Luis Tosar spricht zur Jugend – die antwortet mit dem Gehaltszettel
Wie oft kann ein Schauspieler laut sagen, was junge Menschen denken sollten, bevor diese ihm mit ihrem Lohnabrechnung, der Miete und ein paar Statistiken unter dem Arm antworten? Laut der Nachricht des Accounts EDATV, die den Thread eröffnet, sagt Luis Tosar den Jungen, wie sie über Migration denken sollen. In der Diskussion kreuzen sich zwei Lesarten: dass es ihn beunruhigt, dass die Jugend den Botschaften der ultrarechten Parteien glaubt, und dass es ihn beunruhigt, dass sie der pogre Propaganda nicht glaubt. Die Antwort kam auf zwei Wegen, erst die Daten, dann das Privileg, und in dieser Reihenfolge.
Was hat Luis Tosar gesagt und warum ist es so schlecht angekommen?
Die Botschaft ist kurz und bekannt: Ein Schauspieler sagt den Jüngeren, wie sie über Migration denken sollen. Die Form hingegen ist das Ärgernis. Ein Schauspieler mit einer langen Karriere, solidem Vermögen und einer sehr definierten öffentlichen Position spricht nicht von demselben Ort aus, an dem die Mehrheit der Menschen lebt, an die er sich richtet, und dort klafft die erste Lücke. Viele Antworten gingen in diese Richtung: das Predigen aus einer Wohnsiedlung mit privater Sicherheit, der Rat aus einem Auto mit Fahrer. Das ist kein ökonomisches Argument, sondern eine Klassensuspicion. Aber es erklärt, warum das Video besser als Provokation funktioniert denn als Diagnose.
Ausländer: 13,4 % der Bevölkerung und 31,6 % der Insassen
Als der Ton erschöpft war, kamen die Zahlen. In der Diskussion werden drei Werte gehandelt, die man mit der Quelle im Blick lesen sollte: Personen ausländischer Staatsangehörigkeit machen 13,4 % der Bevölkerung aus, laut dem jährlichen Bevölkerungsstand zum 1. Januar 2024; sie stellen 31,6 % der Gefängnispopulation und bereits 37,3 % der wegen Sensual Verhafteten, sieben Punkte mehr als in früheren Jahren. Die letzten beiden stammen aus journalistischen Zusammenstellungen und statistischen Grafiken, die in der Diskussion selbst zitiert werden.
Was diese Zahlen sagen und was sie nicht sagen. Eine Korrelation ist keine Erklärung, und es gibt Faktoren, die die Statistik nicht trennt: Einkommensniveau, Zugang zu juristischer Verteidigung, Art des vorgeworfenen Delikts, Polizeipräsenz in bestimmten Gebieten. Der seit 2019 registrierte Anstieg der Sensual ist ein Phänomen mit mehreren Ursachen, darunter, wie im Thread angemerkt wird, eine höhere Bereitschaft zur Anzeigeerstattung. Nuancen sind kein Detail am Rande. Ebenso wenig ist es, dass sie jahrelang als Ausrede dienten, um nicht auf die Zahl zu schauen.
Ist der Vergleich mit den spanischen Emigranten zulässig?
Der dritte Strang ist historisch, und hier bricht das Argument auf beiden Seiten zusammen. Es wird behauptet, Spanien sei ein Auswanderungsland gewesen, weshalb der Einwand hinfällig sei. Die Gegenargumentation lautet, dass jene Emigranten nicht in Länder mit zweistelliger Arbeitslosigkeit kamen, um die Löhne der Einheimischen zu drücken, auch nicht illegal, sie ließen sich nicht in gesättigten Gebieten nieder, lebten nicht von Sozialleistungen, zwangen keine Sitten auf und schickten nicht ihre Kinder voraus, damit der Aufnahmestaat sie unterhält. Es gibt Fallstricke und einen Teil Wahrheit: Der arbeitsmarktliche, migrationspolitische und demografische Kontext vor sechzig Jahren ähnelt dem heutigen überhaupt nicht. Hinzu kommt ein oft zitierter administrativer Detail: Dass ein Spanier mit Vorstrafen in Deutschland nach wenigen Tagen zurück im Land war. Ob verifizierbar oder nicht, es gehört zur Erzählung.
Arbeitslosigkeit, Miete und Auto: die Liste der jungen Generation
Hier konkurriert die extremistische Rede nicht im Vakuum. Neben dem Schlagwort kursiert eine Aufzählung, die sich mit wenigen Varianten wiederholt: Kein Auto, weil es verschmutzt, kein Wohneigentum, weil es unerschwinglich ist, keine Miete, weil sie es auch ist, keine Kinder und Gehälter, die nicht bis Monatsende reichen, mit dem Gefühl, Steuern zu zahlen, um unter anderem subventioniertes Kino zu finanzieren. Eine der ausgeführten Thesen besagt sogar, dass der gesetzliche Mindestlohn (Salario Mínimo Interprofesional) letztlich nur die Bereicherung derer oben fördert. Nicht alles im Paket ist rigoros und manche Teile sind direkt irreführend, aber der Cocktail hat eine politische Wirkung, die Makrodaten nicht erfassen.
Warum diskutiert wird, wer Lektionen erteilen darf
Darunter läuft eine Skepsis gegenüber der Absicht mit. Dass den Schauspieler weniger die junge Wählerschaft beunruhigt als das Überleben einer Erzählung, die in ihrer härtesten Version behauptet, die Linke habe die Illusion durch die Narrative ersetzt, als ihr das Projekt fehlte. Und gegenüber die entgegengesetzte Antwort: Dass die Alten beider Lager den Jungen ein Land hinterlassen haben, in dem das Zusammenleben beschädigt ist und in dem es keinen Spielraum für einen Hypothekenvertrag gibt. Wenn der wirtschaftliche Boden wankt, werden politische Etiketten austauschbar. Man erinnert den Schauspieler auch an seine öffentliche Haltung während der Pandemie, als er gegen Leugner wetterte und die Impfung verteidigte; man bestreitet ihm nicht die Kohärenz, man bestreitet ihm den Standpunkt, von dem aus er spricht.
Bleibt eine Frage, die niemand gelöst hat: Wie viel von dieser jugendlichen Abdrift ist Überzeugung und wie viel ist ein 28-Jähriger, der auf seinen Lohnabrechnung vom 30. schaut und sie mit der Mietquittung vergleicht. Der Schauspieler liegt in etwas richtig: Die Botschaft trifft. Was nicht so klar ist, ob ihn die Botschaft beunruhigt oder die Lücke, die sie hinterlässt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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