Warum Demokratien im 20. Jahrhundert die Totalitarismen besiegten

Eine Debatte über den Sieg der Alliierten gegen die Diktaturen: Industrie, Kreditwesen und Logistik als entscheidende Faktoren gegenüber totalitären Systemen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum Demokratien im 20. Jahrhundert die Totalitarismen besiegten
Wenn die Demokratie so ineffizient ist, warum gewann sie im 20. Jahrhundert

Im Jahr 1945 waren drei der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs repräsentative Systeme. Vier Jahrzehnte später zerfiel der sowjetische Block, ohne dass ein einziger Schuss an der Grenze gefallen war. Dieses Paradoxon warf ein Teilnehmer des Unterforums III. Weltkrieg auf: Wenn die Demokratie ein so „unfähiges“ System ist, wie konnten sie dann die totalitären Staaten wegfegen? Die kurze Antwort: Es war nicht die Demokratie. Es waren die Industrie, der Kredit und die Logistik, die diese Gesellschaften mobilisieren konnten, ohne die eigene Bevölkerung zu erschießen.

Wer den Zweiten Weltkrieg wirklich gewann

Die Zuweisung der Verdienste ist das erste Schlachtfeld. Eine Analyse sostiene, dass Deutschland verlor, weil es zu viele Fronten eröffnete: gleichzeitig gegen die UdSSR, das Britische Empire und die USA, ohne die nötige Seemacht, um den Ärmelkanal zu kontrollieren. Eine andere Berechnung deutet darauf hin, dass die angloamerikanischen Demokratien nur etwa 20 % der deutschen Armee direkt gegenüberstanden, da der Großteil im Osten geopfert wurde. Die kursierende Zahl ist eindeutig: fast sechs Millionen gefallene deutsche Soldaten an der Ostfront – Körper, die noch heute ausgegraben werden.

Die Sowjetunion lieferte die Toten. Die USA lieferten die Lastwagen, den Stahl und den Treibstoff. Und diese Arbeitsteilung erklärt das Ergebnis besser als jeder politikwissenschaftliche Vertrag.

Das ökonomische Argument: Das Kapital wählte die Wahlurne

Hier ist der Konsens breiter, als es scheint. In einem totalitären System kontrolliert die Partei die gesamte Wirtschaft, was zu einer katastrophalen Ressourcenallokation führt. In modernen Demokratien verwaltet der Staat etwa 40 % des BIP; in einem rein ultraliberalen Regime wären es 10 %. Je weniger politische Kontrolle über die Ressourcen besteht, desto weniger Wohlstandsvernichtung gibt es. Das Kapital, so eine der am häufigsten wiederholten Thesen, unterstützte die Demokratie aus Eigeninteresse: Ein Markt mit Rechtsstaat erzeugt mehr Wohlstand als eine Planwirtschaft.

Einige führen den Faktor Legitimität an. Eine durch Wahlen legitimierte Regierung muss keine Ressourcen für die interne Überwachung aufwenden; eine Diktatur hingegen schon. Repression ist teuer und lässt sich nicht skalieren.

Die UdSSR fiel nicht im Kampf, sondern kollabierte von innen

Der sowjetische Zusammenbruch wird in Analysen auf das Modell der zentralen Planwirtschaft zurückgeführt, das trotz der enormen Ressourcenbasis langfristig nicht lebensfähig war. Es gab keine militärische Niederlage. Es gab Erschöpfung. Und das ist der Fakt, der diejenigen verunsichert, die eine finale Schlacht erwartet hatten: Das System, das zwanzig Millionen Soldaten mobilisierte, gab aufgrund von Warenmangel in den Regalen auf.

Das 21. Jahrhundert hat das Blatt gewendet

Die Frage, die die Debatte durchzieht, ist, was jetzt passiert. China erscheint mit seinem Zentralkomitee als das System, das in der zweiten Hälfte des Spielfelds am besten konkurriert. Die westlichen Demokratien hingegen sehen sich Vorwürfen einer oligarchischen Drift, der Zerstörung der Mittelschichten und einer Entfremdung gegenübergesetzt, die in mehreren Analysen als funktional für die wirtschaftliche Macht beschrieben wird. Der Vorteil des letzten Jahrhunderts ist für diesen nicht garantiert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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