WhatsApp kostet 0,89 Euro pro Jahr: Zahlen oder zu LINE wechseln

WhatsApp hat mit einer jährlichen Gebühr von 0,89 Euro begonnen. Während Tricks zur Umgehung kursieren, gewinnen kostenlose Alternativen wie LINE, Spotbros und Google Talk an Boden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

WhatsApp kostet 0,89 Euro pro Jahr: Zahlen oder zu LINE wechseln
0,89 Euro jährlich für WhatsApp zahlen oder kostenlos zu LINE wechseln

Neunundachtzig Cent im Jahr für unbegrenzte Nachrichten. Weniger als ein Bier, weniger als zehn einzelne SMS, und dennoch hat die Ankündigung, dass WhatsApp Gebühren erhebt, eine Debatte zwischen Empörung und nüchterner Kalkulation ausgelöst. Der genaue Betrag variiert je nach Nutzer: Einige zahlten 78 Cent, andere 86, wieder andere 89, und ein Nutzer schloss den Vorgang bei 0,58 Euro jährlich ab, nachdem er mehrere Jahre im Voraus in Dollar bezahlt hatte. Aus der Ferne betrachtet ist der Preis nicht das Problem. Das Problem ist alles andere.

Was WhatsApp-Kosten ausmacht und warum niemand sie zahlen möchte

Das Argument der Befürworter des Bezahlens ist schwer zu widerlegen: Softwareentwicklung ist nicht kostenlos, ebenso wenig wie Vertrieb, und die Wartung von Servern, Traffic und Programmierern muss irgendwie finanziert werden. Sie erinnern daran, dass auch Netzbetreiber ihre Infrastruktur nicht verschenken und man trotzdem ohne mit der Wimper zu zucken einen Preis pro Gesprächsminute zahlt.

Dem gegenüber steht der häufigste Vergleich mit SMS: Wer die App täglich nutzt, hätte für traditionelle Nachrichten weit mehr ausgegeben als ein ganzes Jahr Dienst kostet. Die Schlussfolgerung der Zahlbefürworter ist einfach: Für den Preis eines Drinks gibt es ein Jahrzehnt Messaging. Und die Gegenfrage: Wenn etwas kostenlos war, warum hört es auf, kostenlos zu sein?

Einmalzahlung oder Jahresabo? Die Lücke zwischen iPhone und Android

Hier taucht die erste ernsthafte Ungerechtigkeit auf. Beim iPhone wurde einmal im Leben gezahlt. Bei Android muss jährlich erneuert werden. Dieses Detail, eher als der Betrag selbst, hat viele aufgeschreckt: 0,89 Euro alle zwölf Monate zu zahlen, wenn es auf der anderen Plattform lebenslang kostenlos ist, macht Android-Nutzer zu Kunden zweiter Klasse.

Die Beschwerde kommt nicht vom Geiz, sondern vom Wunsch nach Symmetrie. Wenn der Dienst derselbe ist, sollte die Behandlung dieselbe sein. Während einige berechnen, wie viel sie sparen, berechnen andere, wie viele Jahre sie bereits für etwas bezahlen, das ihr Nachbar im Betriebssystem nie zahlt.

Zahlung per Karte oder PayPal: Die Angst vor Bankdaten

Ein Großteil der Ablehnung hängt nicht mit dem Preis zusammen, sondern mit der Methode. Manche haben weder Kreditkarte noch PayPal und denken nicht daran, sich diese anzulegen, um einen lächerlichen Betrag zu begleichen; sie fordern Zahlung per SMS, auch wenn es doppelt so teuer wird. "Ich sehe das Problem in der Zahlungsart", fasst eine der häufigsten Positionen zusammen.

Wer bereits gezahlt hat, bevorzugt PayPal vor der Kreditkarte, und mehrere empfehlen, die Daten der digitalen Geldbörse unmittelbar nach Abschluss der Transaktion zu löschen, falls eine Anwendung beschließt, ohne Erlaubnis etwas mehr abzubuchen. Die Angst gilt nicht WhatsApp: Sie gilt allem, was mit dem Bezahlen am Handy verbunden ist.

LINE, Spotbros und Google Talk: Kostenlose Alternativen sind vorhanden

Die Bedrohung hat Namen. LINE bietet kostenlose Nachrichten und Sprachanrufe an und wirbt im Fernsehen, sodass viele darauf setzen, dass die App mit den grünen Sprechblasen in wenigen Monaten überholt wird. Spotbros vermarktet sich als spanische Technologie mit geolokalisierten öffentlichen Chats und Verschlüsselung. Google Talk und Skype decken Text, Sprache und Videokonferenzen für kleinere Kreise ab.

Alle kostenlos, und alle mit ihrem eigenen Geschäftsmodell dahinter. Hier stellt sich die unbequeme Frage: Wie lange dauert es, bis die kostenlose Alternative aufhört, kostenlos zu sein? Manche behaupten, LINE werde irgendwann genauso Gebühren erheben, sobald es die WhatsApp-Nutzer absorbiert hat, denn diesen Betrieb ohne Einnahmen aufrechtzuerhalten ist teuer, und wenn das Produkt nicht bezahlt wird, ist das Produkt man selbst.

Der Trick mit Kontoschließung und ablaufende Zahlungen

Der Schlauheit hat ihre Methode. Konto schließen, App deinstallieren, neu installieren und ein neues Konto eröffnen: ein weiteres Jahr ohne Zahlung. Andere prahlen damit, beim Erscheinen der Warnung das Telefon auf Werkseinstellungen zurückzusetzen, und bei älteren Geräten heißt es, man habe nie zahlen müssen.

Am anderen Ende stehen jene, die zahlten und weiterhin die Ablaufmeldung sehen. Ein Fall berichtet, dass Wochen nach der Zahlung erneut die Warnung erschien, der Dienst laufe in fünfzehn Tagen ab. Ein anderer zahlte versehentlich zweimal und sammelte zwei Jahre bis 2015 an, nur um später festzustellen, dass der Dienst wieder verschenkt wurde.

Angesichts dieser Lage lautet die Frage nicht mehr, ob es sich lohnt, weniger als einen Euro im Jahr zu zahlen. Es geht darum, wie lange Menschen bereit sind, für etwas zu zahlen, während ihr Nachbar es gratis mit einem Zwei-Minuten-Trick bekommt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (127 Antworten).

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