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Colau macht Polizei und Rechte für Plünderungen in Barcelona verantwortlich
Ada Colau gibt der Polizei und der extremen Rechten die Schuld an den Plünderungen in Barcelona, während ihre Wohnungspolitik und die offizielle Erzählung zunehmend infrage gestellt werden.
Colau macht Polizei und extreme Rechte für die Plünderungen in Barcelona verantwortlich
Wer ist schuld, wenn eine Wohnungsprotestaktion in Plünderungen von Geschäften im Zentrum Barcelonas endet? Für die Bürgermeisterin liegt die Antwort nicht bei denen, die die Schaufenster einschlagen. In einer im Rahmen der Debatte verbreiteten Botschaft machte Ada Colau die Polizei und die extreme Rechte für die Ausschreitungen verantwortlich, und das Argument wirkte selbst bei denen wie eine kalte Dusche, die ihre Diagnose des Wohnungsproblems teilen. Die anschließende Diskussion dreht sich nicht darum, ob es ein Wohnungsproblem gibt —das gibt es—, sondern darum, warum die Stadtoberste lieber auf Außenstehende zeigt, als das Scheitern der eigenen Politik einzugestehen.
Die Wohnungspolitik, die Colau nicht gelöst hat
Die erste Angriffsfläche ist ihre Amtsführung. Barcelona hat ein Problem beim Zugang zu Wohnraum, das die Bürgermeisterin selbst zu ihrer Paradeangelegenheit gemacht hat, und ihr wird vorgehalten, dass die Stadt weniger Mietwohnungen bietet, als ihrer Bevölkerung entspräche. Manche halten dagegen, dass die Stadt genauso viele Mietwohnungen hat wie eine andere mit halb so vielen Einwohnern, und dass das kein Zufall ist, sondern das Ergebnis einer Politik, die Angebote vom Markt verdrängt hat. Die Ironie ist fein: Wer das Wohnungsproblem lösen wollte, führt es nun als Beweis an, dass es das Problem gar nicht gibt.
Die zweite Front ist die Wahlkampffront. Wenn die Amtsführung so schlecht ist, warum stellt die Linke sie wieder auf, und warum hat sie so gute Chancen, ihren Sitz zu behalten? Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint: Sie zielt auf eine Wählerschaft ab, die nicht nach Leistung, sondern nach Identität wählt. Und dort funktioniert das Argument der äußeren Schuld: Wenn der Feind die extreme Rechte ist, wird jede interne Kritik zur Komplizenschaft mit dem Gegner.
Die Sicherheits-Erzählung und der Fall Marseille
Der Vergleich mit anderen europäischen Städten ist voll in die Diskussion eingegangen. Gegen die offizielle These, dass Einwanderung nichts mit Kriminalität zu tun habe, wurde der Fall Marseille ins Spiel gebracht, der als eine der unsichersten Städte Europas dargestellt wird. Die Diskussion hat sich, wie zu erwarten, bei der Ursachenzuschreibung verstrickt: Die einen blicken auf die demografische Zusammensetzung, die anderen auf Einkommensniveaus und die institutionelle Vernachlässigung bestimmter Viertel. Über den Ausgangspunkt streitet niemand: Es gibt europäische Städte, in denen Unsicherheit ein Problem erster Ordnung ist und in denen die offizielle Erzählung nicht recht zur Wahrnehmung der Bürger passt.
Das eigentliche Problem: Wer legitimiert wen?
Das Gespräch driftet zu einer unbequemeren Frage: der Verantwortung der Wähler. Wenn die Bürgermeisterin der Polizei die Plünderungen zuschreibt und trotzdem über eine solide Wählerbasis verfügt, geht es im Debate nicht mehr um Colau, sondern um die, die sie tragen. Das ist das Argument, das den Kreis schließt: Die Kritik an der Amtsführung wird zur Kritik an der Wählerschaft, die sie legitimiert. Und dort helfen keine Daten mehr, nur noch Schützengräben.
Die Szene hat Substanz. Eine Stadt, die sich als Modell des Zusammenlebens verkauft, ein Rathaus, das auf die Sicherheitskräfte zeigt, und eine Wohnungsprotestaktion, die mit verwüsteten Geschäften endet. Die offizielle Erzählung hat für alles eine Erklärung. Es fehlt nur noch jemand, der sie glaubt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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