Wer in Madrid 2.500 € für einen 40-m²-Keller zahlt

Zwanzig Menschen auf 40 m², ein Bad und 2.500 € Miete im Monat: der Mietmarkt und befristete Saisonverträge nach dem Protestcamp an der Puerta del Sol.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wer in Madrid 2.500 € für einen 40-m²-Keller zahlt
Der 40-m²-Keller, in dem zwanzig Menschen 2.500 € im Monat zahlen

Ein Keller ohne Fenster und ohne Heizung. 40 Quadratmeter. Zwanzig Menschen – darunter zwei Mädchen und zwei Babys – für ein einziges Bad. Die Miete: 2.500 Euro im Monat. Der Fall wurde von El País aufgegriffen und ist seitdem das Sinnbild eines Mietmarkts, der nicht mehr in Quadratmetern gemessen wird, sondern darin, wie viele Menschen hineinpassen.

Auf dieses Bild hat sich eine Kontroverse gebaut, die beim Camp an der Puerta del Sol beginnt. Eine kursierende Behauptung lautet, neun von zehn Campierenden seien Kinder von Spaniern und Migranten seien dort kaum zu sehen. Nicht weil es sie nicht gäbe, sondern weil, so eine der Nachrichten, viele arbeiten waren und weil der Wohnungsmarkt sie ohnehin an einen anderen Ort verdrängt.

Wer beim Camp dabei ist – und wer nicht

Gegen diese These hält ein anderer Teil der Analyse dagegen, dass ein Camp keine Volkszählung ist. Manche argumentieren, die sichtbaren Studenten stammten aus Familien mit Spielraum, die es sich leisten könnten, ein Wochenende am Sol zu verbringen und danach ins Erasmus nach Rotterdam zu gehen. Andere erwidern, viele der Abwesenden seien schlicht bei der Arbeit gewesen.

Das Detail, das immer wieder auftaucht, hat weniger mit denen zu tun, die protestieren, als mit denen, die die Miete kassieren. Mehr als die Hälfte der Mieter in Spanien wurde außerhalb des Landes geboren, und der Anteil steigt, wenn man nur Miethaushalte mit Kindern betrachtet.

Saisonmiete – der Weg, der die Mietbremse umgeht

Das ist die zweite Achse der Kontroverse. Wer kürzlich eine Wohnung gesucht hat, beschreibt ein bekanntes Muster: Saisonverträge, ungedeckelte Preise und ein Schreiben im April mit der Ankündigung, dass es Zeit ist zu gehen. Eine Person, die bereit war, 1.000 Euro im Monat zu zahlen, musste die Wohnung im Frühjahr räumen.

Die Lehre daraus ist unbequem für jede offizielle Erzählung: Das Problem ist nicht nur, dass die Mietbremse unzureichend ist, sondern dass die Saisonvertrags-Konstruktion es erlaubt, sie zu umgehen. Wenn der Vermieter zwischen einem geschützten und einem ungeschützten Vertrag wählen kann, ist diese Wahl nicht neutral.

Der Mieter, der sich nicht wehrt – und der, der es tut

Das zugespitzteste Argument betrifft den idealen Mieter. Eine kursierende These besagt, der große Vermieter bevorzuge jemanden, der ohne Murren zahlt, lange Schichten arbeitet und keine Verbesserungen fordert. Auf der anderen Seite steht der Mieter, der protestiert oder fragt, warum die Miete steigt.

Das ist keine neutrale These, und wer sie vertritt, lädt sie mit Absicht auf: Es ist die Rede von Austausch, von Vermietern, die Türen öffnen, und von einem Geschäft, das die Not anderer verwertet. Die Gegenseite erwidert, dieser Rahmen vermische Einwanderung mit Kriminalität und verhindere so, das eigentliche Problem zu sehen – die Preise.

Was die Mietzahlen in Spanien sagen

Die zitierten Daten sind spärlich, deuten aber in eine Richtung, die für alle unbequem ist. In Miethaushalten mit Kindern ist zu 67,1 % die Bezugsperson des Wohnungsverhältnisses eine Person, die außerhalb Spaniens geboren wurde. Das ist keine Meinung über Integration: Es ist ein Röntgenbild davon, wer zur Miete wohnt und zu welchem Preis.

Manche sehen darin den Beweis für ein Geschäft, das Menschen ohne Alternativen braucht; andere lesen genau das Gegenteil daraus: dass die Knappheit des Angebots jeden verdrängt, egal woher er kommt. Das Einzige, was keine Deutung zulässt, ist der Keller. 40 Quadratmeter, ohne Fenster, ein Bad, zwanzig Menschen, 2.500 Euro. Diese Zahl braucht keine Interpretation.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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