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Spanien erwägt Rückführung des Goldes aus der NY-Fed
Banco de España bestätigt Goldbestände bei der Federal Reserve, nennt aber keine Beträge. Während Niederlande, Frankreich und Deutschland ihre Bestände verlagern, zögert Spanien.
Spanien überlegt, sein bei der New Yorker Federal Reserve gelagertes Gold zurückzuholen
Das Gold kehrt heim. Oder scheint es zumindest. Mehrere europäische Zentralbanken haben begonnen, ihre bei der New Yorker Federal Reserve verwahrten Reserven zu verlagern, während Spanien zuschaut, ohne sich zu entscheiden. Die Niederlande machten dies öffentlich; Frankreich und Deutschland hatten bereits Schritte unternommen; Italien widersteht dem Druck. Das Banco de España räumt ein, einen Teil seiner Reserven in den USA zu halten, gibt die Menge jedoch nicht an. Als Begründung dient die Vertraulichkeit. Die Gesamtzahl wird genannt: neun Millionen Feinunzen, 281 Tonnen, etwa 33,2 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Misstrauen gegenüber Donald Trump ist nicht der einzige Auslöser. Im Jahr 2022 lösten die Einfrierungen russischer Vermögenswerte im Ausland Alarmglocken bei Nichtbündnisstaaten aus. 2024 holte Indien massenhaft das beim Bank of England liegende Gold zurück und dehnte die Operation später auf Basel aus. Venezuela versucht seit 2018 erfolglos, sein Gold aus London zu bekommen: Die City erkennt die Währungsbehörde von Caracas nicht an. Metall in der Nähe bietet Liquidität; in Zeiten zunehmenden Autoritarismus verliert diese Unmittelbarkeit an Reiz.
Warum Spanien weniger Gold besitzt als Österreich oder der Libanon
Die Geschichte erklärt das Defizit. Während des Bürgerkriegs sandte das Banco de España Gold nach Moskau und Paris, um die republikanische Verteidigung zu finanzieren. Nach Kriegsende waren die Reserven erschöpft. Spanien trat 1958 dem IWF bei und beschaffte sich goldgedeckte Währungen für die Systemteilnahme. Bis 1972 entsprach eine Unze 35 Dollar. Dann kam die Große Rezession, und 2007 ordnete Madrid den Verkauf fast eines Drittels des Goldes an, da es als „wenig rentabel“ galt. Daher belegt die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone den sechsten Platz bei den Beständen, gleichauf mit Österreich, dessen Zentralbank offenlegt: Der Großteil liegt in Wien, 84 Tonnen im Vereinigten Königreich und 56 in der Schweiz.
Wer entscheidet und nach welchen Kriterien
Jede Hauptstadt verwaltet ihr Gold, doch die nationalen Reserven zählen als Puffer des Euroraums. Die EZB teilt mit, keine Empfehlungen zur Rückführung ausgesprochen zu haben. Frankfurt bevorzugt Staatsanleihen. Manche argumentieren, dass ein abgestimmtes Vorgehen des Euroraums sinnvoll wäre und abrupte Rückführungen unnötige Lücken öffnen. Auf der Gegenseite sieht Professor Luis Garvía es klar: „Gold nach Spanien zu holen, wäre kein souveränistisches Zeichen, sondern Teil des Rahmens für strategische Autonomie der Europäischen Union.“ Er erinnert daran, dass Gold kein gewöhnliches Finanzinstrument ist: Es bildet die Grundlage der Geldpolitik und des Vertrauens.
Angst vor Embargo und der Geist von Solbes
Die Furcht vor einer Beschlagnahme durchzieht die Debatte. Marktquellen weisen darauf hin, dass die bei der Fed hinterlegte Menge gering sei, weshalb einige Analysten glauben, eine Verlagerung lohne sich nicht: Die Wirkung wäre symbolisch und liefere nur nutzlose Vorwände. Die Wunde von 2007 bleibt offen. Man erinnert sich, dass der damalige Wirtschaftsminister mehr als ein Drittel der Reserven zu 500 Dollar pro Unze verkaufte, weil er keinen Aufwärtspotenzial sah. Kurz danach schoss der Preis in die Höhe. Die bittere Ironie stellt sich von selbst ein: Lässt man es draußen, nehmen sie es; holt man es herein, glätten sie es weg.
Das Dilemma, das niemand lösen will
Mit diesen Voraussetzungen wirkt die Entscheidung eher politisch als finanziell. Rückführung signalisiert Souveränität; Belassen signalisiert Vertrauen in das System. Beides ist nicht kostenlos. Und während die Weltordnung nach Gleichgewicht sucht, bleiben die Figuren aus massivem Gold. Die ehrlichste Prognose: Spanien wird keinen Schritt tun, bevor nicht jemand mit größerem Gewicht zuerst handelt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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