgenommen. Die Analyse seiner Computergeräte ergab laut offizieller Darstellung, dass er bei der Herstellung der beschlagnahmten Sprengstoffe Videotutorials von HROM befolgt hatte. Diese Verbindung ist es, die den Popularisierer laut Behördenangaben mit dem Fall in Zusammenhang bringt.
Hier beginnt das juristische Labyrinth. Ist der Autor eines Tutorials für die Nutzung durch Dritte verantwortlich? Diese Frage ist nicht neu; sie wurde bereits bei Chemiehandbüchern, Bauanleitungen und technischen Foren seit Bestehen des Internets gestellt. Die rechtliche Antwort ist noch offen, und dieser Fall deutet darauf hin, dass die gerichtliche Aufklärung Fragen klären muss, die über einen einzelnen YouTube-Kanal hinausgehen.
Reaktion des Kanals und die Rolle der Medien
HROM veröffentlichte ein Video, in dem er seine Festnahme und seine rechtliche Situation schildert. In Online-Diskussionen wird behauptet, der Kanal habe in den Tagen danach tausende neue Abonnenten gewonnen, mit Unterstützungsbekundungen aus Mexiko, Argentinien oder Puerto Rico. Parallel dazu schrieb die Nachrichtenagentur EFE in einem von mehreren Medien verbreiteten Bericht, HROM habe „Vorstrafen wegen Diebstahls“. Ein Datenpunkt, der in den Diskussionen als falsch bezeichnet wird und für den eine Klage gegen die Medien gefordert wird.
Ein Beitrag in den Foren besagt, dass ihm 20 Kilo Eisenoxid abgenommen wurden, die in einigen Kommentaren als „Material zur Herstellung von Sprengstoffen“ dargestellt wurden. Dabei wird betont, dass ein Metalloxid kein Sprengstoff ist. Auch wird hervorgehoben, dass Terminologie wichtig ist, wenn der Name einer Person monatelang mit dem Wort „Sprengstoff“ assoziiert wird.
Ist Wissen strafbar oder nur sein Missbrauch?
Der Kern der Angelegenheit ist unbequem. Ein Teil der Analyse vertritt die Ansicht, dass der Staat unabhängige technische Popularisierung verfolgt, während er andere, viel schlimmere Dinge toleriert. Andere Stimmen, wie etwa die Community „Galicia Bahamas“, entgegnen, dass jemand verletzt werden könnte, indem er nachmacht, was gezeigt wird. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und keines der Argumente löst das Problem vollständig.
Es gibt auch Hinweise auf ein breiteres Muster: die Verfolgung jeglichen Wissens, das Bürger autark macht. Öfen, Schmieden, Motoren, Grundchemie. Dinge, die früher in der Werkstatt des Großvaters gelernt wurden und heute auf YouTube gelernt werden, mit dem Unterschied, dass die Werkstatt keine Kommentare und keine Monetarisierung hatte. Laut einem Forenbeitrag hatte der Festgenommene bereits frühere Geldstrafen wegen Fahrens mit selbstgebauten Geräten auf öffentlichen Straßen. Die Vorgeschichte hilft nicht, verwandelt aber auch ein Video nicht automatisch in ein Verbrechen.
Klar ist jedoch, dass dieser Fall eine regulatorische Asymmetrie offengelegt hat: Dieselben Experimente, die in den USA Unterhaltungscontent sind, führen in Spanien laut Forendiskussionen dazu, dass zwanzig Beamte vor der Tür stehen. Der Kanal bleibt online. Das Verfahren ebenfalls. Und niemand weiß bisher, ob das hier angewandte Kriterium für den nächsten gelten wird, der vor einer Kamera ein Feuerzeug anzündet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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