Sánchez und die Rede vom 4. April: Schuldenlast für kommende Generationen

Pedro Sánchez’ Rede vom 4. April 2020 über zukünftige Verschuldung bleibt eng mit der Erzählung um den EU-Wiederaufbaufonds von 750 Milliarden Euro verknüpft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez, 4. April 2020: „Ressourcen künftiger Generationen abzweigen“

Am 4. April 2020, während Spanien unter Lockdown stand, kündigte Pedro Sánchez an, dass die spanische Wirtschaft sich verschulden müsse. Bis dahin eine vorhersehbare Ankündigung. Was im Gedächtnis blieb, war die Begründung: Dieser Aufwand geschehe durch das „Abzweigen wirtschaftlicher Ressourcen von künftigen Generationen“, in direkter Anspielung auf „die Kinder, die jetzt zu Hause malen“ und auf „Generationen, die noch nicht geboren sind“.

Die Transkription dieser Rede kursiert seit Jahren als zentraler Baustein einer unbequemen Erzählung: Dass die Gesundheitskrise auch für einen großangelegten Finanzierungsplan genutzt wurde. Dass Verschuldung existiert und die Rechnung aufgeschoben wird, ist unbestritten. Ob dahinter ein vorsätzlicher Plan steckt, ist eine andere Frage, bei der man vorsichtig sein sollte.

Was sagte Sánchez am 4. April 2020 genau?

Die Rede wurde gehalten, als das Wissen über die Epidemie minimal war, „lange bevor man den Verlauf der Epidemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft kannte“, wie in der Analyse betont wird, die diese Debatte auslöste. Sánchez reihte Argumente aneinander: Sicherstellung des Einkommens während der Pause, Wiederbelebung der Wirtschaft, Schaffung von Arbeitsplätzen. Und die logische Konsequenz: Die spanische Wirtschaft würde sich verschulden müssen.

Der zweite Teil ist derjenige, der am schlechtesten gealtert ist. Der damalige Premierminister verknüpfte das Opfer der Verschuldung mit einem anderen Ziel: Mittel für „diesen Kampf, den Kampf gegen den Klimawandel oder die Anpassung und Milderung dieses Klimawandels“ bereitzustellen. Eine Art zu sagen, dass die Rechnung für den Notstand und die für die grüne Transformation dieselbe Konto betreffen würden.

Die 750 Milliarden des EU-Fonds und wer die Zinsen zahlt

Die andere Zahl, die das Thema strukturiert, ist der europäische Wiederaufbaufonds, beziffert auf 750 Milliarden Euro. Die Lesart, die solche Analysen durchzieht, besagt, dass das Paket wie ein „Wiederaufbau nach dem Krieg“ ohne vorangegangenen Krieg funktionierte, finanziert durch Schulden, die auf die Steuerzahler des nächsten Jahrzehnts abgewälzt werden.

Es ist kein ausschließlich spanisches Thema. Eine Meinungsströmung besteht darauf, dass sich Zeiten und Phasen in allen westlichen Ländern wiederholten, die am Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, während Volkswirtschaften ohne Gewicht auf den globalen Märkten außerhalb des Kreislaufs von Lockdown, Maske und aufgeschobener Verschuldung blieben.

Der Skandal, der das Thema neu belebte: Der ungarische Europaabgeordnete

Die Festnahme des Europaabgeordneten József Szájer in Brüssel wurde bekannt, Mitglied der Fidesz-Partei von Viktor Orbán, im Rahmen eines privaten Treffens, das die sanitären Beschränkungen missachtete. Szájer kündigte seinen Rücktritt zum 31. Dezember an und machte eine „zunehmende psychische Belastung“ geltend; die wahren Motive wurden erst Tage später bekannt.

Für einen Teil der Analyse passt die Sequenz zu einem klassischen Muster des Drucks auf Amtsträger zur Beeinflussung von Abstimmungen, in diesem Fall die Genehmigung des Wiederaufbaufonds. Es ist eine Hypothese, keine bewiesene Tatsache. Das angeführte Präzedenzfall ist die Verhaftung des damaligen IWF-Direktors Dominique Strauss-Kahn in den USA wegen sens Belästigung einer Zimmerfrau, ein Vorfall mit enormer politischer Wirkung.

Derselbe Verdacht erstreckt sich auf einen früheren Vorfall in Madrid, verbunden mit polizeilichen Aufnahmen ohne richterliche Kontrolle in Einrichtungen in der Calle San Bernardo, laut Berichten aus dem Umfeld des Kommissars Villarejo. Nichts davon wurde durch ein rechtskräftiges Urteil bestätigt, und so muss es behandelt werden.

Das Verschwörungsrahmen: Was keine Beweise stützt

Ein Großteil des Materials stellt die Fakten in einen globalen Plünderungsplot. Dazu gehören Behauptungen – ein angeblich gelenkter demografischer Austausch, Erpressungen orchestriert von ausländischen Geheimdiensten, ein angeblich abgestimmtes Drehbuch gegen ganze Länder –, die keinerlei dokumentarische Unterstützung haben. Es sind Meinungen, keine Daten, und man sollte sie als das behandeln, was sie sind: ungeprüfte Glaubenssätze.

Was Bestand hat, ist der Ausgangspunkt: Der Staat nahm 2020 Schulden auf und schob sie in die Zukunft. Was mit diesem Geld geschah und zu welchen Kosten es zurückgezahlt wird, ist eine legitime Frage, unabhängig von den Theorien, die sie umgeben.

Vom Cobi19 zur Ukraine: Dasselbe Schema

Jahre später wurde derselbe argumentative Guss auf Waffenlieferungen an die Ukraine und den möglichen Einsatz spanischer Streitkräfte angewendet, mit Verschuldung als Hintergrund. Der letzte Anstieg des Themas zeigt, dass der Rahmen lebendig bleibt: Krise, aufgeschobene Schulden und eine Rechnung, die immer kommt.

Abschluss

Der Satz, der diesen Artikel eröffnet – die Kinder, die zu Hause malen – kann Jahre später Wort für Wort reproduziert werden. Auch die Schulden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (216 Antworten).

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