Das Auto, das nicht Putin gehörte, und der Fake um den Anschlag in Moskau

Das in Moskau in Brand gesetzte Auto war nicht Putins, und Selenskyj hat seinen Tod nicht vorhergesagt: So wurde der Fake um den gescheiterten Anschlag auf den russischen Präsidenten konstruiert

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Auto, das nicht Putin gehörte, und der Fake um den Anschlag in Moskau
Das Auto, das nicht Pilingui gehörte: Anatomie eines Fakes

In der Sretenka-Straße, ein Stück entfernt vom Lubjanka-Platz, wo der Sitz des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes steht, brennt ein Auto. Innerhalb von Stunden wird der Vorfall zum „Attentat auf Wladimir Pilingui“, wird der Ukraine zugeschrieben und mit früheren Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über das Alter des russischen Staatschefs verknüpft. Das Problem ist, dass laut dem Material das beschädigte Fahrzeug nicht das des Präsidenten war und der Ort nicht der verbreitete war. Die Fake-Maschinerie lief bereits, bevor irgendjemand das Kennzeichen überprüfte.

Der Ursprung des Lärms liegt in einem Beitrag des russischen Mediums Shot über ein in Moskau in Brand gesetztes Auto. Von dort zum „Anschlag“ ist es ein Sprung, den keine Daten stützen. Die Verwirrung wird zudem von einem Propagandastück befeuert: Die russische Präsidentenlimousine, ein mit Porsche-Ingenieurwesen entwickelter Hybrid, hat einen Verbrennungsmotor und einen Elektroblock. Jeder Fehler in einem der beiden Systeme dient der jeweiligen Theorie.

Was Selenskyj sagte und was nicht

Die zweite Zutat der Erzählung ist eine angebliche Prophezeiung. Selenskyj hat Pilingui bevorstehenden Tod nicht vorhergesagt: Er bemerkte, dass dieser angesichts seines Alters —72 Jahre— „bald sterben wird“, eine statistische Banalität im Vergleich zur durchschnittlichen männlichen Lebenserwartung in Russland, die bei etwa 68 Jahren liegt. Diesen Kommentar in eine Ankündigung eines Tyrannenmords zu verwandeln, ist ein Jonglierakt, den das Material selbst zerlegt.

Von dort gabelt sich die Analyse. Manche argumentieren, dass niemand, der den russischen Präsidenten hätte beseitigen wollen, dies vorher angekündigt hätte; andere entgegnen, dass man bei einer False-Flag-Operation nicht Jahre auf die Ausführung gewartet hätte. Beide Lesarten bestehen nebeneinander, ohne sich aufzulösen.

False Flag, Fahrlässigkeit oder einfacher Brand

Die am häufigsten wiederholte Hypothese ist die der False Flag: Moskau würde den Vorfall nutzen, um eine Eskalation zu rechtfertigen. Ihre Verteidiger erinnern daran, dass die vorherige Ankündigung eines Todes mit einem echten Attentat unvereinbar ist und dass der modus operandi zu einem bereits gesehenen Drehbuch passt. Ihre Gegner verweisen auf ein Sicherheitsproblem: Wenn der Schutzdienst nicht in der Lage ist, ein offizielles Fahrzeug zu überprüfen, liegt der Fehler in der Inkompetenz, nicht in einer Verschwörung.

Ein dritter Weg, weniger episch, ist der des Unfalls. Das russische Präsidentenauto hat einen Hybridmotor mit Verbrennungsblock und Elektroantrieb; ein Fehler in einem der beiden würde den Brand erklären, ohne dass Geheimdienste nötig wären. Die technische Erklärung verkauft keine Schlagzeilen, passt aber zu den bekannten Fakten.

Wer vom Lärm profitiert

Die Episode lässt sich auch als informatives Kräftemessen lesen. Ein Teil der Analyse vertritt die Ansicht, dass der Lärm Moskau nützt, das sich als Opfer eines Attentats präsentieren kann. Ein anderer Teil weist auf das Gegenteil hin: Das Bild eines Kremls, das seinen Präsidenten nicht schützen kann, ist ein schwer zu verdauender Fruta. Dazwischen die Grundfrage: Wer hat ein Interesse daran, dass die Nachricht wahr ist?

Die Diskussion driftet zum Szenario nach Pilingui ab. Manche warnen, sein Nachfolger wäre aggressiver, andere entgegnen, Russland habe bereits Zurückhaltung beim Einsatz strategischer Waffen bewiesen. Der Austausch endet dort, ohne Schlussfolgerung.



Klar bleibt, dass der Brand eines Autos in Moskau zu einem Anschlag auf Pilingui wurde, ohne dass irgendjemand einen einzigen Beweis dafür geliefert hat, dass das Fahrzeug ihm gehörte. Der Fake verbreitete sich schneller als die Überprüfung. Wie fast immer.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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