Valencia-Brand: 600.000 € mit Composite-Fassade

Das 2005 errichtete Gebäude wurde als Luxusobjekt für 600.000 Euro verkauft, besaß jedoch eine Fassade aus Composite-Panels. Wo lag der Mehrwert?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Valencia-Brand: 600.000 € mit Composite-Fassade
„Luxus“ und 600.000 Euro: Der Preis spiegelte nicht die Qualität wider

„Es war entsetzlich. Alles brannte in fünf Minuten nieder. Ich habe meinen Sohn genommen und bin geflohen. Ich habe alles verloren.“ Die Frau, die diese Worte spricht, ist eine der Eigentümerinnen eines Gebäudes, das 2005 errichtet und bei einem Brand in Valencia beschädigt wurde. Ihr Zeugnis, gesammelt von Levante-EMV, endet mit der Frage, die den Kern des Problems trifft: „Uns wurde gesagt, es sei ein Objekt im gehobenen Segment. Wo ist hier der Luxus?“ Die Antwort des Marktes selbst ist unbequem. In Spanien ist „alto standing“ (gehobenes Segment) eher ein Preisschild als ein Qualitätszertifikat. Manche argumentieren, dass die tatsächliche Schwelle für diesen vermeintlichen Luxus erst bei einer Million Euro liegt. Alles darunter wird als Luxus verkauft, ohne es zu sein.

Wer regierte 2005 beim Bau des Gebäudes?

Im Jahr 2005 regierte José Luis Rodríguez Zapatero, und Teile der Analyse machen dieses Datum zum Schwerpunkt der politischen Verantwortung. Dieses Argument stößt jedoch auf einen Detailunterschied: Die Norm, die das Bauwesen regelte, das Gesetz 38/1999 vom 5. November über die Ordnung des Bauwesens (Ley de Ordenación de la Edificación), stammt noch aus der Zeit vor dieser Regierung. Zudem ist sie staatlich. Den Technischen Baubestimmungen (Código Técnico de la Edificación) erlassen nicht die autonomen Regionen; die Pflichten und Garantien des Bauprozesses werden in Madrid festgelegt. Daher verteilt ein anderer Ansatz die Schuld auf Ministerien, Berufsverbände der Architekten und Bauleiter sowie auf die Bauträger.

Eine Frage bleibt unbeantwortet und undokumentiert: Warum gilt ein damals zugelassenes Material heute als unzureichend sicher? Der Brand des Grenfell Towers in London ist der Präzedenzfall, der in der Diskussion zitiert wird. Dort wird behauptet, dass weder das Ministerium noch die Berufsverbände danach eine umfassende Überprüfung der Gebäude veranlassten, die mit derselben Art von Paneelen verkleidet waren.

Was sind Composite-Panels und warum brennen sie?

Zwei Metallbleche – Aluminium, Edelstahl, Kupfer oder Messing – und ein innerer Kern aus thermoplastischen Harzen aus Polyethylen oder Mineralstoffen. Das beschreibt buchstäblich der Katalog eines Herstellers, angeblich datiert auf 2012. Das Composite-Material versteift das Panel und ermöglicht es, es zu biegen, ohne die Form zu verlieren: leicht, formbar, optisch ansprechend. Die Schwachstelle liegt im Füllmaterial. Hinzu kommt, laut einer in der Diskussion kursierenden Analyse, das Design der hinterlüfteten Fassade. Diese besitzt einen Hohlraum, durch den unten Luft eindringt und oben ein Kompressor sie bewegt, wobei die Luft durch alle Stockwerke, Küchen und Bäder zirkuliert. Ein vertikales Lüftungsrohr entlang der gesamten Gebäudehülle.

Wer mit Dämmstoffen arbeitet, relativiert dies. Das in den Hohlraum injizierte Zellulose sei feuerhemmend behandelt und brenne nicht, so das Argument. Das Problem entsteht, wenn jeder Eigentümer eigenmächtig eingreift: Manche isolieren Steckdosenkästen mit Polyurethanschaum und verwandeln eine Trennwand in einen Zündstoff. Der unversiegelte Luftspalt tut den Rest.

Evakuierungsprotokoll und der Grenfell-Präzedenzfall

Ein in der Analyse verbreitetes Zeugnis besagt, dass eine Familie im Badezimmer eingeschlossen blieb, weil ihr angewiesen wurde, nicht hinauszugehen, und Stunden später kam die gegenteilige Anweisung. Die Parallele zu London wiederholt sich, so berichten es die Teilnehmer der Diskussion: Auch dort gab es zunächst die Anweisung zum Verbleib im Gebäude, bevor man zum „Rette sich wer kann“-Modus überging. In Spanien ist die Anweisung, zu Hause zu bleiben, wenn Rauch bereits die Treppenhäuser dominiert, ein umstrittenes Protokoll. Hier bemisst sich der Schaden an Opfern. Jegliche Anschuldigungen bezüglich des Handelns der Rettungsdienste sind zum Zeitpunkt dieser Analyse öffentlich ungeklärt: Es gibt Berichte Betroffener und offene Zweifel daran, ob die Einsatzleitung oder die Koordination versagte.

Preis ist nicht Qualität: Die Treppe, die niemand beachtet

Die kursierenden Zahlen zeichnen eine unbequeme Skala. Eine Wohnung für 200.000 Euro und eine andere für 500.000 Euro in derselben Stadt unterscheiden sich, wie behauptet wird, kaum voneinander, außer in der Lage. Ein Teilnehmer beziffert die in Valencia verkaufte Wohnung, die als „alto standing“ beworben wurde, auf 600.000 Euro. Und der wahre Luxus, den manche erst bei einer Million Euro sehen, liegt oft nicht in den Quadratmetern oder der Ausstattung. Gezahlt wird für den Boden, das Viertel, das Label. Die Konsequenz ist, dass Käufer davon ausgehen, ein hoher Preis bedeute ein besser gebautes Gebäude. Diese Äquivalenz existiert nicht. Und wenn die Verkleidung in fünf Minuten abbrennt, stellt der Rauch die Rechnung.

Wer zahlt, wenn die Wohnung verloren geht?

Die Hausratversicherung deckt Inhalt und Gebäude ab, und die Auszahlung hängt von der jeweiligen Versicherungssumme ab, wie in der Debatte erklärt wird. Hinzu kommt die Police der Eigentümergemeinschaft, die meist Abrisskosten und andere gemeinsame Ausgaben übernimmt. Der anteilige Grundstücksbesitz bleibt in jedem Fall beim Eigentümer. Niemand, der eine solche Abwicklung durchgemacht hat, beschreibt sie als einfach.

Da die Ursache des Brands noch nicht abschließend geklärt ist, stagniert die Analyse genau dort, wo es wichtig wird: Ob die Norm dieses Material erlaubte, ob jemand danach überprüfte und warum ein Eigentümer einen Luxuspreis für eine Gebäudehülle zahlte, die komplett abbrannte. Niemand diskutiert mehr den Begriff „alto standing“. Diskutiert wird, wer ihn unterschrieb.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (281 Antworten).

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