Visa und Mastercard: Kartennummer unterscheidet nicht zwischen Debit und Kredit

Visa und Mastercard verwenden 16 Ziffern für Debit- und Kreditkarten. Die Länge wird vom Netzwerk bestimmt, nicht vom Produkttyp.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Visa und Mastercard: Kartennummer unterscheidet nicht zwischen Debit und Kredit
Die Kartennummer unterscheidet nicht zwischen Debit und Kredit: Das Netzwerk entscheidet

Eine Debitkarte und eine Kreditkarte können exakt dieselben 16 Ziffern haben. Der Glaube, dass Debitkarten 12 Ziffern und Kreditkarten 15 Ziffern haben, ist falsch: Die Länge der Nummer wird vom Zahlungsnetzwerk bestimmt, nicht von der Art des Produkts. Visa und Mastercard, die beiden dominierenden Netzwerke in Spanien, geben üblicherweise 16-stellige Karten sowohl für Debit als auch für Kredit aus. Die Verwirrung hat einen kommerziellen Ursprung: Die Debit-Marke von Mastercard heißt Maestro, und dieser Eigenname führt viele in die Irre.

Was die Ziffern auf einer Karte wirklich bedeuten

Die erste Ziffer identifiziert das Netzwerk oder den Sektor des Herausgebers: 4 steht für Visa, 5 für Mastercard und 3 für American Express oder Diners Club. Die ersten sechs Ziffern bilden die BIN (Bank Identification Number), die auf das herausgebende Institut hinweist. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer, die aus den vorherigen berechnet wird. Keines dieser Felder gibt an, ob das Geld vom Konto stammt oder über Kredit finanziert wird.

Die Ausnahme, die das Muster durchbricht, ist American Express, das 15 Ziffern verwendet und sowohl als Netzwerk als auch als Herausgeber fungiert. Für den täglichen Gebrauch—zum Beispiel beim Bezahlen in einer Herberge—spielt dieser Unterschied eine Rolle: Viele kleine Betriebe akzeptieren Visa und Mastercard, lehnen Amex aber wegen seiner Gebühren ab.

Debit, Kredit und Prepaid: Woher das Geld kommt

Die operative Unterscheidung ist eine andere. Mit der Debitkarte verfügt man über das verfügbare Guthaben auf dem Konto; ohne Guthaben keine Zahlung. Mit der Kreditkarte gibt man unabhängig vom Kontostand aus, bis es Zeit ist, mit der Bank abzurechnen. Prepaid funktioniert wie eine Brieftasche: Man gibt nur das aus, was vorher aufgeladen wurde, und hier liegt ihre Schwäche—das Fehlen eines Displays, das das verbleibende Guthaben im Moment der Zahlung anzeigt.

Manche vertreten die Ansicht, dass die kommerzielle Nomenklatur transparenter sein sollte und von „Mastercard Kredit“ und „Mastercard Debit“ sprechen sollte, anstatt letztere unter der Marke Maestro zu verstecken. Das Argument hat Gewicht: Maestro ist kein unabhängiges Netzwerk, sondern die Debit-Marke von Mastercard, und sie wird immer seltener als separate Marke präsentiert.

Die Karte allein reicht nicht: Bankkonto und Automaten-Gebühren

Keine Karte funktioniert ohne ein zugehöriges Konto. Bargeldabhebungen an Automaten des eigenen Instituts vermeiden Gebühren für Abhebungen in anderen Netzwerken, ein Detail, das schwerer wiegt als die Anzahl der Ziffern, wenn die Nutzung häufig und die Beträge klein sind. Die Wahl zwischen Debit und Kredit hängt jedoch von der finanziellen Disziplin jedes Einzelnen ab: Erstere verhindert, dass man ausgibt, was man nicht hat; Letztere erlaubt es, mit Zinsen, wenn die Zahlung aufgeschoben wird.

Die Diskussion steckt genau dort fest, an der Grenze zwischen dem, was die Karte ist, und dem, was die Bank will, dass sie ist. Informationen sind bei Banco de España und in den Verträgen der jeweiligen Institute verfügbar. Sie zu lesen bleibt nützlicher, als Ziffern zu zählen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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