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Vom Einzelgänger zum Minderheitenschüler: Spaniens Klassenzimmer
Berichte aus den 80er und 90ern beschreiben fast homogene Klassen, während jüngere Nutzer von einer Umkehrung der Verhältnisse sprechen.
Vom einzelnen Ausländer pro Schule zu Klassen, in denen Spanier die Ausnahme sind: Vier Jahrzehnte
Es gab eine Zeit, in der ein einziges ausländisches Kind reichte, um eine ganze Schule zu definieren. „Er war der Chilene“, erinnert sich ein Mann, der in den 1980er Jahren an einer öffentlichen Schule studierte. Er war nicht nur aus seiner Klasse; er war der einzige Ausländer der gesamten Schule. Ein anderer Bericht aus derselben Ära erwähnt zwei guineische Geschwister in einem Waisenhaus und später zwei argentinische Geschwister. Das war die gesamte Migrationskarte eines Instituts mit tausend Schülern.
Die Diskussion, ausgelöst durch eine Frage zur wachsenden Verurteilung solcher Aussagen, zeichnet das Bild eines Spanien, das es so nicht mehr gibt. Die in den 70er und 80er Geborenen beschreiben monochrome Klassenräume, in denen Diversität eine Anekdote war. Jüngere erzählen etwas anderes. Antworten über Schüler lateinamerikanischer Herkunft reichen von null bis hin zu Berichten über Klassen, in denen, wie ein Forennutzer sagt, „der Spanier der Exot ist“.
Die 80er: Die exotische Ausnahme
In den Berichten dieses Jahrzehnts lässt sich die Präsenz ausländischer Schüler an einer Hand abzählen. Ein Teilnehmer erinnert sich an einen Uruguayer, Sohn eines Arztes, der überall seinen Mate-Trinkbecher dabei hatte. Ein anderer ruft sich einen Engländer aus Australien ins Gedächtnis, dessen Vater an der Universität angestellt war. Ein dritter erwähnt einen „Amerikaner“ mit den Nachnamen García und Fernández, geboren in New York, der darauf bestand, Mike genannt zu werden. Die Vielfalt war so gering, dass sie zur Identität wurde: der Chilene, der Engländer, der Amerikaner.
Der allgemeine Tenor war Abwesenheit. „Im gesamten Institut, wir waren etwa 1.000 Kinder, gab es keinen einzigen Schüler lateinamerikanischer Herkunft“, schreibt ein Teilnehmer. Ein anderer fasst es ironisch zusammen: „Spanien 1984. Nordische Weiße.“ Wenn die Ausnahme auftrat, löste sie Faszination aus. Ein Bericht beschreibt die Neugier, die Geschwister aus Neuguinea weckten: das Haar, die Haut, der Kontrast der Handflächen. „Exotik“, nennt er es.
Die 90er: Der stille Übergang
Das Jahrzehnt der 90er hält am Muster fest, wenn auch mit Nuancen. Ein Teilnehmer sah erst nach dem Jahr 2000 ausländische Schüler, und als sie kamen, waren es wenige. Ein anderer erinnert sich an eine Peruanerin und einen Mitschüler pakistanischer Herkunft in seiner Klasse. In Galizien war die Geschichte anders: Die Schulen des Opus Dei hatten „Mexikaner“ und zurückgekehrte Venezolaner, Familien, die nach Amerika ausgewandert waren und mit Geld zurückkamen.
In den 90ern bleibt der Grundton gleich. Ein Teilnehmer erinnert sich, dass in seiner Schule ein Roma-Mädchen war, das seine Mitschüler aufgrund ihrer Herkunft identifizierten und das kaum zur Schule kam. Ein anderer erwähnt einen Bolivianer und einen Armenier als die gesamte ausländische Vertretung seines Jahrgangs. Den Berichten zufolge war Migration noch ein Randphänomen.
Der Wendepunkt kommt mit dem neuen Jahrhundert. Ein Teilnehmer datiert die Ankunft der ersten lateinamerikanischen Schüler in seiner Klasse auf 2010. Ein anderer, jünger, beschreibt den Wandel: In der Grundschule waren sie „etwas Exotisches“, in der Oberschule wurden sie häufiger gesehen, und an der Universität fühlte man sich bereits „als Ausländer im eigenen Land“.
Die Universität als Spiegel des Wandels
Mehrere Berichte stimmen darin überein, die Universität als den Ort zu benennen, an dem der demografische Wandel offensichtlich wurde. „Bis ich an die Universität kam, habe ich keine Hispanoamerikaner in spanischen Hörsälen gesehen“, schreibt ein Teilnehmer. Ein anderer hatte bis zu seinem Studium in Zaragoza keine schwarze, chinesische oder muslimische Person getroffen. Für mehrere war die Universität der erste reale Kontakt mit dem Einwanderungs-Spanien.
Der Fall Galizien: Die Rückkehrer
Galizien verdient ein eigenes Kapitel. Die Auswanderung nach Amerika hat tiefe Spuren hinterlassen, und die Schulen der autonomen Gemeinschaft empfingen jahrzehntelang Kinder und Enkel von Galiziern, die zurückkehrten. Ein Teilnehmer beschreibt eine Schule des Opus Dei mit „vielen Mexikanern und einigen venezolanischen Rückkehrern der dritten oder vierten Generation, wohlhabend“. Es handelte sich oft um rückkehrende Familien oder solche mit galizischer Abstammung. Nicht-galizische Immigration traf später ein.
Die Debatte: Ersetzung oder Normalisierung?
Die Unterhaltung lenkt auf die Gegenwart. „Heute gibt es Klassen, in denen der Spanier der Exot ist“, behauptet ein Teilnehmer. Ein anderer vergleicht es mit Real Madrid. Gegen diese Lesart erinnern einige daran, dass Hispanoamerikaner Sprache und Religion teilen, und dass die Alternative, in Worten einer feindseligen Nachricht, die Linke und LGBT-Personen seien.
Was verwirrt, ist die Geschwindigkeit. In weniger als zwei Generationen wechselte Spanien von einem einzigen Ausländer pro Schule dazu, dass ein Forennutzer behauptet, „der Spanier sei der Exot“. Die Diskussion erreicht keinen Konsens. Sie bleibt bei der Anekdote, der Erinnerung und der Feststellung, dass das Land, das die Älteren beschreiben, nicht mehr existiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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