Mit 50 alles verkaufen und nach Indonesien ziehen

Wohnung verkaufen und in Indonesien leben: 300.000 bis 400.000 Euro Vermögen nötig, plus teure Krankenversicherung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mit 50 alles verkaufen und nach Indonesien ziehen
Wohnung verkaufen und mit 50 nach Indonesien ziehen: Die Rechnung

Ein spanisches Ehepaar Anfang 50 verkauft sein Haus, kündigt seine Jobs und landet diesen Monat auf Lombok, der indonesischen Insel neben Bali, um dort ein Geschäft zu starten. Ihr Sohn, der seit drei Jahren vor Ort lebt, berichtet davon. Die Reaktion war nicht Staunen, sondern Rechnen. Wie viel braucht man, um in Indonesien ohne Arbeit zu leben? Und was kostet das Altern dort?

Der Fall geht über diese Familie hinaus. In Kuta Lombok, ihrem Wohnort, ist die spanische Gemeinde von etwa 30 auf fast 1.000 Personen in drei Jahren angewachsen. Ohne Kampagnen oder Schlagzeilen: Sie kommen saisonweise, testen es, einige bleiben und gründen etwas. Man nennt es stille Migration, und von innen betrachtet wirkt es wie ein Trend.

Von 30 auf 1.000 Spanier in Kuta Lombok in drei Jahren

Die Erzählung beschreibt kein weiteres Reiseziel, sondern ein sich selbst verstärkendes Netzwerk. Freunde ziehen hin, Bekannte aus demselben Dorf tauchen plötzlich auf, zwei bis drei Neuankömmlinge pro Woche. Der wiederkehrende Auslöser ist wirtschaftlich: Das Gefühl, dass der Schwerpunkt der Aktivität nach Asien gewandert ist, mit schnell wachsenden Städten und einem langsamer werdenden Europa.

Die Protagonisten sind keine Rentner mit ausländischer Rente. Sie haben ihre Jobs gekündigt und wollen Umsatz machen. Dieses Detail ändert die gesamte Finanzanalyse: Es geht nicht mehr darum, wie viel man zum Nicht-Arbeiten braucht, sondern wie lange man durchhält, bis das Geschäft läuft.

Wie viel Geld braucht man für ein Leben von Zinsen in Asien?

Die optimistische Rechnung ist einfach: Eine Wohnung in einer mittelgroßen Stadt für 300.000 oder 400.000 Euro verkaufen, Ersparnisse, Abfindungen und Sozialleistungen addieren, das Geld in dividendenstarke Aktien legen und 20.000 bis 25.000 Euro pro Jahr entnehmen. Damit, so das Argument, lebt man im Dauerurlaub in Südostasien, und es reicht noch für eine private Versicherung.

Das konservative Szenario korrigiert diese Rechnung dreimal. Erstens der Preis: Eine Wohnung in einer Provinzhauptstadt kostet selten 400.000 Euro, eher die Hälfte, wenn sie nicht zentral liegt. Zweitens der Ausgang: Wer freiwillig geht, erhält nicht immer Abfindung oder Arbeitslosengeld, wobei Details strittig sind. Drittens die Regel: Für 25.000 Euro Nettoentnahme jährlich benötigt man bei Anwendung der bekannten 4%-Regel ein Vermögen von nahe 800.000 Euro. Das harte Fazit lautet anders: 350.000 Euro netto, ein Notgroschen und dann beten. Dem steht entgegen, dass man mit derselben Summe in Europa schlechter dran wäre.

Krankenversicherung und Gesundheit: Die Rechnung ab 60

Fast alle sind sich beim teuersten und am wenigsten fotografierten Punkt einig. Ab 60 Jahren schießt eine wirklich umfassende Police auf 11.000 US-Dollar pro Jahr oder mehr, und mit den Jahren kann sie 1.000 Euro monatlich übersteigen. Dazu kommt das Kleingedruckte der Beitragszeiten: Mit 15 Jahren Einzahlung in Spanien besteht Rentenanspruch; mit 15 Jahren ohne Beiträge sinkt die Basis auf die Mindestrente oder die bedarfsgeprüfte Grundsicherung.

Daraus entsteht der Plan B, den alle im Kopf haben: Bei schweren Problemen kehrt man zurück. Das öffentliche spanische Gesundheitssystem dient als letzte Rückversicherung eines Migrationsprojekts, das nie ganz abgeschlossen wird. Nicht alle akzeptieren dies: Manche behaupten, das spanische Gesundheitswesen sei schlechter als propagiert, und die Rückkehr sei nicht das Paradies, das man vom Strand aus imaginiert.

Kann man als Ausländer in Indonesien ein Haus kaufen?

Auf dem Papier nein. Ein Ausländer kann in keinem Land Südostasiens Eigentümer von Grundstücken werden, mit Ausnahmen für Premium-Visa in Malaysia. Wohnungen kann man kaufen, aber für Grundstücke führen Wege über Nutzungsrechte (bis zu 99 Jahre), Baurechte oder Kauf über lokale Gesellschaften.

Die Konsequenz ist unbequemer als die Norm: Wer angibt, ein Haus gekauft zu haben, hält es oft im Namen eines Dritten, meist des lokalen Ehepartners. Geht die Beziehung kaputt, liegen die Papiere woanders. In einer Diskussion voller Renditeprognosen klärt dieser Satz mehr als jede Tabelle.

Der Erwartungsbruch: Strand, Sprache und Konkurrenz

Der Alltag ist keine Postkarte. Die Beschwerde Liste wiederholt sich: Nur Strand, wenige kulturelle Angebote, Expats-Gemeinschaften, die die Umgebung verteuern, und harte Anpassung wegen Sprache, Klima und Bräuchen. Wer es probiert hat, warnt, dass die anfängliche Freundlichkeit sich wandelt, wenn Tourist Resident wird. Und die Konkurrenz spielt in einer anderen Liga: Lokale Geschäfte mit Marathon-Arbeitszeiten und regionales Kapital in derselben Straße.

Andere argumentieren das Gegenteil: Die Insel sei dort, wo Bali vor zwanzig Jahren war, es gebe Lücken und die Entwicklung folge derselben Kurve. Der fundamentale Streit ist nicht geografisch, sondern zeitlich. Wer fünf Jahre voraus schaut, sieht Chance; wer zwanzig Jahre voraus schaut, sieht das Rückfahrticket.



Eine Rechnung bleibt unbestritten: Der Rückflug ist weitaus billiger als eine Krankenversicherung mit 65. Und kurioserweise ist es die einzige Zahl im Plan, die offenbar alle schon im Blick haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (240 Antworten).

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