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Wohnungen für 300.000 bis 500.000 Euro in Mataró von Verwahrlosung übernommen
Wohnungen für 300.000 bis 500.000 Euro in Mataró, mit besetzten Schaukeln und Drogenkonsum laut Anwohnern. 74 Polizeikontrollen und 23 Protokolle wegen Ordnungswidrigkeiten, doch keine...
Wohnungen für 300.000 bis 500.000 Euro in Cancelar von Verwahrlosung übernommen
Eine Neubauwohnung in erster Reihe am Strand, nur einen Schritt vom Vorortbahnhof mit Verbindung nach Barcelona entfernt, schien ein sicheres Geschäft. In der Wohnanlage an der Uferpromenade von Cancelar lagen die Preise zwischen 300.000 und 500.000 Euro. Der Bauträger verkaufte das Projekt als idyllisches Zuhause, und die Stadt benannte den angrenzenden Platz nach einem maritimen Votivbild aus dem 15. Jahrhundert plaza de la Coca. Ein Jahr später, so die Schilderung der Bewohner, sind die Schaukeln am Morgen von obdachlosen Menschen besetzt, ist der Kinderspielplatz zum Drogenkonsumort geworden, und die Familien kommen nicht mehr zum Spielen herunter.
Was auf der plaza de la Coca in Cancelar passiert ist
Der Verfall beschleunigte sich in weniger als zwölf Monaten. Die Anwohner beschreiben einen öffentlichen Raum, der von Gruppen besetzt ist, die sich nach ihrer Darstellung aus Badalona und Sant Adrià kommend dort niedergelassen haben, darunter Familienclans, die aus Vierteln wie Sant Roc und La Mina verdrängt wurden. Die Stadträtin von Cancelar, Núria Moreno, antwortete im Plenum, es seien 74 Polizeikontrollen durchgeführt und 23 Protokolle wegen Ordnungswidrigkeiten aufgenommen worden, und räumte ein, wegen des Profils der Personen, die den Ort besetzen, keine Bußgelder verhängt zu haben.
Das Zusammenleben ist zerbrochen. Manche erklären, sie müssten um fünf Uhr morgens zur Arbeit los und gingen um den Platz herum, um Belästigungen in angrenzenden Straßen wie der Lepanto zu vermeiden. Andere melden Einbrüche in Abstellräumen, illegale Hausbesetzungen und mit Fotos dokumentierte Ordnungswidrigkeiten. Die Polizei, wenn sie kommt, beschränke sich darauf, Personalien aufzunehmen und wieder zu gehen, so die Betroffenen. Die Stadtverwaltung hält daran fest, sie setze „auf Dauer angelegte Instrumente“ ein, um die Lage zu steuern.
Gehobene Klasse als Werbebotschaft
Das Etikett „gehobene Klasse“ für Wohnanlagen zwischen 300.000 und 500.000 Euro stößt auf Skepsis. Ein Teilnehmer der Debatte argumentiert, in einem Land, in dem ein Bruttogehalt von 30.000 Euro im Jahr an die statistische Oberschicht grenze, sei eine halbe Million für eine Wohnung in einem Block kein Luxus. Das Gebiet habe zudem eine besondere Geschichte: Laut einem Nutzer war es jahrzehntelang Industriefläche, mit einem Bordell in einem der Erdgeschosse, bevor es in Wohnbebauung umgewandelt wurde.
In Debatten über Stadterneuerung wiederholt sich ein Muster. Die Aufwertung eines Viertels kommt nicht allein mit Ziegeln. Sie erfordert anhaltenden Druck der Verwaltungen, Investitionen in Dienstleistungen und vor allem Zeit. Fehlt dieser Druck, kann das Ergebnis das Gegenteil sein: Der Käufer aus der oberen Mittelschicht wird zur Geisel seiner eigenen Investition.
Ist Gentrifizierung eine automatische Lösung?
Nein. Der Glaube, es reiche, teuren Wohnraum zu bauen, damit sich die Verwahrlosung von selbst verlagert, ist ein Lehrbuchfehler. Echte Gentrifizierung verlangt, dass die öffentliche Hand den Prozess vor dem ersten Ziegelstein vorantreibt, dass der Käufer Kontakte und Druckmöglichkeiten hat und dass Jahre vergehen. Ohne das ist das Ergebnis das, was die Anwohner von Cancelar beschreiben: Wohnungen für eine halbe Million mit Blick auf den Yachthafen und ein Platz, den niemand nutzt.
Die von manchen Seiten vorgeschlagene Alternative ist die Privatisierung des Raums: den Platz in ein abgeschlossenes Areal mit Zugang nur für die angrenzenden Häuser zu verwandeln. Andere Stimmen verweisen auf private Sicherheitsdienste, die die Bewohner selbst beauftragen. Und manche erinnern daran, dass das Problem nicht auf Cancelar beschränkt ist: Viertel in Vitoria, Expansionsgebiete in Valencia und ein guter Teil der Metropolregion Barcelona stehen vor ähnlichen Spannungen.
Die Kosten des Lebens in einem Entwicklungsgebiet
In einem noch zu entwickelnden Gebiet zu kaufen, ohne private Umzäunung und Zugangskontrolle, ist ein riskanter Einsatz. In Katalonien kommen zudem der rechtliche Rahmen und die Steuerlast für Eigentümer als zusätzliche Komplexitätsebenen hinzu. Die betroffenen Anwohner haben begonnen, sich in sozialen Netzwerken zu organisieren, und bereiten Proteste vor, darunter die Blockade der Landstraße N-II. Sie fordern entschlossenes Handeln und kritisieren, was sie als Gutmenschentum der Stadtverwaltung ansehen.
Die Frage ist nicht, ob Cancelar den Platz zurückgewinnt. Sie ist, ob das Modell der Wohnbebauung in erster Reihe ohne Garantien für die Kontrolle des öffentlichen Raums weiter als gehobene Klasse verkauft wird. Genießt, was ihr gewählt habt, fasst ein Teil der Nachbarschaft zusammen. Der andere hofft, dass jemand handelt, bevor der nächste Käufer entdeckt, dass sein idyllisches Zuhause sich den Bürgersteig mit der Obdachlosigkeit teilt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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