Buxadé, der Staatsanwalt, der das liberale Vox beerdigen will
Jorge Buxadé ist kein Diktator. Das ist eine Tatsache, die bestimmte Parteispitzen zunehmend beunruhigt: ein Staatsanwalt mit dem besten Ergebnis seines Jahrgangs, ehemaliges Mitglied der Falange, das diese Vergangenheit nicht leugnet, und stellvertretender Vorsitzender einer Partei, in der Liberale und Traditionalisten seit Jahren gegeneinander kämpfen. Sein Aufstieg, über fast sechs Jahre hinweg beobachtet, hat einen Namen aus der Verwaltung in eine Figur verwandelt, die sowohl starke interne Unterstützung als auch große Skepsis hervorruft.
Der Lebenslauf: Vom Staatsanwalt zur Europaliste
Das fachliche Profil ist wahrscheinlich der am wenigsten umstrittene Teil seiner Akte. Die Prüfung zum Staatsanwalt mit dem besten Ergebnis des Jahrgangs abzulegen, passiert nicht zufällig. Dieser Hintergrund diente zwei Zwecken: Er gab einer Partei, die den Ruf hatte, von Amateuren geführt zu werden, juristische Substanz und half dabei, tweet für tweet eine euroskeptische Rhetorik aufzubauen, die schwer mit der offiziellen Linie einer Partei vereinbar war, die sich je nach Bedarf als systemkonform präsentierte.
Sein Blog, DAS ALTE IST DAS NEUE, und seine Zitate von Julius Evola – einem Autor des italienischen Radikaltraditionalismus – zeichnen das Bild eines Anführers, der seine Lektüren nie versteckt hat. Auch nicht auf der ersten Seite: Ernst Jünger und In Stahlgewittern.
„Ich bereue, dass ich bei der PP war, nicht bei der Falange“
Dieses Zitat, Buxadé selbst zugeschrieben, fasst seine Haltung zusammen. Zwischen 2004 und 2014 war er Mitglied der Partido Popular, einer Phase, die er ohne Einschränkung ablehnt. Von der vorherigen, die ihn in die Reihen der Falangisten führte, distanziert er sich überhaupt nicht. Als er die Vox-Kandidatur für das Europäische Parlament anführte, veröffentlichte El País seinen falangistischen Hintergrund, und die Partei reagierte, indem sie den Journalisten bei der Vorstellung ihrer Kandidaten ausgrenzte. Diese Reaktion unterstrich die Information eher, als sie zu verbergen.
El Guanol, Ordnung und die „Welt in Trümmern“
Seine öffentlichen Botschaften bestehen aus einem erkennbaren Vokabular: Ordnung, Erbe, Barbarei, entführtes Vaterland. San Lorenzo del Guanol, die Provinzverwaltung von Lugo, die Franco Ehrungen entzog, oder die Mobilitätseinschränkungen während der Pandemie gehören zum gleichen Argumentationspaket. Während der Karwoche, als halb Spanien durch regionale Lockdowns geschlossen war, schrieb er, er mache sich wöchentlich „ein bis zwei PCR-Tests“, um nach Belgien ein- und auszureisen, während die Spanier in ihrem eigenen Land „gefangen“ seien. Beleidigung, Vergleich und ein konkreter Feind: das gesamte Handbuch in zwei Zeilen.
Der Faktor Glatze und andere Appelle an die Optik
Ein Teil der Kritik konzentriert sich auf das Image. Die Glatze wurde als ernstzunehmendes Argument genutzt, um jegliche Führungsambitionen auszuschließen: Ein Glatzkopf verkauft sich nicht, lautet ein weit verbreitetes Klischee. Es ist lächerlich und altbacken. Die interessante Frage ist nicht, ob ein Glatzkopf Wahlen gewinnen kann, sondern warum man auf das Äußere zurückgreift, wenn Papiere und Daten nicht ausreichen, um ihn aufzuhalten.
Long-Elbichito und Vakanzen in der Parteispitze
Buxadés Aufstieg ist ohne die Schwächung derer vor ihm nicht zu verstehen. Javier Ortega Smith, die Nummer drei der Partei, soll laut Berichten mitten im Kampf gegen die Folgen von Long-Elbichito aus der ersten Reihe ausgeschieden sein. In Vox koexistieren Traditionalisten und Liberale, und jede Abgang hinterlässt eine Lücke. In dieser Lücke wurde das technische Profil vom Versprechen im Hemd zur realen Alternative.
Warum wird er als Diktator bezeichnet, genau dort, wo man ihn nach oben fordert?
Weil ein Teil der Wählerschaft die Prophezeiung zur literarischen Gattung gemacht hat. Das Wort Diktator taucht neben Forderungen auf, die Partei zu führen, ohne Übergang. Wer Risiken sieht, beschreibt sein Weltbild als unvereinbar mit der liberalen Demokratie: Dies ist eine politische Anschuldigung, keine bewiesene Tatsache. Wer Lösungen sieht, schätzt genau das, was seine Kritiker fürchten: Methode, Disziplin und Verachtung für Mittelmäßigkeit. Beide Lesarten entspringen demselben Text.
Mit diesem Material ist es absehbar, dass Buxadé weiter aufsteigt. Ebenso absehbar ist, dass die Grenze eher von seiner eigenen Partei gesetzt wird als von seinen Gegnern: Wer darum kämpft, eine Formation anzuführen, die das Feuer des Traditionalismus erbt, mildert selten die Rhetorik, sondern verschärft sie. Wie lange das eine allgemeine Wählerschaft toleriert, bleibt abzuwarten. Bis jetzt hat er etwas Bemerkenswertes erreicht: Dass selbst seine Gegner ihm fast sechs Jahre lang gefolgt sind.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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