Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Warum Spaniens Geburtenrate in den 80ern und 90ern einbrach
Spanien wurde vom geburtenstärksten Land Europas zum Land mit der niedrigsten Geburtenrate weltweit, unter Japan: Verhütungsmittel, Arbeitslosigkeit und sozialer Wandel.
Vom Geburtenhoch zur niedrigsten Rate der Welt in zwei Jahrzehnten
Der Einbruch hatte nicht eine Ursache: Es waren fünf, die gleichzeitig auftraten. Bis Mitte der Siebziger war Spanien eines der fruchtbarsten Länder Westeuropas und beendete das Jahrhundert mit kaum einem Kind pro Frau, dem niedrigsten Wert des Planeten, sogar unter Japan. Was Frankreich mehr als ein Jahrhundert brauchte, geschah hier in zwanzig Jahren.
Die Frage, ohne Schnörkel gestellt, lautet: Was brach zwischen Francos Tod und Ende der Neunziger zusammen? Und die Antworten sind unbequem: Verhütungsmittel, Arbeitslosigkeit, Wohnraum, Frauen im Erwerbsleben und ein Mentalitätswandel, den keine öffentliche Politik bremsen konnte.
Kondome waren bis 1976 verboten
Bevor man Theorien sucht, lohnt sich ein Blick auf bürokratische Details. Kondome waren in Spanien seit 1938 verboten; ihre Entkriminalisierung war laut Erinnerungen eines der ersten Dekrete in Suáres Ära, 1976. Bis dahin erfolgte Familienplanung im Geheimen oder gar nicht.
Diese Szene beschreibt jemand präzise, der es hautnah erlebte: Sein Vater kaufte Kondome auf dem Schwarzmarkt, im Schmuggel, und musste dafür Anfang der Siebziger ins Barrio Chino von Barcelona gehen. Wer diese Reise nicht unternahm, hatte keine Methode. Daher waren vier Kinder in Dörfern eher Norm als Ausnahme. Der Zugang zu Kondomen und Pille erklärt mehr als die Sarracena der damaligen Zeit zugeben will.
Wie schwer wog die Arbeitslosigkeit? 23 % 1985 und 27 % 1993
Schwer, sehr schwer. Zwei Krisen verschlangen das Jahrzehnt: eine lange ab 1973, die hier ab 1976/78 stark spürbar wurde und sich über etwa 15 Jahre zog, und eine heftige, kurze Anfang der Neunziger. Befürworter der wirtschaftlichen These verweisen auf die Arbeitslosenquote von 23 % 1985 und 27 % 1993, in einem Land, das zudem sah, wie Heroin die Jugend in den Stadtvierteln verwüstete.
Bei diesen Quoten war ein Kind kein Projekt, sondern ein finanzielles Risiko. Aber die Daten widerlegen die einfache Erklärung. Die folgenden Boomjahre erholten die Geburtenrate etwas, dann fiel sie wieder. Und es gibt einen unbestrittenen Gegenpunkt: Wer weniger hat, bekommt mehr Kinder. Die Korrelation zum Einkommen ist negativ, nicht positiv.
Frauen, die studierten, arbeiteten und aufhörten, eine Versicherung zu sein
Hier liegt der tiefgreifende Wandel. Bis in die Sechziger hatte man auf dem Land Töchter aus einem ganz konkreten Grund: dass sie im Alter für die Eltern sorgen. Sobald diese Rolle keine Pflicht mehr war und Frauen massenhaft an Universitäten und in den Arbeitsmarkt drängten, verschwand der Anreiz.
Das demografische Ergebnis ist eindeutig: Zwischen 30 % und 35 % der in den Siebzigern geborenen Frauen haben keine Kinder. Das Scheidungsgesetz von 1983 und die verbreitete Idee, jeder könne mit seinem Leben machen, was er wolle, besiegelten ein bereits rissiges Familienmodell. Die häufigste Kritik richtet sich gegen Feminismus und Gleichstellungspolitik als ideologischen Motor; die wohlwollendere sieht die Entscheidung primär von Lohn und Wohnraum abhängig.
Ein europäisches Phänomen: Frankreich sank schon im 19. Jahrhundert
Der spanische Fall ist kein isoliertes Experiment. Frankreich begann vor allen anderen zu sinken: 1800 hatte es 50 % mehr Bevölkerung als Spanien und Großbritannien zusammen, und um 1900 lag es gleichauf mit Großbritannien und unter Deutschland. Für diesen Rückgang werden Entchristlichung, prekäre Urbanisierung und Erbrecht verantwortlich gemacht, lange bevor moderne Verhütungsmittel existierten.
Dort liegt die Nuance, die schnellen Erklärungen entgeht: Man kann kinderlos bleiben ohne Kondome, wenn die Menschen keine Kinder mehr wollen. Die spätere Heiratszeit, die schon bei den Krisen des 17. Jahrhunderts als automatischer Regulator funktionierte, tat den Rest. Was Spanien unterscheidet, ist die Geschwindigkeit und das Niveau, auf dem es landete.
China, Korea und Indien: dieselbe Kurve in anderer Größenordnung
Das Phänomen ist global. China hat durch die Ein-Kind-Politik gesehen, wie die Geburten in zehn Jahren auf weniger als die Hälfte fielen: unter ein Kind pro Frau und mit mehr als drei Millionen verlorenen Einwohnern. Indien wächst weiter um 12 Millionen pro Jahr, hat aber seine Ersatzrate überschritten, mit internen Unterschieden von 5 oder 6 Kindern pro Frau bis hin zu kaum einem.
Es bleibt ein Kontinent, der der Trend widerspricht. Die Urbanisierung in kleinen Wohnungen, selbst in Nordafrika, treibt zur Empfängnisverhütung, egal wie religiös die Praktizierenden sind. Die hohe Geburtenrate der Vergangenheit, argumentieren einige, war das Unsinnige: Niemand will unbegrenztes exponentielles Wachstum.
Mit der Karte auf dem Tisch lautet die Vorhersage wie immer: Die Rate wird weiter sinken und sich dann auf einem niedrigen Boden stabilisieren, von dem nur Länder herauskommen, die öffentliches Geld darin investieren. Nichts garantiert, dass dies in Spanien geschieht. Und auch nicht, dass es funktioniert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (150 Antworten).
Ungarn stieg dank Subventionen von 1,23 auf 1,55 Kinder pro Frau und fällt nun wieder zurück; Frankreich sank von 2,0 auf 1,7. Kein Staat besiegt die demografische Winterkrise.
Ein Rabatt von 0,10 % auf die Hypothek spart 100 Euro pro Jahr je 100.000 Euro Kredit. Kostet die Versicherung der Bank 200 Euro mehr, lohnt sich die Bindung nicht.
Obama erhielt 2009 den Friedensnobelpreis, nur neun Monate nach Amtsübernahme. Die Herrschaft der Image-Politiker verblasst – der Aufstieg von Profilen, die etwas aufbauen.
Die älteren Wähler bewegen sich: von der Bar zur Wahlurne. Die Berechnung mit IMV-Grundeinkommen und Rente wiegt bei einem Elektorat ohne Alternative mehr als die Ideologie...