Viralvideo: Studierende kennen Mond nicht

Video zeigt Universitätsstudenten, die einfache Fragen falsch beantworten. Debatte über Selektion und Bildungskultur.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Viralvideo: Studierende kennen Mond nicht
Studierende kennen den Erdmond nicht: Das Viralvideo und seine zwei Fallen

Ein Video, in dem Universitätsstudenten nicht wissen, welches der natürliche Satellit der Erde ist, wo sich die Riviera Maya befindet oder wer „Die Erschießung der Aufständischen“ gemalt hat, kursiert seit Tagen. Das Unangenehme vorweg: Die Fakten sind fast irrelevant. Diskutiert wird die Methode, denn ein Viralvideo ist keine Umfrage, wie mehrere Teilnehmer betonen: Es wird aus vier ausgewählten Antworten unter hunderten zusammengeschnitten.

Warum solche Quiz-Videos nur junge Leute zeigen

Dieses Muster wiederholt sich bei jedem Clip dieser Art, und jemand hat auf YouTube nachgesehen: Immer sind es junge Menschen. Zufall? Wohl kaum. Es reicht, hundert Personen zu filmen, ihnen verschiedene Fragen zu stellen und dann die vier peinlichsten Momente für den Schnitt auszuwählen. Mit einem Mikrofon vor der Nase, einer Kamera im Rücken und einer Gruppe Zuschauer vergisst jeder schnell alles: Fehler passieren hier leichter als auf dem heimischen Sofa.

Es gibt noch einen einfacheren Aspekt. Manche behaupten, dass die Studierenden, die gerade im Unterricht waren, nicht im Video auftauchten, weil sie nicht vor der Kamera standen. Die Stichprobe wählt sich also selbst aus, bevor die Bearbeitung beginnt.

Der Hörsaal, der nie gefilmt wird

Und dann ist da das andere Extrem, das die Studierenden selbst am meisten beunruhigt: Manche argumentieren, dass nicht die Antworten überraschend sind, sondern die Anwesenheit. Beschrieben wird ein Campus-Szenario mit Kursen, zu denen kaum jemand geht, und Online-Universitäten, bei denen Bewertungen für kontinuierliche Prüfungen gekauft werden – und damit hat es sich. Wenn dies irgendwo passiert, liegt das Problem nicht an mangelnder Kultur, sondern an falschen Anreizen.

Der sprachliche Zweig des Abiturs ohne Labor

Eine der häufigsten Analysen richtet sich gegen das Systemdesign. Der sprachliche Zweig des Abiturs kann komplett absolviert werden, ohne auch nur ein naturwissenschaftliches Fach zu belegen, während der mathematisch-naturwissenschaftliche Zweig Sprachen, Literatur, Geografie, Geschichte, Englisch und je nach Ort Philosophie umfasst. Das Ergebnis ist eine naturwissenschaftliche Grundbildung, die per Dekret erlischt. Es ist nicht so, dass die Jugendlichen nichts wissen wollen; es gibt Bildungswege, auf denen man jahrelang navigieren kann, ohne jemals eine Zahl anzufassen.

Kultiviertheit bringt keinen Status mehr

Hier ändert sich der Adressat der Diagnose. Argumentiert wird, dass kulturelles Kapital seit Jahrzehnten seinen sozialen Wert verloren hat: Es dient der persönlichen Entwicklung, aber nicht der Partnersuche, nicht der Jobsuche und nicht dem Respekt in einer Gruppe. Das übliche Gegenbeispiel sind die USA, wo man Führungskräfte findet, die wenig über Geografie, Geschichte oder Allgemeinbildung wissen. Eine kursierende Anekdote ist aufschlussreich: Ein junger Schwede deutete in einem französischen Dorf „7/3“ als sieben geteilt durch drei und erkannte keine Kombinatorik-Notation mit Fakultäten. Allgemeinbildung ist heute ein Hobby von Minderheiten, auch außerhalb Spaniens.

Auf der anderen Seite stehen jene, die darauf hinweisen, dass die Generation, die heute die Unwissenheit diagnostiziert, das System entworfen und die Prüflinge erzogen hat. Jede Generation schiebt die Schuld für ihre halbfertigen Projekte auf die nächste.



Wer trägt die Schuld: Diejenigen, die die Frage falsch beantworten, oder diejenigen, die entschieden haben, dass die Frage nicht mehr wichtig ist?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

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