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Vox nahe 21%: Abascal geht vor Wahlkampf zu La Revuelta
Umfrage von More in Common: Vox bei 20,8%, PP und PSOE im Gleichstand. Abascal tritt vor Beginn des Wahlkampfs in Broncanos Sendung auf.
Eine Umfrage von More in Common vom 3. November – erhoben vor dem Eisenbahnunfall – sieht die PP bei 28,3%, die PSOE bei 27,6% und Vox bei 20,8%, knapp unter der Marke von 21%. Die Erhebung ohne PollCheck-Stützung nährt die These eines technischen Unentschiedens zwischen den beiden großen Parteien, während sich Vox als drittstärkste Kraft mit Zünglein-an-der-Waage-Potenzial festigt. Ergänzt wird die Nachricht durch die Ankündigung, dass Santiago Abascal kurz vor Beginn des offiziellen Wahlkampfs in La Revuelta bei Broncano im spanischen Staatsfernsehen TVE auftreten wird. Im Umfeld der Partei gilt dies als Chance, das verzerrte Bild von ihm zu korrigieren.
Der Kern der Umfrage ist die Zahl: Vox steigt auf 20,8%, während die PP bei 28,3% liegt, nur acht Zehntelpunkte vor der PSOE. Die Stimmen von PP und Vox zusammen übersteigen 49%, während die zersplitterte Linke – Frente Amplio (Sumar) mit 7,8%, Podemos mit 2,6% und SALF mit 2,4% – dies nicht ausgleichen kann. Die in Medien und sozialen Netzwerken kursierenden Sitzprognosen schlagen Alarm: Fällt die PSOE unter 125 Sitze, wird die parlamentarische Arithmetik zum Rätsel. Manche argumentieren, die PSOE könne noch mit Junts, ERC, Bildu, PNV und Compromís eine Koalition bilden, um 164 Sitze zu erreichen; andere sehen Vox als unvermeidlichen Partner der PP, auch wenn sie erst 2030 in die Regierung eintreten würde.
La Revuelta von Broncano: Chance oder Falle?
Das Interview mit Abascal in La Revuelta hat intensive Debatten ausgelöst. Für einige ist es ein strategischer Fehler: Das Publikum von Broncano ist überwiegend linksgerichtet und wird Vox kaum wählen, egal wie vernünftig er auftritt. Für andere ist es eine Plattform, um unentschlossene Wähler und Zuschauer von TVE zu erreichen, die Abascal nie ungefiltert gehört haben. Laut Analysen liegt der Schlüssel darin, wie er Themen wie Einwanderung und LGBT-Rechte angeht. Spekuliert wird über eine Antwort wie: „Ich habe nichts gegen Schwule und Lesben, aber ich will keine öffentlichen Inszenierungen.“ Diese Differenzierung könnte die Karikatur entschärfen.
Das Risiko besteht darin, dass Broncano unfair spielt oder das Publikum buht. Das Interview findet zudem in einem Kontext höchster Spannung statt: Der Rücktritt des Bürgermeisters von Valladolid hat das taktische Wahlverhalten der Linken reaktiviert, und manche Berechnungen deuten darauf hin, dass die PSOE zwei bis drei Prozentpunkte und 10-15 Sitze zurückgewinnen könnte. Kommt noch ein „False-Flag-Anschlag“ hinzu, könnte die PSOE auf 140-145 Abgeordnete kommen und PP sowie Vox politisch bloßstellen.
Wirtschaftlicher Faktor: Schulden, Renten und Prüfung
Jenseits der Politik bereitet der wirtschaftliche Hintergrund Sorgen. Es wird von einer realen Verschuldung gesprochen, die deutlich höher ist als die offiziellen Zahlen zeigen, von nicht tragfähigen Ausgaben für Renten und Subventionen sowie von der Notwendigkeit einer sofortigen Prüfung. Der Vergleich mit dem Erbe, das Rajoy übernahm, ist unvermeidlich: Damals kritisierte die Opposition die Sparmaßnahmen, nun werden strenge Maßnahmen gefordert. Die Frage ist, ob eine Regierung aus PP und Vox den Mut hätte, Missstände aufzudecken, oder ob sie wie üblich nur den Status quo verwalten würde.
Ein verwirrender Detailpunkt: Die Umfrage von More in Common wurde vor dem Eisenbahnunfall und dem Rücktritt des Bürgermeisters von Valladolid durchgeführt, sodass die 20,8% für Vox möglicherweise zu niedrig sind. Oder auch nicht. Denn in der Politik irrt der Konsens, wie an den Märkten, oft.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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