Euribor bei 4,02%: Variable Hypotheken wie 2008

Der 12-Monats-Euribor übersteigt erstmals seit 2008 die 4%-Marke und liegt bei 4,02%. Die monatliche Rate für variable Hypotheken steigt von 1.300 auf 2.000 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Euribor bei 4,02%: Variable Hypotheken wie 2008
Euribor über 4%: Erster Anstieg seit 2008 ohne Bankenkrisen

Der 12-Monats-Euribor hat die 4%-Marke überschritten. Er liegt bei 4,02%, einem Niveau, das zuletzt 2008 zu sehen war und noch vor gut einem Jahr, als der Index nahe null lag, als unmöglich galt. Diese Schwelle wurde ohne sichtbare Dramatik durchbrochen: keine Rettungspakete, keine Schlangen vor den Bankenfilialen, keine leeren Terrassen. Was sich jedoch schlagartig geändert hat, sind die Raten für variable Hypotheken.

Die Zahl kam mit der Kälte einer Kontoabfrage. Nichts Besonderes, bis man sie in Euro umrechnet.

Von 1.300 auf 2.000 Euro pro Monat: Die Rechnung für Hausbesitzer

Eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro, finanziert mit einer Hypothek zu 5% effektiven Jahreszins – was derzeit angeboten wird – führt zu einer monatlichen Rate von 2.000 Euro bei 20 Jahren Laufzeit. Vor einem Jahr zahlte man für denselben Kredit etwa 1.300 Euro. Die monatliche Differenz kann ein Durchschnittseinkommen nicht auffangen, schon gar nicht bei explodierenden Lebenshaltungskosten.

Bei monatlichen Anpassungen zeigen sich bereits konkrete Fälle: Raten steigen um 380 Euro, andere sogar um 500 Euro. Das Durchschnittseinkommen wächst zwischen 5% und 8%, was nicht ausreicht, um Inflation plus Zinsen zu decken. Manche greifen bereits auf ihre Ersparnisse zurück, um das Monatsende zu erreichen.

Und nicht alle starten von derselben Position. Ältere Hypotheken behalten einen steuerlichen Abzug von bis zu 9.000 Euro jährlich, ein Puffer, den neu abgeschlossene Verträge nicht mehr haben. Wer diese steuerliche Lücke nutzen kann, ist besser dran als wer nicht.

Kommt der Crash von 2008 oder bleibt es bei einem Schreck?

Der Vergleich mit 2008 dominiert die Diskussionen. Eine Strömung behauptet, wir befänden uns im Herbst 2007 und hätten noch ein Jahr der Leugnung vor uns, bevor es allen klar wird. Das Gegenargument ist nüchterner: Solange es keine Arbeitslosigkeit gibt, ist dies nicht 2008. Und heute hält der Arbeitsmarkt stand.

Der Immobilienmarkt hängt vom Kredit ab, und Kredite haben sich drastisch verteuert. Manche sehen jeden Preisanstieg als ausgeschlossen an, andere erinnern daran, dass Eigentümer, die nicht verkaufen müssen, ihre Preise nicht senken: Der Vermögenswert wird schließlich in einer Währung bezahlt, die jeden Monat an Wert verliert. Preisrückgänge, falls sie kommen, werden klein und langsam sein, solange kein ernstes Kreditereignis eintritt.

Was weniger Diskussionsbedarf zulässt, ist, dass das Bild nicht dem von 2008 entspricht. Die Hypothekenschulden damals lagen zwischen 200.000 und 400.000 Euro; heute sind es in vielen Fällen nur die Hälfte. Das Problem hat sich verschoben: Der Überverschuldete ist nicht mehr die Familie, sondern der Staat.

Die Billion Einlagen, die weiterhin unverzinst bleiben

Während Kredite mit 4% berechnet werden, werden Einlagen weiterhin mit 0% verzinst. Die Banken halten rund eine Billion Euro unverzinster privater Ersparnisse und weisen Rekordgewinne aus. Es ist die leiseste Arbitrage des Zyklus: Geld kommt gratis rein und geht teuer raus.

Berechnungen darüber, wie viel ein Hypothekennehmer beim Wechsel der Bank spart oder wie viel jemand verliert, dessen Ersparnisse brachliegen, zeigen überraschende Unterschiede. Doch das erfordert Handeln, und die meisten tun nichts.

August, September und der kommende Herbst

Die Anpassung der Hypotheken erfolgt nicht gleichzeitig. Die im August fälligen fallen mitten in die Urlaubszeit, wenn kaum jemand die Abrechnung beachtet. September wird der erste ernste Warnschuss sein, und der Herbst ist das Szenario, in dem Krisenmeldungen gehäuft auftreten. Wenn der Euribor nicht nachgibt, wird der Druck auf den Konsum – Bars, Hotels, Einzelhandel – verspätet, aber sicher eintreten.



Mit teurem Geld und unverzinsten Ersparnissen wäre eine Preiskorrektur am Markt vernünftig. Man sollte jedoch nicht seinen Lohn darauf wetten, dass dies bald geschieht: Die Zinsen können innerhalb eines Jahres sinken oder zehn Jahre hoch bleiben, und niemand hat eine Glaskugel. Das Einzige, was heute überprüfbar ist, sind die 4,02% auf der Abrechnung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (240 Antworten).

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